THIRTYTHREE

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3528 Wörter, meine Lieben!! Es ist ein wenig lang, aber ich wusste nicht wirklich, wo ich einen Schnitt machen sollte. Ich hoffe durch dieses Kapitel, wird die Sache mit der Unsterblichkeit noch mal ein wenig klarer.

Viel Spaß beim Lesen!

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„Sind in der Küche." Brüllte Julius durchs Haus. Scheinbar hatte er gehört wie ich Richtung Wohnstube abbog. Die gesamte Zeit über hatte ich mich gefragt, woher er immer wusste, wo ich mich befand. Denn das gerade eben kam heute nicht das erste Mal vor. Doch nachdem ich jetzt wusste, dass sie Lykae waren, ergab vieles mehr Sinn. Logan hatte mir verraten, dass ihre Sinne immer wesentlich besser als die, der Menschen waren. Neben ihren ausgezeichneten Sinnen waren die Lykae auch schneller, stärker und nicht zu vergessen unsterblich. Eine Sache, die ich noch nicht verstand, über die ich mir jedoch definitiv Gedanken machen sollte.

Mit den gestrickten Socken, die ich hier immer als Hausschuhe überzog, rutschte ich über die Fließen im Flur Richtung Küche. Sehr zum Leidwesen meiner Mutter und auch unzähligen Socken, die ich so zerstörte, hatte ich diese kindische Angewohnheit immer noch nicht abgelegt.

In der Küche waren nur Julius und Ash. Unter Ashs wachsamen Augen schnippelte Julius das Gemüse, während sie selbst etwas in einem alten vergilbten, fast schon auseinander fallendem Kochbuch mit blasser, handgeschriebener Schrift nachlas. Das Teil hatte wahrscheinlich noch das neunzehnte Jahrhundert kennengelernt. Ash liebte es Essen zu kochen und war darin auch unvergleichlich gut. Allein ihre Kochkunst war ein guter Grund regelmäßig hierher zukommen „Hi." Begrüßte ich Julius, schnappte mir ein Brett und Messer ehe ich mich auf den Stuhl neben ihm niederließ um Paprikas zu schneiden. „Wo sind die anderen?" fragte ich.

„Louisa ist wahrscheinlich ausreiten und die anderen beiden dürften noch auf Arbeit sein." Erklärte Julius.

Ich naschte eine Scheibe der rohen Champignons, die er gerade schnitt. „Greif doch nicht ins Messer." Schimpfte er. Ich verdrehte die Augen. Seit Logan da war, hatte ich das Gefühl, dass mich jeder überfürsorglich behandelte. „Hab ich doch gar nicht gemacht." Wehrte ich ab.

„Warum ist Logan noch draußen?" Ash überging unseren kleinen Disput einfach.

„Er muss noch mit Corinne telefonieren."

„Sonst alles okay?" fragte Ash besorgt nach. Wahrscheinlich sorgte sie sich, weil wir nicht sofort herein gekommen waren.

„Klar." Meinte ich. „Und auch mit dem...?" sie stoppt und sah zu Julius. Ach ja, da war ja was. Julius wusste noch nichts von dem Baby.

„Ich kann auch raus gehen, wenn ihr ein Gespräch unter euch führen wollt." Bot dieser sofort an. „Musst du nicht. Du kannst es ruhig wissen." Die Worte gingen mir so leicht von der Zunge, dabei war ich bei weitem nicht so ruhig wie ich mich gab. Es Ash zu erzählen, meiner besten Freundin, war doch irgendwie etwas anderes als ihren Bruder. Noch immer hatte ich Angst vor der Reaktion meiner Mitmenschen. Vor der möglichen Verachtung oder dem Spott, mit dem sie mich strafen würden. Es dürfte jedem klar sein, dass das Baby, so grausam es auch klang, ein Unfall war. Etwas das meine gesamten Pläne durchkreuzte und viele meiner Träume momentan auf Eis legte. Das alles bedeutete nicht, dass ich das Baby weniger lieben würde oder noch schlimmer es hasste. Es war lediglich eine Tatsache, die für mich keine Rolle mehr spielte. Ich hatte mich dafür entschieden, dass Baby zu behalten und zu bekommen. Ich hatte immer Kinder gewollt. Nun kam es eben früher als geplant. Zugegebenermaßen, sehr viel früher, aber ich würde das hinbekommen. Zusammen mit Logan. Trotzdem fürchtete ich die urteilenden Blicke der Leute, wenn sie es herausfinden würden, ganz besonders die meiner Kommilitonen. Ich zögerte, Julius sah mich erwartungsvoll an. „Ich bin schwanger." Platzte ich schließlich mit der Wahrheit heraus. Einen Moment sah ich keine Regung in seinem Gesicht, dann wurden seine Augen groß, sein Mund klappte auf. „Wirklich?" fragte er. Ich nickte vorsichtig. Sofort sprang er auf und schloss mich in seine Arme. „Herzlichen Glückwunsch, Süße." Scheinbar freute sich jeder, bis auf ich selbst, sofort über das kleine Etwas in mir.

[01] SilvesterWo Geschichten leben. Entdecke jetzt