Ein durchwachsener Umzug

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POV: Amy
Es ist gerade 07:30 Uhr an einem Sonntag Morgen und eigentlich würde man mich um diese Uhrzeit nur mit Gewalt geweckt bekommen, jedoch liege ich schon seit Stunden wach. Ich beobachte das Farbenspiel der aufgehenden Sonne, die sich durch meine Vorhänge ihren Weg zu der kahlen weißen Decke meiner Großmutter bahnt. Meine Knochen fühlen sich an wie Blei und ich bewege mich kein Stückchen, da ich fürchte dann zusammenzubrechen. Meine Laune hat gerade ihren absoluten Tiefpunkt erreicht und wenn mich jetzt Irgendwer angesprochen hätte, wäre ich vor Wut an die Decke gegangen.
Grund dafür war war dieser beschissene gestrige Tag...

~24 Stunden zuvor~
POV: Amy
Relativ früh, für meine Verhältnisse, mache ich mich um 10:30 Uhr auf den Weg zu einem nahe-liegendem Bauernhof, dessen Besitzerin Susi (kurz für Susanne) eine gute Freundin meiner Oma ist. Ihr Mann ist vorheriges Jahr verstorben und sie kann die ganze Arbeit mittlerweile nicht mehr alleine bewältigen. Ihre Tochter mit Familie wird diesen Betrieb übernehmen und sie zieht in eine kleine Wohnanlage am Ende der Stadt um etwas mehr Ruhe zu bekommen und trotzdem in der Nähe ihrer Liebsten zu sein. Heute steht der Umzug bevor und viele ihrer Bekannten und Freunde inklusive uns, helfen ihr, die Möbel und Besitztümer zu verstauen und transportieren.
So kommt es dazu, dass ich mich nun in einem Bequemen Outfit auf den Weg zu besagten Bauernhof mache. Es sind schon um die 20 Grad draußen und die Sonne steht hoch am Himmel. Überall duftet es nach frischen Blumen und man kann die Vögel in den Bäumen zwischen hören.
Mit einem Grinsen im Gesicht komme ich kurze Zeit später an. Es ist schon viel los, überall laufen Menschen mit Kisten und Gegenständen durch die Gegend und verstauen diese in dem großen LKW auf dem Hof, oder suchen passende Veropackungsmöglichkeiten.
Ich mache mich auf den Weg zur Eingangstür und werde zwischendurch von ein paar Leuten begrüßt. Eigentlich komme ich aus Köln, jedoch sind gerade Sommerferien und da ich kein wirklich gutes Verhältnis zu meinen Eltern habe, verbringe ich diese wie jedes Jahr hier in Cobh. Über die Jahre durfte ich ziemlich viele nette Menschen kennenlernen.
Als ich im zweiten Stock angekommen bin, erspähe ich meine Oma, die mit Susi gerade dabei ist, die große Blumenwasen-Sammlung in Kartons zu verstauen. Ich begrüße beide mit einer Umarmung und beginne damit, ihnen zu helfen. Meine Gedanken driften immer wieder ab, zu irgendwelchen unnötigen Dingen und ich kann dem Gespräch, der zwei älteren Damen nicht wirklich folgen. Nachdem alles verstaut ist, mache ich mich daran, alles zum Transportmobil zu bringen.
Als ich wieder oben ankomme, nehme ich eine mir nicht bekannte Stimme wahr und gehe um die Ecke. Doch die Person die gerade gesprochen hat bringt mich so aus der Fassung, dass ich eine Kiste übersehe, die vor mir steht und Bekanntschaft mit dem Boden mache. Also mehr blamieren hätte ich mich jetzt nicht können. Der Junge mit den langen braunen Haaren, den ich seit kurzem manchmal beim Singen beobachte, steht vor mir und hält mir seine Hand hin um mich wieder nach oben zu ziehen. Als ich nun vor ihm Stehe und immer noch kein Wort rausbringe, macht er nun endlich den Anfang:
Paddy: „Du solltest dein Handgelenk besser kühlen gehen, der Aufprall sah nicht gerade gut aus."
Mit hochrotem Kopf erwiderte ich so gelassen wie möglich: „Ach was, das geht schon, so schlimm war es nicht."
Skeptisch sah er mich an bis ich endlich erwiderte: „Schon gut ich gehe ja schon." Dabei hob ich abwehrend die Hände und machte auf dem Absatz kehrt, als ich plötzlich am Arm zurück gezogen wurde, da ich sonst schon wieder über die gleiche Kiste gestolpert wäre. Innerlich fluchend drehte ich mich zu ihm um: „Danke, ich sollte wirklich besser aufpassen wo ich hinlaufe." Lachend bejahte er dies nur und wir stellten uns noch gegenseitig vor. Als ich dann endlich aus seiner Sichtweiten war, lies ich die ganze angehaltene Luft mit einem Seufzer aus meiner Lunge raus und setze mich draußen auf ein paar Treppenstufen. Ich vergrub meinen Kopf in meinen Händen und versuchte meinen Herzschlag zu beruhigen.
Nachdem ich dies geschafft habe, mache ich mich wieder dran weiterzuhelfen.
Wir sind noch den ganzen Tag damit beschäftigt, alles auszuräumen. Als ich gerade gehen wollte, kam Paddy wutentbrannt auf mich zugestürmt.
Paddy: „Ich will nicht, dass du mir je wieder beim komponieren zusiehst! Hast du das verstanden?"
Langsam konnte ich nur nicken. Sein Kiefer war stark angespannt und seine Hände zu Fäusten geballt, jedoch lag in seinem Blick eher Angst.
„Ich hoffe wir werden uns in den nächsten Wochen nicht über den Weg laufen", das war das letzte was er sagte, bevor er sich umdrehte und verschwand. Verwirrt, traurig und mit mulmigen Gefühl machte ich mich auf den Weg zurück nach Hause. Ich hätte ihn vielleicht nicht beobachten sollen, aber ich weiß nicht warum er so extrem darauf reagiert. Vermutlich war es meine Oma, die ihm davon erzählt hat. Ich lasse mich einfach nur noch in mein Bett sinken und bin mir sicher, heute überhaupt nichts mehr zu machen...

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⏰ Letzte Aktualisierung: Apr 20, 2022 ⏰

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