Ewan
Nach einer scheinbar endlosen Zeit die wir in diesem schunkelnden, viereckigen Gefährt verbrachten, schienen wir endlich am Ziel angekommen zu sein.
Mit einem abrupten Ruck kam die Kutsche zum Stehen.
Durch die überraschende Bewegung glitten sowohl Felicity als auch ich vom Sitz und landeten unsanft auf dem Boden.
Die Desert stand als Erste wieder und half mir mit einer schnellen Bewegung auf die Füße.
„Ich schätze es ist soweit", meinte sie mit ernster, unheilvoller Stimme.
Ich nickte und spürte, wie mein Herz sich zusammenkrampfte.
„Wir sind da."
Mit Schwung stieß Feli die Tür auf und sprang nach draußen auf den steinigen Boden, ich folgte direkt danach.
Ich musste für einen Moment gegen das plötzliche Abendlicht blinzeln, bevor ich mich umschauen konnte.
Wir befanden uns ein wenig weiter unten als ich, als ich das erste Mal hier war. Direkt vor uns wölbte sich die steile Bergwand empor, in ihr klaffte das Loch, welches den Eingang zur Drachenhöhle bildete.
Ich ließ den Blick ein wenig weiter wandern. Knapp fünf Meter entfernt stand eine zweite Kutsche, deren Pferde friedlich das karge Gras abknabberten.
Meine Aufmerksamkeit wurde abgelenkt durch Francis, der geschmeidig vom Kutschbock heruntersprang.
„Die Pferde sind sicher, die laufen nicht weg. Los jetzt!"
Ich nickte und setzte mit großen Schritten voran, die beiden folgend.
Tief einatmend tauchte ich in die bekannte Dunkelheit des Tunnels ein, streckte den Arm aus und fuhr mit der Hand an der Wand entlang, während ich so schnell es ging durch die tintenschwarze Finsternis rannte.
Unsere Schritte hallten in dem sonst leeren Gang wieder. Es klang, als renne eine ganze Armee in die Schlacht.
Wie traurig, dachte ich bitter. Wir waren keine Armee. Wir waren drei Jugendliche die alleine versuchten die Welt zu retten. Es klang wie aus einer Kindergeschichte.
Licht.
Endlich stolperte ich aus der Dunkelheit heraus in die erste Höhle. Das violette Licht das sie erhellte hatte nichts Mysteriöses mehr an sich.
Jetzt schien es wie ein unheilverkündendes Leuchten, das kurz davor war, einem schreckliche Nachrichten zu offenbaren. Mit rasendem Herzen blickte ich um mich, Felicitys und Francis' staunende Laute hinter mir ignorierend.
Ein scheußlicher Geruch stieg mir in die Nase. Mein Herz setzte beinahe einen Schlag aus.
Nein...
Es war der altbekannte Geruch einer sterbenden oder toten Aura.
Oh, nein, nein, nein!
Mein Blick fiel auf die Stelle, an der das milchige Kraftfeld in der Felswand pulsierte.
Ich riss die Augen auf, mein Herz stotterte in der Brust.
„Nein...", kaum hatte ich das gehauchte Wort ausgestoßen, setzte ich mich in Bewegung.
Wie von selbst bewegte sich mein Körper und rannte mit großen Schritten durch die Höhle. In meinen Ohren fing es an zu klingeln, ein kaltes Gefühl der Panik schlug seine Klauen in meine Innereien.
Das milchig weiße und das scharfe violette Licht erhellten etwas, das mein Herz heftig gegen den Brustkorb hämmern ließen.
Die riesigen Flügel lagen reglos über den Boden drapiert.
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Tarabris - Dornenlose Rose (Wird momentan überarbeitet)
FantasyDer 17-Jährige Ewan Feliciano wurde von Kindheit an elitärst ausgebildet, um später seinem Vater auf den Thron seines Clans zu folgen. Als er von eben diesem einen äußerst gefährlichen Auftrag erhält, wird sowohl sein Können als auch sein Wille...
