Wie jeden Mittwoch früh werde ich durch meinen Wecker geweckt, der mir die frohe Nachricht verkündet, dass es Zeit wird für einen weiteren Tag in die Schule gehen zu müssen. Ich stelle ihn aus und richte mich ausgeschlafen auf. Ein kurzer Blick aus dem Fenster reicht mir, um meine Stimmung doch wieder kippen zu lassen. Es regnet und das nicht gerade wenig. Seufzend stehe ich auf und hole mir ein paar Sachen von meinem sauberen Wäschestapel, möglichst Sachen die oben liegen, und ziehe mir sie an. Leise, fast schon geräuschlos, laufe ich ins Bad und putze mir dort nochmal meine Zähne. Einmal durch meine Haaren streichen reicht, um meine Haare so aussehen zu lasse, wie sie immer sind. Danach gehe ich in unsere Küche und hole mir mein Essen, was mir mein Vater freundlicher Weise gemacht hat, um es in meinen Ranzen zu packen. Der Grund, warum ich so leise sein musste? Ganz einfach, mein Vater schläft noch und wollte mich nicht wecken. Erneut lege ich mich in mein Bett und schaue mir noch ein paar Videos auf Youtube an, bevor ich mir meine Jacke und Schuhe anziehe und mich auf den Weg zur Bushaltestelle mache. Meine Ohren werden von lautstarker Musik zugedröhnt, während ich laufe. Leise schnaufend komme ich an der Haltestelle an. Man muss auch wissen, dass ich in einem Dorf wohne, was eine Gefälle von 8% hat und ich lebe genau am Ende dieses Berges, also unten. Aber als ich die Musik etwas leiser mache, höre ich deutschen Gesang über den Parkplatz schallen. Ausgerechnet ist es auch noch deutsch Rap, was einer der wenigen Musikrichtungen ist, die ich verabscheue. Mein Nachbar, der schon immer sehr früh oben steht, hört immer wieder das Selbe. Der Typ, der da singt, rappt irgendwas über den 2. Weltkrieg und Bombemflieger. Ich mein, der Typ, der das hört, ist gerade mal 2 Jahre jünger als ich und hört sich so nen Dreck an. Das schlimmste was dem passiert ist, ist dass er seine Autos wegbekommen hat. Gekonnt stelle ich mich etwas weiter weg, wo ich aber immer noch sehen kann, wann der Bus kommt. Meine Musik stelle ich aus, behalte aber die Kopfhörer auf, sodass er, Niklas sein Name, nicht auf die Idee kommt mich anzusprechen oder ein dummen Kommentar von sich zugeben. Ein kurzer Besuch auf Whatsapp verrät mir, dass ich zwei Nachrichten hatte. Eine von meiner besten Freundin und die andere ist aus einer Rpg-Gruppe. Ich schreibe beiden zurück und stecke dann mein Handy gelangweilt weg, natürlich mache ich wieder leise die Musik an. Ein Blick nach links zeigt, dass die nächsten Deppen aus meinem Dorf kommen. Wir haben hier nicht viele Einwohner, doch die meisten kommen aus unserem Kinderheim. Und es kann schon sein, dass manche Leute aus dem Kinderheim sehr nett sind, aber was ich bis jetzt hier erlebt habe, ist das ganz und gar nicht der Fall. Deswegen rede ich auch nie mit ihnen. Sie auch nicht mit mir und darüber bin ich mehr als froh. Eigentlich rede ich mit niemanden aus meinem Dorf. Ich kann hier fast keinen leiden und auf Gespräche bin ich selten aus. Nach weiteren Minuten, die vergehen und wo ich mir meine Füße wund stehe, kommt auch endlich mein Bus. Jetzt kann ich mich wenigstens auf etwas freuen.
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Liebe ohne Hoffnungen
Genç KurguSam ist ein ganz spezieller Junge an seiner Schule. Er wird bald 16 und wie es nunmal bei einem 16-jährigen so ist, spielen die Hormone verrückt. Seit geraumer Zeit ist er in seinen Klassenkameraden Luke verliebt. Sie waren vor ein paar Jahren mal g...