Schreibblockade - Ein Erfahrungsbericht von Saskia Reymann

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(Ich war so verzweifelt, dass ich diesen Text schrieb, um mich abzulenken. Humor hilft eben in blöden Situation meistens am besten. :D Vielleicht erkennt ihr euch ja darin wieder ...) 

Neben Exposé ist Schreibblockade eines der Unwörter für Autoren. Ich habe im untenstehenden Text meine Gedankengänge festgehalten, die mich hin und wieder - oder oft - beim Schreiben plagen.

! Spoileralarm: Ich schließe die dramatischen Szenen mit einem Happy End ab.

Irgendwo ist der Wurm drin.

Ich suche seit Wochen verzweifelt und erfolglos nach meiner Motivation. Nach dem alten Ich, das jeden Abend mindestens zwei Stunden schreiben konnte. Mit Freude, mit Leidenschaft und Ergebnissen. Ja, früher habe ich viel weniger über Logik nachgedacht und an manchen Stellen war mein Schreibstil furchtbar. Aber immerhin habe ich geschrieben.

Jetzt schaffe ich es nicht einmal, mich eine lächerliche halbe Stunde auf den Text zu konzentrieren. Obwohl das nervige Handy außerhalb meiner Reichweite und meines Sichtfeldes liegt, bin ich innerlich unruhig und unkonzentriert. Bei der Musik singe ich mit, mein Zimmer ist interessanter als das weiße Dokument vor mir und mein Kopf ist leer. Na gut, dann höre ich halt Instrumentalmusik und schalte das Licht aus, sodass ich im Dunklen sitze. Aber was mache ich gegen den leeren Kopf?

Plotten!

Das bekomme ich sogar relativ gut hin. Doch dann hakt es beim Schreiben. Ich weiß, wie es weitergeht, bekomme aber keinen vernünftigen Satz zustande.

Gibt es eigentlich ein Synonym für gereizt?

Vielleicht ist es doch nicht so gut, Charakter X jetzt so handeln zu lassen. Passt das überhaupt zu ihm? Und war er vor fünf Minuten nicht noch todtraurig? Wieso lacht er jetzt schon wieder?

Alles unlogisch.

Jetzt alles zu löschen, ist aber auch doof. Dann habe ich eine volle Stunde verschwendet. Vielleicht kopiere ich die guten Sachen erst einmal raus und füge neues hinzu. Da muss doch noch was zu retten sein.

Oh nee! Die Musik ist viel zu fröhlich. Meine Prota hat gerade eine traurige Wahrheit erfahren. Helfen Natursounds vielleicht besser? Aber in der Szene kommt doch kein Wald, kein Meer und auch kein Wasserfall vor. Die sind in einem ganz normalen Haus in der Kleinstadt!

Kann es sein, dass der Bildschirm zu hell ist?

Ich schreibe den Dialog schon mal auf und ergänze später den Rest. Dann habe ich wenigstens etwas geschafft. 

Während andere Autoren in einer Stunde tausend Wörter schaffen, habe ich mit viel Glück dreihundert da stehen.

Stopp mal kurz ... Warum mache ich mir so einen Stress?

Was andere tun oder nicht tun, kann mir doch egal sein. Wenn es mal ein, zwei, vielleicht auch vier Wochen nicht so gut läuft, heißt das nicht, dass ich eine schlechte Autorin bin. Irgendwann geht es irgendwie weiter. War doch bisher jedes Mal so. Dann habe ich eben mal Lust, mich in den freien Stunden des Tages mit einer Serie abzulenken. Na und? Das darf ich mir gönnen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Kleine Schritte sind genauso okay wie große.

Ab und zu sollte ich darauf schauen, was ich schon alles erreicht habe und nicht nur darauf, was ich noch nicht geschafft habe.

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