-REDBUNNYYYY

seine nähe hat immer einen preis den ich zahlen muss

-REDBUNNYYYY

es ist nicht so dass er nur scheiße ist. wäre er nur scheiße, wäre es leichter. aber er ist lieb. aufmerksam. er kennt meine stimme, wenn sie kurz vorm brechen ist. er weiß, wie ich schreibe, wenn ich traurig bin.
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-REDBUNNYYYY

er gibt mir genug um zu bleiben aber nie genug um sicher zu sein
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-REDBUNNYYYY

seine nähe hat immer einen preis den ich zahlen muss

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es ist nicht so dass er nur scheiße ist. wäre er nur scheiße, wäre es leichter. aber er ist lieb. aufmerksam. er kennt meine stimme, wenn sie kurz vorm brechen ist. er weiß, wie ich schreibe, wenn ich traurig bin.
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-REDBUNNYYYY

er gibt mir genug um zu bleiben aber nie genug um sicher zu sein
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-REDBUNNYYYY

es ist vier uhr morgens. in einer stunde muss ich aufstehen. in einer stunde soll ich funktionieren. warum schlafen, wenn man über bryan nachdenken kann, oder? bryan. dieser kleine hurensohn. ich hasse dich. (nein. ich liebe dich. ich vermisse dich. ich liebe dich so sehr, dass es weh tut. so sehr, dass es meinen kopf zerreißt. so sehr, dass mein kopf schmerzt, als würde er von innen gedrückt.)
          
          bryan.
          
          dein name fühlt sich falsch in meinem mund an. wie etwas, das ich nicht aussprechen dürfte, aber ständig tue.
          
          jedes mal dasselbe.
          jedes. verdammte. mal.
          
          wir reden.
          wir schreiben.
          es fühlt sich kurz an wie nähe.
          wie wärme.
          wie „du bist nicht allein“.
          
          er ist da für mich. wirklich. wenn ich probleme habe, hört er zu. wenn ich weine, bleibt er. er liebt mich. er sorgt sich. ich weiß es. ich spüre es. er merkt, wenn es mir besser geht. wenn ich lache, wenn ich stabiler wirke.
          
          dann verändert sich alles. wie ein uhrwerk. präzise, zuverlässig, grausam.
          

-REDBUNNYYYY

 irgendwann kippt alles. er wird geil. er macht es sexuell. er dreht alles in eine richtung. und ich lasse es zu. weil ich ihn liebe.
            
            im moment fühlt es sich gut an. bestätigend. echt. als würde er mich sehen. als würde er mich fühlen.
            und dann endet es. und ich stehe da, leer, klein, wie ein geschenk, das er ausgepackt hat und dann achtlos fallen lässt. ich hasse es, dass es weh tut. dass ich es trotzdem will. dass ich jedes mal wieder darauf reinfalle.
            
            herzlichen glückwunsch ilvy, du existierst nur als serviceleistung für bryans libido.
            
            ich weiß nicht, wie ich das halten soll. nicht mehr mit ihm befreundet zu sein fühlt sich an wie ein amputiertes organ. mit ihm befreundet zu sein fühlt sich an wie langsam verbluten.
            
            ich liebe dich.
            ich hasse dich.
            ich hasse mich dafür, dass ich bleibe.
            ich hasse mich dafür, dass ich gehe.
            ich will dich vergessen.
            ich will dich behalten.
            ich liebe dich, mein kopf tut weh, mein herz brennt.
            
            (wenn du mir jetzt schreiben würdest,
            würde ich antworten. weil nichts in der welt so sehr nach „zuhause“ riecht wie du, auch wenn dieses zuhause brennt und ich dabei sterbe.)
            
            ich weiß keine antwort. nur schmerz und sehnsucht. und diese gnadenlose liebe.
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-REDBUNNYYYY

ich kann nicht richtig hungern.
          ich kann nicht essen, ohne ekel zu empfinden.
          ich kann nicht zählen ohne daran zu verrotten.
          ich kann nicht nicht zählen.
          
          wenn ich hungere, bin ich ein problem. 
          wenn ich esse, bin ich ein versager.
          wenn ich zähle, bin ich besessen.
          wenn ich es nicht tue, bin ich faul und schwach.
          
          nie krank, nie gesund
          immer diszipliniert, niemals frei

-REDBUNNYYYY

meine mutter sagt ich hätte abgenommen.
          „du bist dünner“, sagt sie. „deine taille ist schmaler. deine beine auch. siehst du das denn nicht?“
          
          ich nicke weil das offenbar die richtige antwort ist. brav. ich versuche mir für eine sekunde ihre augen auszuleihen (nur ganz kurz, versprochen.) ich stelle mich vor den spiegel und warte auf die offenbarung. diesen moment in dem alles klickt und ich leise denke: ach.. das also.
          
          nichts passiert. der spiegel starrt zurück als wäre ihm langweilig. gleiche konturen. gleicher körper. ich neige den kopf, kneife die augen zusammen, ändere das licht, halte den atem an, als würde das irgendwas bringen. bringt nichts.
          
          ich wünschte ich könnte es sehen. wirklich. denn wenn ich es nicht kann, dann.. herzlichen glückwunsch an mich dafür dass ich vollkommen umsonst gelitten habe. wochen voller besessenheit, stunden mentale mathematik, ganze tage verschluckt von regeln und ritualen.. mein gehirn zuckt es nur mit den schultern und fragt was die nächste regel ist. was die nächste einschränkung ist. was das nächste ist das ich nicht wollen darf.
          
          (ana ist nicht glamourös. nicht mal interessant. sie ist erschreckend unkreativ. dieselben gedanken, dieselbe angst. oh schau, schuldgefühle. wie überraschend. oh wow, regeln, so viele regeln, alle unfassbar wichtig, alle unfassbar dumm. kcals. zahlen. etiketten. rechnungen. ana ist einfach nur gemein. und langweilig. und endlos repetitiv. elend. aufwachen, körper checken, sich falsch fühlen. essen oder nicht essen, sich so oder so falsch fühlen. sich schwören, morgen wird alles anders. morgen kommt. wird es nicht. wieder von vorne. keine kunst. keine belohnung. nur eine konstante leise bestrafung. ich frage mich wie etwas so viel nehmen und so wenig zurückgeben kann.)
          
          also ja, vielleicht bin ich dünner. vielleicht ist meine taille schmaler. vielleicht meine beine auch. ich nehme es einfach mal so hin. denn wenn ich hinschaue sehe ich nur das gleiche alte nichts

-REDBUNNYYYY

          meine lieblings pyjamahose passt mir nicht mehr. sehr dramatischer meilenstein. wirklich lebensverändernd. jemand sollte vermutlich klatschen oder so.
          
          wenn sie nicht gerade in der wäsche war, hatte ich sie an. auf meinem körper. nonstop.
          
          und jetzt passt sie nicht mehr. ich habe abgenommen. glückwunsch an mich, schätze ich. goldstern. applaus.
          
          sie bleibt einfach nicht mehr oben. sie rutscht über meine hüften, über meine taille. ich ziehe die schnüre immer fester, ziehe und ziehe, bis meine finger weh tun und der bund rote linien in meine haut schneidet. ich mache einen doppelknoten.
          dann stehe ich auf, gehe zwei schritte und… da geht sie wieder auf.
          
          ich denke ich sollte sie wegschmeißen.
          
          das macht man doch so, oder? wenn etwas nicht mehr passt, stellt man keine fragen. man fragt nicht warum es nicht mehr passt. man fragt nicht was es gekostet hat. man wirft es einfach weg.
          
          ich sollte glücklich sein. ich weiß das. das ist der teil wo ich in den spiegel schauen soll und denke: wow. sieh dich an. fortschritt. das ist buchstäblich das ziel. der ganze punkt von allem. kleidung die nicht mehr passt ist der beweis dass ich gewinne.
          
          und für eine sekunde habe ich es fast gefühlt. diesen funken zufriedenheit. diese stimme in meinem kopf die sagt: siehst du? du hast es geschafft. du bist nah dran.
          
          ..nah dran… woran eigentlich?
          
          denn jedes mal wenn ich „nah dran“ bin ändert sich die bedeutung. das zielgewicht rutscht einfach weiter nach unten. „ups. mein fehler. hast du falsch verstanden. das war nicht das echte ziel. versuchs nochmal. ein bisschen mehr. nein .. mehr als das. weiter.“
          
          die ziellinie läuft rückwärts. das unmögliche von gestern ist die erwartung von heute. der erfolg von heute ist die peinlichkeit von morgen.
          
          ich glaube nicht dass es überhaupt ein endziel gibt.
          ich glaube nicht mal dass es jemals eines gab.
          
          es gibt keine ziellinie. (und selbst wenn doch .. ich würde sie wahrscheinlich nicht erkennen selbst wenn sie mir ins gesicht schlagen würde)
          

-REDBUNNYYYY

          es ist erbärmlich.
          
          ich weiß dass es erbärmlich ist. ich bin mir schmerzhaft, peinlich bewusst, wie unerträglich mich meine essstörung macht. mir ist völlig klar dass das erbärmlich ist. mir ist völlig klar dass ich anstrengend bin, mit mir zusammen zu sein. „ich habe angst.“ „ich fühle mich fett.“ „ich kann nicht aufhören an essen zu denken.“ ja. ich weiß. ich wäre von mir auch genervt. ich bilde mir nicht ein dass mich das tiefgründig oder tragisch macht. es macht mich langweilig und unausstehlich. herzlichen glückwunsch, du hast es bemerkt.
          
          ich wache auf und das erste, was ich tue, ist bodychecking. ich drehe mich, ich starre, ich messe. dann werde ich gezwungen zu essen und checke meinen körper sofort wieder, nur um sicherzugehen, dass ich nicht plötzlich in den letzten fünf minuten 5 kilo zugenommen habe.
          
          ich kann nicht mehr als 800 kalorien am tag essen. super spaß. absoluter knaller. wahrlich der höhepunkt meiner menschlicher existenz. das sollten wir feiern. nein, wirklich. machen wir ein event draus. konfetti überall. medaillen um meinen hals. stehende ovationen. vielleicht eine rede. oder gebt mir einen goldstern. den hänge ich an den kühlschrank den ich mich nicht traue zu öffnen. schaut her, ich bin selbstreflektiert und elend. doppelte punkte.
          
          alle sagen mir, ich sei „nicht fett“. wow. unglaublich. bahnbrechend. lebensverändernde information. mein gehirn hört das. ich fühle mich trotzdem riesig. ich fühle mich trotzdem ekelhaft.
          
          ich weiß dass ich langweilig geworden bin. ich weiß dass ich nur noch über essen, meinen körper und kalorien rede die für niemanden sonst eine rolle spielen. ich weiß dass die leute die augen verdrehen und denken: nicht schon wieder. glaub mir, niemand ist davon genervter als ich
          

-REDBUNNYYYY

„ich nehme nicht wirklich den emotionalen tribut von menschen. deine probleme bleiben deine probleme, meine bleiben meine.“
          
          ich hätte deine last getragen wenn es dir das atmen leichter gemacht hätte. ich hätte deine traurigkeit geschluckt wenn es dir einen moment frieden gegeben hätte. ich hätte für dich geblutet wenn es bedeutet hätte, dass du meine hand hältst wenn es weh tut.
          
          aber du hältst sie nicht. du lässt mich da stehen
          
          ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. ich weiß nicht wie ich mich sicher fühlen soll, wenn mein ganzes ich bei dir liegt und du es nicht erwiderst