Kapitel 61_Der letzte Einsatz - Teil 5 / Blitze
Da war ein gleichmäßiges Pochen, von allen Seiten, wie eine Basstrommel. Langsam und gleichmäßig, aber stark und schmerzhaft. In einem stetigen Rhythmus. Immer und immer wieder, das einzige, das es gerade gab. Schmerz in Form von Bassschlägen. War es das Einzige, das zu existieren schien. Sonst nichts, kein Licht, keine Geräusche, kein Gefühl. Nur das rhythmische Pochen.
Den Schlägen fügte sich etwas Neues hinzu. Ein Geräusch. Schwach, leise, fast von dem Schmerz übertönt. Aber ganz langsam wurde es lauter. Ein unverständliches Gemurmel wie Wassergeplätscher. Aber dumpf und weit weg, wie unter Wasser.
So tief unter Wasser, wo der Druck unerträglich wurde. Wo kein Sonnenlicht je ankommen würde. Totes Wasser. Ohne jedes Leben. Nur der Schmerz und die Dunkelheit und das Geplätscher. Die einzige Bewegung in der Tiefe.
Dann noch eine kleine Strömung. Kalt und ungemütlich, drückend und hart. Drängte ihn fort, zwang ihn an die Oberfläche, bis das erste Licht ihn erreichte. Es war schwach und kalt, aber es war Licht. Schloss sich um ihn, wie eine Umarmung, stieß durch seine geschlossenen Augenlieder, als wollte es ihm den Weg nach oben zeigen.
Führte ihn zur Oberfläche, wo das Geplätscher lauter und klarer wurde, näher kam.
Die Strömung, die ihn trug, festigte sich, drückte in seinen Rücken und Schulter. Wurde hart. Drehte sich leicht. Fühlte sich holzig an.
Das Gemurmel klarte auf, verwandelte sich in Stimmen, ganz nah, direkt an seinem Ohr.
Das Licht wurde stärker, begann ihn zu blenden. Zeichnete Form und Schatten. Fügte Farbe hinzu.
Die Stimmen begannen, sich zu trennen. Es waren zwei.
In dem Moment durchstieß er die Wasseroberfläche. Erkannte den dunklen Schatten des Bodens unter sich. Die weißen Wände. Das Fenster. Der Raum drehte sich.
Die Stimmen gehörten zwei Mädchen. Sie brachen abrupt ab. Aber völlig still war es nicht. Ein dunkles, stetig anhaltendes Geräusch, erfüllte den Raum.
Der Druck und Schmerz von der Tiefe waren noch nicht verschwunden. Das gleichmäßige Pochen setzte seinen Rhythmus fort.
Den drehenden Boden, erkannte er als Schwindel. Das Geräusch, als Motor. Der Druck kam von seiner ungemütlichen Position. Als er versuchte, sich zu drehen, durchzog ein brennender Schmerz seinen Körper. Wie von einem elektrischen Schlag.
Sein Arm war unter seinem eigenen Körper eingeklemmt und eingeschlafen. Als er versuchte, ihn hervorzuziehen, merkte er den Druck um sein Handgelenk. Moment - er war gefesselt?
Mühsam versuchte er, den Kopf zu drehen, in die Richtung, aus der die Stimmen gekommen waren. Zwei Personen saßen neben ihm auf dem Boden. Als seine Sicht endlich aufklarte, erkannte er Livai und Kryo.
Sie waren in einem Transporter. Das erkannte Kiba als nächstes. Seine Handgelenke waren zusammengebunden. Neben ihm saßen Livai und Kryo, beide wichen seinem Blick aus.
„Kryo?", versuchte Kiba zu sagen, wahrscheinlich war es nicht mehr als ein klägliches Krächzen. Seine Kehle fühlte sich ausgedörrt an.
„Wo sind wir?", sein zweiter Versuch war deutlich besser, ob die anderen ihn verstanden hatte, konnte Kiba nicht sagen.
Eine Antwort bekam er zumindest nicht.
In Kibas Kopf überschlugen sich seine Gedanken. Warum fuhren sie in einem Transporter? Warum war er gefesselt und warum halfen ihm Kryo und Livai nicht? Und warum zur Hölle tut mein Kopf so verdammt weh?
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IMVELO || Woodwalkers
FanfictionWoodwalkers - Die Schnittwelt der Menschen und Tiere, ein uraltes Geheimnis, gefährdet und gehütet von allen, die es kennen. Eine Natur, die Menschen als Übernatürlich bezeichnen. Doch tief versteckt wird eine weitere Natur gehütet. Eine Magie, mit...
