Bis in die Unendlichkeit

Bis in die Unendlichkeit

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WpMetadataNoticeLast published Wed, Jun 29, 2016
Und ihr Körper wurde dünner, ihre Haare wurden länger, ihre Stimme von Tag zu Tag leiser. Ihre einst so strahlenden blauen Augen wurden grau. Jegliches Leben wurde ihr entzogen. Sie war Tod. Sie hoffte es zumindest. In Wahrheit lebte sie. Sie musste es. Für ihren Mann und ihre Kinder. Sie korrigierte sich. Für ihren Mann und ihre zwei verbliebenden Kinder. Sie gaben ihr den letzten Halt, der sie am Leben erhielt. Jedes Kind, das sie auf der Straße sah, erinnerte sie an ihn. Es war ein qualvolles und aufressendes erinnern. Manchmal wünschte sie sich, sie hätte ihn nicht gehen lassen. Sie hätte ihn gezwungen auf sein Zimmer zu gehen und zu lernen. Selbst wenn er sie dann hasste. Sie hätte lieber einen Sohn der sie hasst, als einen toten Sohn. Sie machte sich Vorwürfe. Sie hasste sich. Und sie war sich sicher, sie würde nie wieder glücklich sein...
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tod
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Spät am Abend saßen zwei Polizisten in ihrem Büro, keiner sagte ein Wort, beide waren mit ihren Gedanken tief versunken. Mit seinem dicken Bauch, der ein wenig an der Tischkante seines Schreibtisches stieß, stütze Ulf mit seinem rechten Arm sein Kopf ab. Dabei wirkte er etwas unbeholfen, doch das störte niemand, denn sie waren allein im Büro. Ulf ließ den Tag Revue vor seinen Augen ablaufen, dabei kam er zu keinem Ergebnis. Zu verwirrend waren die einzelnen Abläufe, die einfach nicht in seinem Denkmuster fallen wollten. Vor allem die Aussage des Sohnes, der für Ulf recht glaubhaft gewirkt hatte, jedoch mit einem Ergebnis aus der Gerichtsmedizin nicht abgedeckt werden konnte. Der Mann schien ihm, das sagte sein Bauchgefühl ganz deutlich, hatte die Wahrheit ausgesagt. Noch immer war zu spüren, wie durcheinander er in all seinen Handlungen war, unsicher, und doch war er vollkommen überzeugt von seinen Eingebungen, die er gehabt hatte, als seine Mutter verschieden war. Eigenartig - eigenartig war auch die Anhörung der Pflegekraft, wo für ihn auch Unglaubliches geschehen war. Wie sollte Ulf dies alles bewerten, hatte er etwa mit übernatürlichen Phänomenen zu tun, an die er aber nun auch nicht glauben konnte. Wie waren die Ereignisse während der Anhörung sonst zu bewerten? -ihm fiel einfach keine plausible Erklärung ein -und, was sagte sein Bauchgefühl dazu? Zumindest stimmte etwas mit der Pflegekraft nicht und was das für eigenartige Phänomene während der Befragung gewesen waren, würde er heute nicht mehr klären können. Sollte es wirklich so sein, das es mit Übersinnlichen zu tun hatte, woran er nun wirklich nicht glauben wollte, brauchten sie Hilfe, wie sie in einen solchen Fall reagieren konnten?

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