Ein Anzugträger mit Blumen. Keine Rosen, zu unpassend für den Anlass, einem Besuch einer geschätzten Bekanntin. Sie war zum Silvesterdinner da gewesen, nun war es an ihm.
Den Krawattenknoten ein letztes Mal hochgeschoben, ein Blick auf die Uhr am Handgelenk, ehe die Schwelle überschritten wurde. Womöglich genau passend zur Mittagspause. Im Büro überflog er erst die Wände, knapp, ehe die Augen Soul erfassten. Dem Stil treu geblieben, etwas androgyn. Persönlich gefiel es, ihr stand es.
„Guten Mittag, die Dame. Ich hoffe, ich störe nicht.“ Die eingewickelten Blumen wanderten zusammen mit dem Kuvert über den Arbeitstisch.
„Falls doch, dann nicht allzu lange.“ Minimal hoben sich die Mundwinkel, voll Absicht. „Ich hatte es angekündigt. Das nächste Mal würde ich selbst vortreten.“ Bedeutsam schob er die förmliche Einladung auf Briefpapier in ihre Richtung. „Obgleich ich wohl ein Jahr zu spät bin.“ Sie allein verstand, was gemeint war. Nichtsdestotrotz war dies die Haltung, die er einnehmen wollte. „Die Details...“ Behandschuhte Finger trillerten zwei Takte über das Schmuckpapier. „Wo immer es einen hinzieht, ich wünsche viel Vergnügen.“ Abgerundet von einem kurzen Griff an die Hutkrempe.