Fingerfertig
Harry Potter kannte den Himmel nur durch Glas.
Seit Voldemort seine Eltern getötet und ihn mitgenommen hatte, war das Anwesen seine ganze Welt. Kostbare Kleider, verschlossene Türen und Unterricht, der wehtat. Mit sieben Jahren wusste Harry, wie man gehorchte und Tränen verbarg. Wie sich Gras unter nackten Füßen anfühlte, wusste er nicht. Nur Andrew Calum machte die Tage manchmal erträglich. Doch auch er hatte Harry nie vor allem beschützen können. Als der Dunkle Lord unerwartet starb, floh Andrew mit dem Jungen zu einem alten Schulfreund: Severus Snape. Der Tränkemeister hatte weder mit einem Kind gerechnet noch mit der Verantwortung für eines, das selbst Freundlichkeit fürchten gelernt hatte. Zwischen offenen Türen, schlaflosen Nächten und vorsichtigen Annäherungen entstand etwas, das keiner von ihnen geplant hatte. Doch Sicherheit brachte auch Fragen mit sich. Und irgendwann richtete Harry eine davon an den Menschen, den er am dringendsten gebraucht hatte: „Du wusstest, dass sie mir wehtaten. Warum hast du mich trotzdem hingebracht?"
Eine Geschichte über die Wut, die erst kommen durfte, als die Gefahr vorüber war. Über zwei Männer, die einander wiederfanden. Und über einen kleinen Jungen, der langsam lernte, dass er bleiben durfte, auch wenn er nicht brav war.