Trauriges Haus

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"Hey Papa, ich gehe raus"

Doch eigentlich gehe ich nicht, ich renne von Zuhaus.
Warum muss ich immer fliehen?
Hilft man mir auf, lässt man mich liegen, wird man mich hassen oder lieben?

Vielleicht finde ich mich später, ich renne Kilometer, weiter weg von meiner selbst, bis ich nichts mehr sehe und auf einem einsam Fleck, hilflos zergehe.

Unter einer Brücke suche ich nach meiner Zukunft.
ICH bleibe nicht zurück, doch Stücke von mir bleiben auf dem Weg liegen.
Diese Stücke werden sich in viele dumme Gedanken verlieben, doch langsam einen nach dem anderen aussieben.

Doch selbst wenn ich die Richtigen finde, muss ich dorthin zurück, deshalb bin ich niemals ein Finder von Glück.

Denn dort wo ich wohnte, mit Blutsverwantden, die selbst mein jüngstes ich verdammten, lässt man mich wieder ganz allein, eine gescheiterte Existenz sein.

Aus diesem traurigen Haus, versuche ich stets abzuhauen, doch was ich auch tue, ich bin das Haus und ich kann nicht aus mir selbst hinaus.

Ich sammle meine Stücke auf, um sie wieder zusammenzusetzen, doch sie passen nicht mehr zusammen, egal ob mit Kleber oder Blut.

In mir brennt eine leise Glut, die versucht mich zu ändern, damit es nicht mehr so weh tut.

Ich versuche zu vergessen wer ich bin, doch verfolgt der Spiegel mich, und ich sehe ihn, diesen jemand.

Irgendjemanden, nicht mich.

Teer in der Brust, ich atme nicht.
Die Luft ist giftig, schwer, wenn ich atme sterbe ich.
Doch tu ich es mit Freude, denn wo ich bin, sterbe ich sowieso, morgen oder heute.

Nur eine Frage der Zeit, wie lang meine Gesundheit noch reicht.

Sie sagen mir zwar, dass ich ich es schaffe, ich sei doch so stark, so schön wenn ich lache, doch verstehen sie nicht, wie sehr ich ich leide, jeden Tag, still und leise bis aufs Mark.

Also schreibe ich dies für die Tage an denen ich mich Frage ob ich das alles noch ertrage, ob ich doch den Schritt wage und mich für ewig vergrabe.
Für alle, die denken, es könnte ihre Schuld sein: ich teile euch mit ein ehrliches nein.

Mama ich will nicht, dass du weinst, obwohl du gerade mehr Erzeugerin, als Mama für mich heißt.
Du weißt, dass mich das was passiert ist für immer zerreißt, doch trotzdem verspüre ich dankbarkeit, dass du deine Trauer mit mir teilst.

Nein Papa, es war nie einfach mit mir, weil ich mich nie sicher oder geliebt gefühlt habe bei dir, doch ich will, dass du weißt, dass ich dir auf ewig dankbar bin, für den Versuch, mich zu verstehen.

An alle die mich liebten, mich hassten oder bekriegten, du kannst niemandem der sich nicht selber liebt, sagen er wäre das einzige was es für dich gibt, denn am Ende des endlosen Kriegs, wurde ich trotzdem nie genug geliebt.

Also nein, ihr habt mich nicht geliebt, nicht geschätzt.
Ihr wolltet nur nicht alleine sein und ich war perfekt, denn zu meinem Wortschatz gehört kein "Nein".

An meinen Stiefvater, du warst stets ein schlechter Partner, triefst nur vor Verrat, ja du bist ein schreckliches Wesen, aber nicht der Grund falls ich gehe.

Der Grund bin ich.
Meine Stimme, mein Gesicht, sogar mein Spiegelbild wendet sich gegen mich, wenn meine Hoffnung erlischt.
Ich stellte fest, dass ich selbst mein Größter Feind bin.
Statt "ich liebe mich" sage ich mir "niemand braucht dich".

Ich habe mir selber mehr angetan als jede andere Person es jemals könnte, weil ich mir   nicht einmal essen gönnte.
Ich schaute auf meine gebrochene Seele herab und alles was ich verspürte, war Selbsthass.

Meine eigenen Gedanken nehmen mir all meinen Mut, sagen mir ich wäre nicht genug, doch ich will nur, dass es nicht mehr so weh tut.

Doch habe ich mich schon oft so gefühlt.
Ich bin meistens still, mein Geist betrübt.
Was passiert wenn meine Kraft nicht mehr genügt?
Woher soll ich wissen, dass mein Kopf mich extra anlügt, um mich dazu zu bringen von der Klippe zu Springen?
Werde ich mein restliches, erbärmliches Leben damit verbringen?

Ich weiß es nicht.
Ich wusste nie irgendwas.
Genau als ich dachte, ich Verstand das Leben,
musste es mir einen riesigen Tritt namens Depressionen geben.
Also falls ich es nicht mehr schaffe aufzustehen, ich werde niemals euch die Schuld geben, denn am Ende würde ICH mir das Leben nehmen.





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⏰ Last updated: Oct 12, 2025 ⏰

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