
1 . Part „Beschreiben sie ihr Leben in einem Wort.", sagte meine Psychologin mit einer sanften Stimme. „Schwer", sagte ich kurz und emotionslos. Wieso bin ich hier? Es bringt doch sowieso nichts, sie kann meine Vergangenheit nicht ändern und vor allem nicht verschönern. „Was ihnen wiederfahren ist kann man nicht gut heißen, aber das Leben geht weiter. Es verändert sich, da man sieht wie glücklich ihre Mitmenschen sind, aber es geht weiter." Glücklich. Welch schreckliche Emotion. „Ja, es kann weiter gehen, aber man kann selber entscheiden wann es zu Ende ist, finden sie nicht?" meine Stimme klang hart und verständnislos. Ich merkte wie meine Hals rauer wurde und meine Augen sich mit Tränen füllten. „Ich kann es nicht verstehen, jedoch kann ich versuchen ihre Geschichte zu verstehen. Sind sie bereit mir alles zu erzählen?" Alles, war ich dazu bereit? War ich bereit alle Karten auf den Tisch zu legen? Sie versteht mich nicht. Keiner kann das, keiner will es. „Ich hasse mich selber, ich hasse alles an meinem verschissenen Leben, verstehen sie? Ich will es nicht leben, ich will nicht mehr auf dieser Welt wandeln. Ich bin jetzt 16 Jahre alt und habe mehr schlechtes dieser Welt gespürt, als ihnen erzählt werden konnte." Ich sprach laut und fing an sauer zu werden. „Ich werde jetzt gehen." Ich stand auf, zog mir meine Jeansjacke über und verließ den Raum ohne auf eine Antwort zu warten. - Ich zog mir eine Zigarette aus meiner Tasche, zündete sie mir an und lies den giftigen Rauch durch meine Lunge wandern. Ich atmete tief durch, ich liebte diese kalten Abende an denen man die Kälte in jedem Winkel seines Körpers spürte. Ich schlenderte so durch die Straßen, bis mir zwei Männer entgegen kamen. Ich zuckte beim ersten Anblick zusammen, hatte immer noch Angst es könnte er sein. Meinen Blick senkte ich auf den Gehweg, ging langsam und vorsichtig an den beiden Männern vorbei. Atmete leise, aber hart wieder aus.All Rights Reserved
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