» Du bist also ein Dieb? Nun ja, ich sah schon vieles, aber ein Mädchen...«, der alte Mann streicht sich lachend über seinen Bart und lehnt sich zurück, das Gemurmel in der kleinen Hafenkneipe verstummt, nach und nach sehen alle zu dem Mädchen und dem Mann.
Das hübsche Mädchen sieht dem Mann provozierend in die Augen, ein intensiver Blickkontakt entsteht, die Spannung im Raum ist fast schon zu greifen.
» Nun, dann beweise dich doch, wenn du dir deiner Sache so sicher bist.«, sein Gesicht liegt im Schatten, er senkt den Blick und schaut auf das halb geleerte Schälchen mit Resten einer Suppe vor sich.
» Ich habe es nicht nötig, meine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.«, ihre Stimme ist kühl und klar.
» Warum bist du hier?, dies ist kein Ort für junge Frauen.«, schon wieder weicht er vom Thema ab.
» Ich soll den Auftrag für Vincent abholen.«, ihre gefasste Stimme, das Mädchen kennt ihre Position als unbekannte im Kreise der bekannten der Kneipe und nutzt diese aus.
» Vincent? Seit wann nimmt er Mädchen in seine Obhut?«, verdutzt sieht der alte Mann ihr in ihr emotionsloses Gesicht, nimmt langsam einen Brief aus der Tasche seines Umhangs und schiebt ihn mit einem intensiven Blickkontakt zu ihr, sie erwidert ihn ohne mit der Wimper zu zucken und steckt den Brief ein, nickt einmal den Hafenarbeitern zu und verschwindet wieder in den Schatten der Nacht. Zurück in ihr Zuhause, in ihre Zuflucht....
Silvan wird von jedem gefürchtet. Seine dunkle Aura und seine distanzierte Persönlichkeit lassen die Leute zurückschrecken und bereuen, je in seine Richtung geschaut zu haben. Er lebt ein Leben in der Dunkelheit und versucht das gute Herz, das in seinem Inneren noch existierte, zu verstecken.
Emilia war ein ruhiges Mädchen, das nichts lieber tat, als sich zurückzuziehen und ihre Nase in Büchern zu verstecken. Sie erfüllt jede Erwartung, die ihr zugetraut wird und versucht immer das Richtige zu tun. Doch niemand weiß welch Sturheit sich wirklich hinter ihrer Fassade befand.
Zwei Seelen die in einer kalten einsamen Gasse aufeinander treffen.
Und das wegen eines kleinen Missgeschicks.
𝑂𝑑𝑒𝑟 𝑠𝑜𝑙𝑙𝑡𝑒 𝑚𝑎𝑛 𝑒ℎ𝑒𝑟 𝑆𝑐ℎ𝑖𝑐𝑘𝑠𝑎𝑙 𝑠𝑎𝑔𝑒𝑛?
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Textausschnitt:
Die Straßenlaterne leuchtete auf uns hinab und ich konnte immer mehr erkennen. Das erste worauf sich meine Augen konzentrierten, waren seine langen Beine. Dann kam sein Oberkörper und ich versuchte die Trockenheit meiner Kehle runterschlucken. Er war breiter, als ich dachte. Seine Arme waren das Nächste, das die Aufmerksamkeit meiner Augen ergatterte.
Und so langsam, als lief es in Zeitlupe ab, schaute ich komplett auf.
Zwei dunkle braune Augen trafen auf meine und blickten mich böse an.
Na toll.
Jetzt hatte ich wirklich ein Problem.
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WARNUNG:
Die Story beinhaltet gewalttätige Szenen, wie auch „böse" Wörter. Vorsicht: Rechtschreibfehler und manchmal unpassender Satzbau - nicht bearbeitet.
Cover by Alyaslinketitte
(Abgeschlossen)
Alle Rechte vorbehalten