367 Tage und 5 Stunden

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WpMetadataNoticeLast published Fri, Mar 25, 2016
Wenn meine Freunde mich fragen wie lange ich denn weg war, antworte ich immer mit "Genau ein Jahr". Die letzten 33 Stunden erwähne ich nie. Die waren die schlimmsten. Danach lächle ich meistens gezwungen und drehe mich um, damit niemand meine feuchten Augen sieht. So kommen sie meistens auch nicht dazu, mich zu fragen wo ich denn war. Falls sie es doch schaffen, erzähle ich immer was anderes. Denn niemand könnte die Wahrheit verkraften. Ich wurde entführt und in den letzten 33 Stunden musste ich um mein Leben kämpfen.
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ich habe keine Ahnung, was damals passiert war und vor allen Dingen, warum es jetzt meinen Geist dermaßen besetzt, dass ich alles nach Zeugnissen dieser Zeit absuche. Vergebens. Alles, was ich habe, ist ein kurzer Eintrag in meinem Tagebuch, in dem steht, dass ich dich am Liebsten vermöbelt hätte. Was ich damals nie getan hätte, da war ich doch viel zu schüchtern. Ich kann mich kaum erinnern, mit dir mehr als zwei Worte gewechselt zu haben. „Hallo" und „Tschüss", wahrscheinlich hast du mich genauso gesehen, die beste Freundin deiner Stieftochter, die ab und zu vorbei kommt. Mehr nicht. Wir lebten nebeneinander her, alles, was ich von dir weiß, ist dein damaliger Beruf, warum auch immer ich das noch weiß. Habe keine Ahnung, wie alt du warst, obwohl du, glaube ich, jünger als deine Frau warst. Ich habe sie immer bewundert, weil sie mir so locker und trotzdem stark vorkam, und fand euch als Paar cool. Obwohl sie auch Prinzipien hatte, die ich nicht nachvollziehen konnte, ich erinnere mich an eine Nacht, als deine Stieftochter und ich Toffifee genascht hatten und es am nächsten Morgen Ärger gab, dass wir zu laut herum geknistert hätten. V. musste immer heimlich naschen. Und ja, wir waren häufiger ungezogen, als ihr mitbekommen hattet. Wäre es nicht angebracht, mich dafür über's Knie zu legen?

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