Mittlerweile war mein Zimmer komplett eingerichtet. Es war größer als mein altes in Berlin,aber dunkel.
Zu dunkel.
Es war das Gegenteil von meinem alten Zimmer,das ich so geliebt habe.
Die Möbel waren dunkel. Der Boden war dunkles Parkett.
Die Wände waren dunkelgrau gestrichen.
Nur die Gardinen waren eine Ausnahme. Sie waren weiß.
Ich öffnete den noch leeren Kleiderschrank und starrte ihn an.
So viel Platz hatte ich nie gehabt.
Ich schaute weiter durch den Raum.
Gegenüber vom Kleiderschrank stand ein Schreibtisch. Aus dunklem Holz,mit einer Glasplatte. Davor sah ich einen Drehstuhl in Schwarz,der alles andere als gemütlich aussah.
Ich öffnete meinen Koffer und räumte lustlos meinen Kleiderschrank ein.
Meinen Laptop legte ich auf die Glasplatte des Schreibtisches,der ich aber irgendwie nicht vertraute.
Sie wirkte so zerbrechlich. Als würde sie unter der kleinsten Last zusammenbrechen.
Aber ganz ehrlich-genauso fühlte ich mich.
Als würde ich jeden Moment zusammenbrechen.
In der Ecke neben dem Schrank stand ein Schuhschrank,in den ich meine wenigen Paare Schuhe stellte.
Der Akku meines Handys war leer.
Super.
Ich wollte bei meiner besten Freundin Anna anrufen. Ich hatte seid drei Tagen nicht mit ihr gesprochen. Und ich brauchte sie.
Seufzend schloss ich mein Ladekalbel an mein Handy an und steckte es in die Steckdose.
Himmel,diese Dunkelheit machte mich beinahe wahnsinnig. Ich öffnete die Vorhänge und das Fenster.
Frische Luft strömte in das neue Zimmer.
"Fiona?"
Ich zuckte zusammen,als ich die Stimme meiner Mutter hörte.
Sie öffnete behutsam die Tür und steckte ihren Kopf herein.
"Alles in Ordnung?"
Ich nickte und kämpfte gegen die Tränen an.
"Ja."
Meine Stimme zitterte.
"Hey...also,du kannst sofort wieder nach Berlin gehen,wenn du willst. Dann rufe ich deinen Vater an und er kommt zurück aus Barcelona."
"Nein...ist schon okay."sagte ich leise.
Mein Vater war mit seiner neuen Frau und ihrer gemeinsamen Tochter Angelina nach Barcelona geflogen,um etwas Urlaub zu machen. Und wenn es ihnen dort gefiel,wollten sie sich dauerhaft dort niederlassen.
Deswegen musste ich nach München zu meiner Mutter ziehen.
Mom presste die Lippen zusammen.
"Na gut. Aber wenn was ist,sag mir nur Bescheid,ja?"
"Ja!"fuhr ich sie an.
Sie zuckte zusammen und schloss die Tür wieder.
Ich hätte meine Mutter nicht so anfahren sollen. Aber ich war einfach gereizt. Und ich hasste es,wenn man mich so ausfragte.
Ich zog den Reißverschluss meines leeren Koffers zu und schob ihn unter das Bett.
Dann setzte ich mich auf den unbequemen Drehstuhl am Schreibtisch,startete meinen Laptop um Anna anzuschreiben.
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Ich hoffe das erste Kapitel hat euch gefallen:)❤
