First snow

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,,Es ist auch ein alleinerziehender Vater mit zwei Söhnen. Einer ist 14 Jahre alt, wie du Liam und einer ist ...

... 18 Jahre alt."
Na toll, dass konnte ja was werden. Zwei Wochen Urlaub mit 5 männlichen Geschöpfen. Ich hoffte einfach nur, dass der ältere Junge halbwegs ok sein würde und nicht so ein riesiges Arschloch.

Seit dem Halt bei der Raststätte konnte ich nicht mehr einschlafen, obwohl ich noch sehr müde war. Ich wusste nicht, ob es Aufregung war oder einfach die Sonne, die langsam aufging und somit Lichtstrahlen durchs Autofenster warf, die dann auch noch meine Augen blendeten.
Ich liebte Sonnenauf- und Untergänge. Ich hatte das Gefühl, dass sie seit dem letzten Jahr immer schöner geworden waren, aber es konnte auch sein, dass ich sie seitdem erst richtig wahrgenommen hatte. Es hörte sich vielleicht komisch an, doch ich fand die Wolken, die sich dann von gelb bis pink färbten faszinierend. Ich konnte sie stundenlang anschauen. Manchmal wenn man stehen blieb, sich umschaute und kleine Details wahrnahm, merkte man erst wie schön die Welt eigentlich sein konnte.

Wir hatten noch ca 5 Stunden Autofahrt vor uns. Liam schlief. Aus meiner kleinen Tasche, die ich nicht wie meinen Koffer in den Kofferraum gepackt hatte, kramte ich meine Kopfhörer heraus und steckte sie in mein iPhone, welches ich letztes Jahr zu meinem 16. Geburtstag bekommen hatte. Es war Gold und war umschlossen von einer durchsichtigen Hülle mit kleinen Swarovski Steinen, die im Licht glitzerten.
Ich öffnete Spotify, eine App auf der man Musik hören konnte, und klickte auf meine neu erstellte Playlist. Während ich den ersten Song der Playlist abspielte, welcher gleichzeitig auch mein neuer Lieblingssong war namens Let it snow von filous, starte ich aus dem Fenster und schaute mir die Landschaft an. Überall sah man Bäume, dir ihre Blätter schon lange verloren hatten.

Je näher wir den Bergen kamen, desto vereister wurden die Wiesen und die Bäume. Die letzte halbe Stunde mussten wir durch die Berge fahren, auf Slalom verlaufenden Straßen, die immer mehr in die Höhe führten. Nun war die Landschaft um unser Auto herum komplett weiß. Überall lag Schnee und je höher wir kamen, desto mehr wurde es.

Plötzlich fing es an zu schneien. Erst langsam und dann immer schneller und heftiger. Es sah wunderschön aus.
Nach weiteren 15 Minuten Fahrt, sagte das Navigationsgerät endlich den Satz ,, Sie haben Ihr Ziel erreicht" und ich war anscheinend nicht die Einzige, die erleichtert war, denn auch Dad atmete hörbar aus und Liam rief ,, Endlichhh, dieses Navi regt einen auf Dauer echt auf !" Und damit hatte er recht. 10 Stunden diese nervige Stimme zu hören war echt anstrengend.
Wir parkten auf einem nicht wirklich sichtbaren Parkplatz und stiegen aus. Vor uns ragte ein riesiges Haus auf. Es war komplett aus Holz oder hatte zumindest eine äußere  Holzverschalung und ein flaches Satteldach mit einem weiten Dachüberstand. Es gab drei Etagen, doch da das Haus auf einem Hügel lag,  mit einer ziemlich starken Steigung, gab es auf der anderen Seite auf dem auch die Eingangstür war, nur zwei Etagen. Um das Haus herum verlief, an der Hauswand der obersten Etage, ein schmaler Balkon entlang, von dem man bestimmt einen super Ausblick hatte. Dies war unser Chalet für die nächsten zwei Wochen. Es sah viel größer und schöner aus als ich es mir vorgestellt hatte. Natürlich gab es bei der Buchung im Internet auch Fotos. Diese waren jedoch nur von innen gewesen.

Wir nahmen die Koffer aus dem Auto und folgten dem Weg, der an der Hauswand vorbei und zwischen ein paar mit schneebedeckten Tannen zum Hauseingang führte, welcher auf der ersten Etage lag, wenn man von der Parkplatzseite guckte und im Erdgeschoss, wenn man von der anderen Seite das Haus betrachtete. Der Schlüssel sollte in einem Umschlag im Briefkasten stecken. Da Liam die kleinste Hand hatte, steckte er seine Hand in den kleinen Kasten neben der Tür und holte den Umschlag heraus. Er schaute rein und machte ein besorgtes Gesicht. ,, Hier ist kein Schlüssel drin sondern nur ein normaler Brief" Was ? Das konnte doch nicht sein. Wo sollte der Schlüssel sonst sein ? Doch da fing mein Bruder auch schon an zu grinsen und hielt den Schlüssel in seiner Hand. ,, Haha ich hab euch verarscht und ihr seit darauf reingefallen, wie immer !"
Liam schloss die Tür auf und wir betraten das Chalet. Nun standen wir in einer großen Eingangshalle, in der wir die Koffer abstellten.
,, Wow " war das einzige, was wir alle sagen konnten.
Der Boden der Eingangshalle war teils mit Paket und teils mit einem dunkelroten Teppich bedeckt. Am Ende der Halle war eine große, offene Fensterwand, die den Blick auf eine Terrasse freilegte und die Schneelandschaft dahinter. Links und rechts von uns gingen Türen ab.
Wir zogen unsere mit schneebedeckten Schuhe aus und sahen uns um. Hinter den Türen lag links eine große Küche, welche gleichzeitig auch das Esszimmer war. Und hinter der rechten Tür verbarg sich ein riesiges Badezimmer mit einer Badewanne, einer Toilette und zwei Waschbecken.

Wenn man von der Eingangshalle Richtung Fensterwand ging und sich dann nach rechts drehte, stand man direkt in dem Hauptraum des Chalets, dem mega großen Wohnzimmer. Rechts am Ende der Fensterwand ging eine Treppe an der Wand nach oben und bog dann nach rechts ab und endete in der zweiten Etage. Rechts vor dem Treppenaufgang stand, in der Ecke, ein großer Weihnachtsbaum, der anscheinend noch nicht abgebaut wurde. Wer weiß vielleicht stand der das ganze Jahr dort. Rechts davon in der Wand war ein Karmin und davor, also in der Mitte des Raumes, ein Sofa, von dem man, wenn man drauf saß, Richtung Karmin sah. Vor dem Sofa stand ein kleiner Fernsehholztisch und rechts davon ein großer Ledersessel, der Richtung Fensterwand zeigte. Dadurch, dass über diesem Sofa Raum keine zweite Etage war, kam einem der Raum groß und offen vor. Wenn man nach oben blickte und der Treppe folgte, sah man auf der einen Seite die Fensterwand die bis zur Decke ging, auf einer Seite den Treppenaufgang und auf den anderen zwei Seiten Geländer und dahinter einen schmalen Flur der viereckig verlief und von dem auf jeder Seite zwei Türen abgingen. Das mussten wohl die Schlafzimmer sein.
Anscheinend war ich nicht die Einzige , die das erkannt hatte, denn Liam war gerade dabei seinen Koffer nach oben zu tragen. Ich holte meinen Koffer aus der Eingangshalle und tat es ihm gleich.
Oben angekommen warteten wir auf Dad, der die Zimmeraufteilung kannte.
,,Liam, du und ich werden uns durch die neuen Umstände ein Zimmer teilen und du Hayden bekommst eins für dich alleine."
,.Och nö, dass ist ja mal voll unfair Dad, warum bekommt Hayden denn ein eigenes Zimmer ?" Nörgelte Liam. ,, Frauen brauchen ihren Platz, dass wirst du auch noch irgendwann verstehen. Hayden, für dich ist das Zimmer gerade aus, zweite Tür links. Pack am besten erstmals deinen Koffer aus. Wir haben noch ein bisschen Zeit bis die anderen kommen, da sie kurzfristig noch packen mussten und deshalb erst später ankommen werden."

Ich schloss die Tür auf und stand in einem kleinen Gang. Links ging eine Tür ins Bad und rechts war eine lange Schrankwand. Ich stellte meinen Koffer  ab und betrat das Bad. Eigentlich ganz normal. Dusche, Waschbecken und natürlich eine Toilette, wäre ja sonst auch schwierig geworden so ganz ohne.
Wenn man dann den Gang weiter ging stand man im Hauptraum des Zimmers. Erst konnte ich meinen Augen nicht glauben. In diesem Raum stand ein Kingsize-Bett! So ein großes Bett ganz für mich alleine und dass für zwei Wochen. Aber das war noch nicht alles. An der Wand gegenüber vom Bett hing ein Flachbildschirm und links in der Ecke stand ein kleiner Karmin. Es war so ein Zimmer wie man es in den ganzen Filmen schon 1000 mal gesehen hatte und nun stand ich in diesem Film.
Das erste was ich natürlich machte war Anlauf nehmen und auf das Bett springen. Es war so weich und unbeschreiblich gemütlich. Die Vorhänge waren noch zu, weshalb das Zimmer nur durch dämmriges Licht erleuchtet war.
Ich öffnete die Vorhänge und erblickte Tannen und eine wunderschöne Schneelandschaft vor mir. Wie in der Etage darunter, war es kein normales Fenster sondern eine Fensterwand mit einer eingebauten Tür, die auf den Balkon führte. Als ich die Tür öffnete und nach draußen trat, kam mir ein kalter Windzug entgegen und ich atmete tief durch. Ich wusste die zwei Wochen würden perfekt werden, dass hoffte ich zumindest.
Da der Balkon einmal um das ganze Haus herum verlief, standen plötzlich auch Liam und Dad neben mir, die so wie ich die Landschaft bewunderten, die einfach traumhaft schön war.

Zurück in meinem Zimmer entschloss ich mich eine Dusche zu nehmen. Da man die Badezimmer Tür aber nicht abschließen konnte, schloss ich die Zimmertür ab. Es sollte ja keiner plötzlich reinkommen und mich ohne alles sehen. Als das warme Wasser auf meine Haut prasselte, merkte ich erst wie angespannt ich die ganze Zeit gewesen war. Die letzen Wochen vor den Ferien waren Klausur Stress pur gewesen. Die Lehrer mussten natürlich alle Klausurtermine wieder so legen, dass man ca 4 Wochen am Stück lernen musste.

Als ich fertig war mit duschen ging ich hinunter ins Wohnzimmer und legte mich auf das Sofa. Über der Lehne lag eine flauschige Decke, die nur danach schrie von mir genommen zu werden. Eingekuschelt in der Decke, merkte ich erst wie müde ich war und schlief kurzerhand ein.

Als ich aufwachte, hörte ich das Knistern des Karmins und spürte die Wärme. Ich lag immer noch eingekuschelt in der Decke. So wie immer wenn ich aufwachte, hatte ich meine Beine angezogen.
Ich war gerade dabei meine Beine auszustrecken, als ich mit meinen Füßen gegen etwas hartes stoß ...

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⏰ Letzte Aktualisierung: Jan 10, 2017 ⏰

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