maraveylin
Manchmal reicht ein einziger Moment, damit jemand hinter all das sieht, was man so sorgfältig versteckt.
Mia kennt die Menschen in diesem Urlaub seit Jahren. Sie kennt ihre Stimmen am Lagerfeuer, ihre alten Geschichten, ihre unausgesprochenen Regeln. Und sie kennt die Rolle, die sie selbst dabei spielt: lächeln, mitmachen, nicht auffallen. Niemand soll merken, wie sehr sich alles verändert hat. Doch zwischen vertrauten Gesichtern und alten Gefühlen beginnt etwas zu kippen. Nähe fühlt sich plötzlich gefährlich an. Blicke bedeuten mehr, als sie sollten. Und ausgerechnet die Person, vor der Mia am wenigsten zerbrechen wollte, sieht sie in einem Moment, den sie am liebsten ungeschehen machen würde. Je mehr sie versucht, die Kontrolle zu behalten, desto deutlicher wird, dass manche Dinge nicht verschwinden, nur weil man nicht über sie spricht. Und dass Schweigen manchmal lauter ist als jedes Geständnis.