Adelswappen
Der Ritter ohne Schatten
Der Morgen roch nach Regen, als Sir Eland von Düsterfels die Zugbrücke überquerte. Sein Ruf eilte ihm voraus:
Er war der Ritter, der keinen Schatten warf.
Manche nannten ihn verflucht. Andere gesegnet.
Doch niemand wusste die Wahrheit - nicht einmal er selbst.
Der Ruf aus dem Nebel
Als Eland den Grenzwald erreichte, legte sich plötzlich dichter Nebel über den Pfad. Ein Horn erklang, tief und uralt, und eine Gestalt trat aus dem Weiß: eine junge Frau in grauen Gewändern, mit Augen wie Sturmwolken.
„Ritter Eland", sagte sie, „das Reich braucht dich. Der Schattensammler ist erwacht."
Eland spürte, wie sich die Luft um ihn zusammenzog. Der Schattensammler war eine Legende - ein Wesen, das die Schatten der Menschen stahl und sie zu willenlosen Dienern machte.
„Warum ich?", fragte Eland.
Die Frau lächelte traurig. „Weil du keinen Schatten hast, den er dir nehmen kann."
Die Festung der Finsternis
Gemeinsam ritten sie zur Schwarzklippe, einer Festung, die wie ein gebrochener Zahn aus dem Felsen ragte. Über den Mauern kreisten schwarze Vögel, und aus den Fenstern drang ein fahles, pulsierendes Licht.
„Er ist dort", flüsterte die Frau. „Und er weiß, dass du kommst."
Eland zog sein Schwert. Die Klinge war schlicht, aber sie vibrierte leicht - als würde sie die Dunkelheit schmecken.
Der Kampf um die Schatten
Im Thronsaal stand der Schattensammler: eine hohe Gestalt, gehüllt in Fetzen aus Dunkelheit. Wo sein Gesicht hätte sein sollen, war nur ein Wirbel aus schwarzem Rauch.
„Ritter ohne Schatten", grollte er. „Du gehörst mir."
Eland stürmte vor. Die Dunkelheit schlug ihm entgegen wie eine Welle. Schattenarme griffen nach ihm, doch sie glitten ab - als könne er nicht berührt werden.
„Du kannst mich nicht fassen", rief Eland.
„Noch nicht", zischte der Schattensammler. „Aber ich kann dir zeigen, warum du keinen Schatten hast."
Mit einer Bewegung riss er den Nebel auseinander - und Eland sah ein Bild, das ihm den At