Kapitel 1
Der beißende Geruch von Rauch ließ ihn aufschrecken.
Flammen loderten in seinem Zimmer. Die Holzläden brannten fürchterlich. Funken zischten in der Luft. Hitze griff ihn von allen Seiten an.
Panisch suchte er einen Ausweg. Der Rauch schnürte ihm die Kehle zu. Jeder Atemzug schmerzte. Er kannte das Zimmer, doch war er nicht in Gaia ins Bett gegangen? Der junge Magier spürte, wie etwas versuchte, in ihn einzudringen. Eine Macht, die versuchte, an ihm zu zerren.
Er zuckte, als ein brennender Schrank zusammenkrachte. Panik erfasste ihn. Der Palast könnte über ihm zusammenbrechen.
Er versuchte einen ruhigen Gedanken zu fassen, doch etwas Fremdes drang tief in seine Seele ein.
„Vertraue dir, Hüter des Gleichgewichts!“, hallte plötzlich durch den Raum.
Mit den sanften Worten verzog sich seine Benommenheit. Der bedrückende Einfluss ließ sich davon nicht erschrecken. Er spürte weiter, wie etwas nach seinem Geist griff.
Ein Weg zwischen den Flammen offenbarte sich.
Er sammelte seine Gedanken und sprang. Das Feuer versenkte leicht seinen Pelz, doch spürte er keinen Schmerz. Ohne einen weiten Gedanken daran zu verlieren, verließ der Junge sein Zimmer. Im Gang brannte es ebenso lichterloh.
„Wo sind alle? Wo sind die Wachen? Wo sind die Diener? Haben sie mich hier alleingelassen?“, schoss es durch seine Gedanken.
Der Prinz tastete sich vorwärts.
Die Umgebung fühlte sich so fremd an. Das war nicht das Consilium, das er seit der Kindheit kannte.
Mit jedem weiteren Schritt verlor der Thronerbe die Hoffnung, jemanden zu finden.
Plötzlich stieß er mit den Pfoten gegen etwas. Mühsam inspizierte der Junge den Boden. Er schreckte zurück, als vor ihm eine verkohlte Leiche lag:
„Bitte! Sei nicht Mama oder Noah!“
„Blue, verliere die Hoffnung nicht!“, schallte es durch den Gang.
„Wer bist du? Warum hilfst du mir nicht?“, schrie Blue und atmete ungewollt einen Schwall Rauch ein.
Er verstand höllisch hustend kaum die Worte der sanften Stimme: „Ich war immer da …