Hier eine kleine Leseprobe:
Dann spürte ich ihn. Die Wärme an meinem Rücken, den festen Arm über meiner Hüfte, sein Atem ruhig und gleichmäßig an meiner Haut. Fives. Der Gedanke kam leise, ohne Panik, ohne dieses sofortige Zusammenzucken, das ich sonst hatte.
Und genau das machte mir mehr Angst als alles andere.
Seine Hand war schwer auf meiner Seite, als würde sie ganz selbstverständlich dorthin gehören, als hätte er nie woanders gelegen. Vorsichtig drehte ich den Kopf ein Stück und sah ihn an.
Im Schlaf wirkte er anders. Weicher. Die Härte, die er sonst immer mit sich trug, war verschwunden. Seine Stirn entspannt, die Lippen leicht geöffnet, sein Atem ruhig. Mein Blick glitt langsam über ihn, ohne dass ich es wirklich kontrollieren konnte. Über die Linien seines Gesichts, den Ansatz seines Halses, weiter über seine Schultern.
Selbst im Schlaf war da diese Spannung in seinem Körper, diese rohe Stärke, die ich viel zu gut kannte.
Ohne nachzudenken hob ich die Hand und strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht.
Seine Haut war warm unter meinen Fingern. Er reagierte sofort, noch bevor ich die Hand zurückziehen konnte. Sein Arm zog sich fester um mich, seine Finger spannten sich leicht an meiner Hüfte und er zog mich näher, bis kein Abstand mehr zwischen uns war.
Sein Gesicht sank tiefer an meinen Hals, sein Atem strich langsam über meine Haut, und ein leises, verschlafenes Geräusch entwich ihm. Mein Herz zog sich zusammen, diesmal stärker, enger. Ich hätte mich lösen können. Ich wusste das. Tat ich nicht.
Meine Finger glitten stattdessen langsam über seinen Arm, spürten jede Kontur, jede Spannung unter seiner Haut. Als meine Hand seine fand, schlossen sich seine Finger wie von selbst um meine. Fester. Bewusster.
„Du starrst", murmelte er rau gegen meine Haut, noch halb im Schlaf.
Ein leises Schnauben entwich mir.
„Du sabberst."
Ein tiefes, leises Lachen vibrierte gegen meinen Hals und jagte mir eine Gänsehaut über den Rücken.
„Lüge."