Das letzte halbe Jahr

Das letzte halbe Jahr

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WpMetadataReadComplete Wed, Jun 28, 2017
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Fiction
Romance
„Noch vor wenigen Tagen hätte ich nicht gedacht, dass ich diese Krankheit als Diagnose gestellt bekommen würde. Dass es ein Todesurteil ist, eine unheilbare Krankheit, die mich nach und nach in sogenannte Schübe versetzt, die mir irgendwann die Stimme, das Gefühl in Armen oder Beinen und bald die Funktion meiner Organe rauben würde. Ich hätte nicht gedacht, dass ein halbes Jahr, welches mir der Arzt noch gegeben hat, so schnell vorbei gehen könnte und trotzdem so viele Dinge passieren würden. Im Traum stellt man sich das als eine Art To Do Liste vor. Noch einmal alles machen, die große Liebe finden und dann sterben müssen, aber in der Realität ist das anders. Neben Liebe und Glück gibt es da auch noch den Verrat, die Enttäuschung, den Schmerz und den Schock, was so eine Krankheit alles mit dir anstellen kann." Anfang: 01.02.2017 Ende: 28.06.2017
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„Eigentlich hat der Krebs doch etwas Gutes an sich. Wenn er mich nicht befallen hätte, wären wir uns wahrscheinlich niemals wieder begegnet." »Sagst du mir jetzt, warum du mich gesucht hast?« Seine Miene verändert sich schlagartig. Ich kenne ihn gut und weiß, wenn ihm etwas unangenehm ist. Ich habe absolut keine Ahnung, was so Schlimmes passiert ist, dass er ausgerechnet mich braucht - schließlich haben wir seit über fünf Jahren keinen Kontakt mehr. »Ja, ähm. Okay, ich... Tut mir leid, ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.« Tyreese lacht verlegen. So kenne ich ihn gar nicht. »Wo ist der Tyreese hin, in den ich mich damals verliebt habe?«, flüstere ich. Es muss etwas Gravierendes geschehen sein, damit eine Person derart verstört und eingeschüchtert wird. »Es ist nicht einfach. Ich dachte immer, dass mein Leben nun endlich normal wird.« Mein Blick scheint zu verraten, dass ich ihn absolut nicht verstehe. »Natürlich gab es schöne Momente, aber im Großen und Ganzen spielt das Schicksal einfach nur mit dir. Was ich eigentlich sagen will, ist, dass ich krank bin.« Ich spüre, wie sich allmählich meine Kehle zuschnürt. »Tyreese, bitte sprich mit mir.« Irgendwo in meinem Unterbewusstsein wird ein einziger Gedanke präsent und ich wünschte, er hätte sich nicht bewahrheitet. »Ich habe Krebs. Krebs im Endstadium.«

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