Ran no on'nanoko

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„Wahhh! Ich komm zu spät, ich komm zu spät!"

Obito rannte die Straßen entlang. Um schneller am Trainingsplatz zu sein, nahm er die Abkürzung quer durch den Wald. „Rin wird das gar nicht toll finden", weinte er. Dabei wollte der Uchiha seiner Teamkameradin doch gefallen. Schließlich war sie sein Schwarm, die tollste Person überhaupt!

Obito legte sich auf die Nase. „Iteee!" Er rieb sich den Staub von den Händen und besah sich dann über was er gestolpert war.

Ein Stein ragte aus dem Boden. Er wirkte wie vor zwei Tagen gesetzt. Daneben wuchsen blaue Orchideen, die ins violette übergehen. Auf dem Stein war etwas eingraviert.

Shimura Miharu

*17.08.51

†29.08.62

Der Genin zog die Augenbrauen zusammen. Das Mädchen war gerade mal elf geworden. Außerdem, was machte dieses Grab mitten im Wald?!

Er legte die Handflächen aneinander, entschuldigte sich gedanklich dafür, dass er über die Gedenkstätte gestolpert war, und hetzte weiter. Warum er sich entschuldigte? Also mit Geistern wollte er sich nicht anlegen, da half auch kein Sharingan eines Uchihas.

Aber... Wer war Shimura Miharu überhaupt?

„O-Nii-san! O-Nii-san!"

Ein Mädchen mit schwarzen Haaren und einer blauen Orchidee im Haar rannte auf ihren großen Bruder zu. Mit Schwung umarmte sie ihn.

„Na, Aoi-chan?", fragte er und wuschelte ihr durch die kurzen Strähnen. „O-Nii-san!", maulte sie beleidigt, „Wann kapierst du endlich, dass ich den Namen nicht mag?"

Neben den Geschwistern lachte jemand. „Ärgerst du deine Schwester schon wieder, Danzo?"

„Was denkst du von mir, Hiruzen?", wollte Danzo wissen.

„Guten Tag, Hiruzen-san." Miharu verbeugte sich.

„Wie oft soll ich dir denn noch sagen, dass du die Formalitäten lassen kannst, Miharu-chan?", wollte er wissen.

Bevor sie antworten konnte, erschien hinter Hiruzen ein weißhaariger Mann. Er war ungefähr Ende 30. „Tobirama-sama, schönen Guten Tag!" Ein weiteres Mal verbeugte Miharu sich, etwas tiefer als zuvor bei Hiruzen. Der Senju nickte zur Begrüßung.

„Was führt sie her, Sensei?", fragte Hiruzen, „Gibt es eine Mission?" Tobirama schüttelte den Kopf. „Ich suche eine Shimura. Mito hat nur ihren Clannamen gesagt und gemeint, ich solle einfach nach dem Orchideenmädchen fragen." Er kratzte sich am Hinterkopf.

„Was möchte Mito-san denn von mir?" Miharu sah den Bruder des ersten Hokage an. „Sie hat nach den roten Blüten gefragt."

Miharus Gesicht hellte sich auf. „Ja, natürlich, natürlich. Ich bin schon auf dem Weg! Danke, Tobirama-sama!" Sie verbeugte sich wieder. Dann lief sie winkend davon. „Bis später, O-Nii-san!"

„Deine Schwester wirkt so... unschuldig, Danzo", meinte Hiruzen, als sie dem Mädchen hinterher sahen. „Sie ist zu unschuldig für unsere Zeit. Hoffentlich bleibt das noch lange so."

Danzo nickte nur.

Kurz darauf sah man Miharu mit einer roten Orchideen-Pflanze und einer Rolle unter dem Arm zum Haupthaus der Senju eilen. Es war kein ungewohnter Anblick für die Dorfbewohner. Das Mädchen war schließlich im ganzen Dorf als Ran no on'nanoko, das Orchideenmädchen, bekannt.

Sie verkaufte die Blumen nicht nur an die beiden Blumenläden im Dorf, sondern auch so an diejenigen, die die Kunst des Ikebana betrieben. Oder Miharu malte ihre geliebten Orchideen. Oder sie half ihrer Mutter im Café, welches an ihren Garten grenzte.

Blaue OrchideeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt