TEIL 2:
Aber keiner fragt,
woher ich weiß,
wie sich Zerbrechen anhört.
Keiner fragt,
warum ich Wolken so gut lesen kann.
Warum sie für mich Menschen sind:
kurz da,
kurz nah,
kurz alles –
und dann verschwunden
hinter einem Himmel,
der so tut, als wäre nichts gewesen.
Warum erinnerst du dich an den Kuss,
aber nicht an das Gefühl?
Weil es zu schön war.
Weil Wahrheit manchmal zu grell ist
für ein Herz, das sich schützen will.
Und dann bleibt Leere.
Leere, die brennt.
Erinnerungen, die schmerzen,
bis Liebe zu Hass wird –
nicht weil du nie geliebt hast,
sondern weil du es zu sehr getan hast.
Du hasst sie dafür,
dass sie ging,
als es bei dir schwer wurde.
Als du einmal nicht stark warst.
Als du selbst am Rand standest
und jemand gebraucht hättest.
Doch selbst da
musstest du stark sein.
Für sie.
Um sie nicht zu verlieren.
Und während alle glauben,
ich sei das sichere Ufer,
der feste Boden,
die Antwort auf alles –
frage ich mich leise:
Wer ist stark für mich?
Und die Antwort kommt
ohne Zögern,
ohne Trost,
ohne Applaus:
Nur ich.