Eispfützen

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Mit den Händen strich über die Strukturen der mit Bilderrahmen gesäumten Fensterbank.
Draußen war es eiskalt, die Seen waren gefroren und die Pflanzen mit scharf weißen Reif bedeckt. Mein Augen waren auf eine Person gerichtet, die sich im, mit einer erbärmlichen Schicht Schnee bedeckten Innenhof befand. Auf ihn.
Meine Brust zog sich zusammen. Er strich Gedanken verloren über den Platz, seine Haare waren etwas zu lang, als wäre er lange bei keinem Friseur mehr gewesen. Warum sollte er auch?
Er machte keine Anstalten hinauf zu sehen, zu mir.
Plötzlich trat er in eine der zugefrorenen Pfützen. Seine Miene hellt sich auf, wie die eines Kindes im Anblick neuer Spielsachen. Seltsam, ich runzelte die Stirn.

Da oben am Fenster stand sie. Ihr dunkles, beinahe
schwarzes Haar, die Personifizierung der Hölle, anders konnte ich es mir nicht erklären, umgab ihr blasses Gesicht wie fließender Obsidian. Ihre Augen, die einmal so lebhaft waren, wirkten müde.
Ich blinzelte. Meine Lippen zitterten.
Sie war zurück.

„Komm herunter", rief ich.

Ihre Miene blieb ausdruckslos. Nahezu.
Ihre Stirn war leicht gerunzelt, eine Emotion, dachte ich.

„Komm schon", ich lächelte. Versuchte es.

Ich sah sie an. Ihr Engelhaftes Gesicht, im Kontrast stehend zu ihrem Haar.
Ihre Lippen hoben sich ein Stück.

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