Kapitel 7
Am nächsten Tag wurde Freya von Damian geweckt, weil er eine Überraschung für sie hatte. Er war aufgeregt und sorgte dafür, dass sie kaum Zeit hatte, nachzudenken, während sie sich fertig machte. Melody war ebenfalls schon wach, was an Selene lag, die sich um das das Mädchen kümmerte.
Hundemüde hörte Freya zu, wie die beiden im Nebenzimmer miteinander sprachen und sie stellte fest, dass Selene sehr gut mit Melody umging. Sie erklärte viel, erzählte und verband die täglichen Dinge wie Anziehen spielerisch. Das fachte Melodys Fantasie wohl noch mehr an.
Mit klitzekleinen Augen bürstete Freya ihre Haare und flocht sie automatisch zu zwei Zöpfen. Ihre Bewegungen waren eher langsam, aber sie sah Damian an. Was er wohl geplant hatte?
"Wir machen nach dem Essen einen Ausflug", sagte er und beobachtete sie genau, als würde er abschätzen, ob sie Lust hatte oder nicht.
„Wohin?", fragte Freya gähnend, aber gespannt, und stand auf, um sich die leichte Jacke überzuwerfen. Beim Blick aus dem Fenster zog sie diese allerdings wieder aus. Draußen schien die Sonne und die Vögel zwitscherten. Für Freya fühlte es sich so an, als würde das Wetter sie verspotten wollen.
"Erst einmal in die Stadt", sagte er schmunzelnd, während er ihr ein Kleid hinhielt, das Freya überraschte. Es war einfach, aber ihre Größe. Zudem kam es aus Damians Kleiderschrank.
Mit schief gelegtem Kopf betrachtete sie das hellrote Kleid und nahm es entgegen. „Seit wann besitzt du Frauenkleider?", fragte sie spöttisch. Vielleicht gehörte es Rosa. Sie waren beide ungefähr gleich groß. „In die Stadt? Was hast du jetzt schon wieder geplant?"
"Die habe ich schon länger hier hängen", gestand Damian nüchtern. "Mutter war der Meinung, dass du Kleidung bräuchtest, wenn du mich besuchen kommst. Sie hat einige anfertigen lassen."
Fassungslos starrte Freya ihn an. „Sie hat was?", quietschte sie entsetzt. Woher wusste Selene ihre Größe? Die Kleider mussten wahrscheinlich alle umgeändert werden. Freya war sich sicher, dass sie in diese nicht passte.
Damian lachte leise. "Sie war damals mit helfen, als ich das eine Kleid für den Abschluss für dich besorgt habe", gestand er etwas verlegen. "Dabei muss sie wohl deine Größe herausgefunden haben. Ich schwöre, dass ich nicht wusste, was für eine Lawine ich auslöse."
Langsam kam Freya auf ihn zu und boxte ihm leicht in die Seite. Das konnte doch nicht wahr sein. „Ist dir nicht einmal aufgefallen, dass ich seitdem zugenommen habe?", fragte sie mit hochgezogenen Augenbrauen. Seit sie auf die Kohatu ging, war sie nicht mehr so schlank wie zuvor, was einfach an dem guten Essen lag. Dabei trainierten sie zwar, aber es reichte nicht aus, weshalb sich Freya sowieso vorgenommen hatte, mehr Sport zu machen.
Damian zuckte die Schultern. "Probier es an", sagte er, weil er wohl trotzdem glaubte, dass es passte.
Freya zog sich ihr Nachthemd aus und schlüpfte ohne Probleme in das Kleid. Der Stoff fühlte sich auf der Haut wirklich gut an. Er war leicht und luftig. Genau das Richtige bei dem Wetter. Der Rock ging ihr bis über die Knie und ließ Freiheit beim Bewegen. Was Freya sehr gefiel, war der breite, weiße Gürtel mit einer silbernen Schnalle, sowieso den weiten Ausschnitt, der jedoch nicht zu viel Dekolleté zeigte. „Es ist sehr angenehm zum Tragen", gab sie zu und warf einen Blick in den Spiegel. Auch, um es am Rücken zu schließen.
"Und?", fragte Damain belustigt, der zu ihr kam, um zu prüfen, ob alles richtig saß.
„Es gefällt mir", gab die junge Frau unumwunden zu. Das helle rot passte auch gut zu ihren weißblonden Haaren, die sie wieder öffnete. Mit Zöpfen sah es zu kindlich aus und sie hatte das Gefühl, dass das nicht dazu passte.
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Die Magie der Steine - Eis (Band 5) [Leseprobe]
FantasyDas neue Semester beginnt für Freya alles andere als gut. Der Verlust ihrer Familie macht ihr zu schaffen, doch Damians Familie ist für sie und Melody da. Es gibt einige Überraschungen, die ihr Leben auf den Kopf stellen. Als sie zurück in die Schul...