Vorwort

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„Herrschofftszeitn nu amoi Landinger wos hom se se dabei docht?", die Worte des Polizeipräsidenten Obermaier konnte man bis in das Büro von Kommissarin Hörring hören, Landinger, um genauer zu sein Kriminalhauptkommissar Herbert Landinger, ist ihr Vorgesetzter. Er ist die Art von Mensch der gerne mal Regeln verbiegt nur war er diesmal wohl wirklich zu weit gegangen. „Se san mit dem Landeshauptmann Retzinger an Schritt z'weit gonga!", tönt es weiter. Man hört von Herberts Seite keinen Widerspruch. „ Na, hods eahrna iazt endlich d'Sproch vaschlogn. Des kummt spot nochdems den Oberösterreichischen Landeshauptmann der Verstrickung in die kriminellen Geschäfte der Firma Zoller und Co vorgeworfen hobn und earm fir 12 Stunden wegen Verdachts auf Korruption in unsa Zelln gsteckt hobn.", nach diesen Worten hörte Eva Hörring nur noch das dumpfe „Hscchh" das das Schließen der Schallschutztüre bekanntgab. Herbert hat diesmal den Bogen wirklich überspannt! Sie sind von der Mordkommission er hätte sich da nicht einmischen sollen, das hatte sie ihm von Anfang an gesagt. „ Du hättast as earm ned ausredn kinna!" tröstend schaut Karl Jäger herein. „Sogamoi konnst du Gedonknlesn! Woher woast du dass I üba des nochdenk?" mit einem wirklich erschrockenen Gesichtsausdruck schaut Eva Karl an. „Des liegt on der schworzen Woikn de üba dia hängt..." Eva musste lachen einmal mehr wusste sie warum der doch etwas stärkere ehemaliger Postler nun Polizeiobermeister geworden ist. „Für de Erkenntnis misatst eigentlich zua Kripo. Hod da des scho amoi wer gsogt?" fragt Eva ihn doch Karl lacht nur; „Sorry i muas iazt wirkich hoam d'Johanna wiad bess wonn mas versetzt!" ; er sieht sie mit verschwörerischem Blick an, "Du kennst doch unsre Frau Doktor" Ja das sieht der Gerichtsmedizinerin Dr. Johanna Jäger ähnlich denkt sich Hörring. „Genügend Wege jemanden umzubringen kennts ja. Na oba im ernst Moizeit guade Nocht und bis Morgn!", verabschiedet sie den Karl „Pfiagod" lautete dessen kurze und kompakte Antwort.

„... und iazt schleichen se se ause, moang griag i an kompletten Bericht! Guade Nocht!" Herbert Landinger geht ins Büro ohne anzunehmen, dass dort noch jemand arbeiten würde. „Na hod er di iazt endgültig ausm Polizeidienst entlossn?" Landinger wirbelt herum: „Wos mochst du denn nu do i häd ma docht du waradst dahoam im Bett? Ahh na hod a ned! Wos host du iazt de gonze Zeit do?" „Na do is wea durchanond! Kumm gema wos trinkn. A Bia bei da Gerlinde in da "Schenk"?" „ Eva du bist a Schatz! Oba du foahrst!" 5 min später erreichen sie ihr Stammlokal. „Oamoi Bia und oamoi Apfesoft?" Die Stimme der Stammkellner in Gerlinde dringt durch den Lärm der Musik. Ein bestätigendes nicken auf Seiten Eva Hörrings bestätigt die Bestellung nur wenige Augenblicke später erhalten die beiden erschöpften Polizeibeamten ihre Getränke „Wia schaut's es den drei! Es hobts woi z'long koa Leich nd khopt!" Gerlinde klang ernsthaft besorgt „Wonns ned boid wida wen umbringan donn streichn's eichane Stelln a nu!" Gerlinde hatte Recht die beiden Beamten warten immer sehnlicher auf einen saftigen Mord, wenn auch nur aus enttäuschter Liebe oder Verzweiflung Hauptsache was zu tun! „Ah ohne uns waradns do aufgschmissn stimmts Chef ?", ein wenig Verzweiflung konnte man in Evas Stimme hören aber auch Karl war verunsichert als er ein holpriges „sicherlich" das wohl optimistisch klingen sollte, antwortete. „Dann loss ich eich amoi Trübsal blasn do wiad ma jo gonz deprimiert mit eich!" wirft Gerlinde noch kurz in die Runde und verschwindet in der Menschenmenge. „Wos hod a iazt gsogt, da Chef?" Eva zerriss es fast vor Neugier, doch Herbert winkte nur ab mit den Worten, er würde wenn sich so ein Vorfall wiederholen würde er sich daran gewöhnen müssen wieder den Verkehr zu regeln. So saßen die beiden Polizisten also da und warteten bis der Abend endlich vorbeiging. Es war wohl kurz nach Mitternacht als Eva sich ihren Mantel anzog und auch Herbert seine Jacke gab. „Oiso I foahr iazt und wonns'd vorhost dasd mitkimmst und ned z'fuas hoamgehst donn dad i mi oziagn!" Landinger musterte Hörring. Sie hatte ihren Oberlehrer- Blick aufgesetzt und die Hände in die Hüften gestemmt.Er wollte noch nicht nach Hause allerdings war die Vorstellung zu Fuß von der Innenstadt zu seiner Wohnung am Stadtrand zu marschieren behagte ihm überhaupt nicht, also zog er sich widerwillig die Jacke an und ging mit der Kollegin nach vorn zur Bar. „Des worn 3 Bia 2 Opfesoft und oa Sodazitron, richtig? Wer zohit wos?" fordernd blickt Gerlinde Eva und Herbert an. „I zoih ois!", sagte Eva schließlich. „Des san donn 16€ grodaus!"

Als beide im Auto saßen läutete das Telefon. Landinger hob ab und nach wenigen Augenblicken legte er mit den Worten: „Iatzt hom mas vaschrian!", auf. Eva sah ihn an: „Wo?" „Am Kleisenheimer- Teich", bekam sie sofort von Herbert zur Antwort, „und da Karl und de Johanna san ah scho unterwegs!" 

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⏰ Letzte Aktualisierung: May 18, 2016 ⏰

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