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Teil IV
          Vorsicht vor Doppelungen, im  nächsten Absatz hast du zweimal hintereinander „gab den Blick auf … frei.“ 
          
          Das „Jemand hämmerte von innen gegen sein Rippen, doch es war nur sein Herz“, hm. Da ist so viel Druck auf der Szene und Arges Leben ist bedroht, deshalb hier ruhig einfach zu „Sein Herz hämmerte gegen seine Rippen“ vereinfachen, das wäre für mich dramatischer. 
          
          Nur beim vorletzten Absatz habe ich noch Gemäkel: „Alle Eindrücke, die erdige Luft (sehr schönes Bild!)  das Schnaufen der anderen Geflügelten, sein dumpf pochender Körper, drehten sich in seinem ganzen Körper wie eine große, flirrende Spirale.“ Da hast du wahnsinnig viele Detail hintereinander und auch viele verschiedene, das zerschießt das an sich schöne Bild beim Lesen. Ruhig zwei Sätze daraus machen und das Wort „Eindrücke“ weglassen , das machst du ja durch die Beschreibung sehr schön deutlich, dass das Eindrücke sind: zb. „Die erdige Luft, das Schnaufen der anderen Geflügelten und sein dumpf pochender Körper verbanden sich in seinem Kopf/Körper/Magen zu einer flirrenden Spirale. 
          
          „Er wagte nicht, zu denken“ ist auch wieder so ein Widerspruch in sich- Satz, denn er denkt den ja schon. Daher vielleicht eher: „Er versuchte an nichts zu denken“. Oder ganz weglassen, denn ich finde du hast diese Schocksituation der Schlacht und Arges` Angst wunderbar eingefangen und brauchst da für meinen Geschmack keinen weiteren Kommentar. 
          
          Der letzte Satz ist wieder super, Kapitelendsätze sind so wichtig! Perfekt.

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So, Teil. III und nächstes Kapitel:
          
          „Er wanderte mit dem Blick vom Waldboden zu der metallenen Gestalt, die einige Meter vor ihm an der Seite von Margarete sich einen Weg durch das Gebiet bahnte.“ – zu lang und zu ungenau und den Blick nicht verselbstständigen, aktiver formulieren, und das mit dem „Blick richten auf“ kann man meistens einfach ganz weglassen. Zb: „Ein paar Meter vor ihm kämpfte/schlug/bahnte Bethonys metallene Gestalt sich an der Seite von Margarete einen Weg durch das Dickicht/den Wald/das Gebüsch ( das Gebiet  ist sehr vage, hier ruhig ins Detail gehen) .
          
          Das mit dem Pferdeschwanz, der im Takt ihrer stampfenden Schritte wippt ist super!
          
          „Passt auf! Das Geschrei riss Arges aus seinen finsteren Gedanken ..“ – passt hier für mich nicht so richtig, da er ja vorher schon die finsteren Gedanken beiseitegeschoben hat. Das „Passt auf“ ist ein super Weckruf, du könntest gleich danach mit Action weitermachen. „Passt auf! Irgenwer rempelte ihn an und er fiel zu Boden.“ Dann hast du auch einen unmittelbareren Wechsel zwischen dem Vor-sich-hin-Brüten und der Bedrohung.
          
          Bei den plötzlich auftauchenden Bots habe ich mich ein bisschen gefragt, wo die so schnell herkommen. Du könntest hier noch einen Verortungssatz einfügen: „Ein Dutzen Bots … schwebten von den Baumwipfeln vor ihnen herunter/ploppten wie Pilze vor ihnen aus dem Boden und warfen ihre Tarnumhänge ab“ oder so. 
          Bethonys Action-Reaktion (pflückte es aus der Luft wie eine überreife Pflaume) ist klasse, auch die Beschreibung ihrer Kampftechnik und der Schwalbenvergleich.
          Arges Panik, der Gulaschvergleich und der zu einem Berg wachsende Schatten des Bots sind auch absolut super.

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Teil II:
          Der kurze Schlagabtausch Bethony-Margarete ist sehr schön. Mäkelei nur an „Wie auf Kommando traten hinter ihr Menschen hervor.“ Die können sich ja nicht alle hinter Margarete versteckt haben, sondern haben im Dickicht gewartet. Das dann auch ruhig so schreiben: „… traten hinter ihr Menschen aus dem Dickicht“ – dann hast du auch den Ort wieder mit einbezogen. 
          
          „Die Menge setzte sich nach und nach in Bewegung, ein jeder hatte die Augen fest entschlossen nach vorne gerichtet.“ Vorsicht, auktoriale Erzählstimme. Arges kann nur das sehen: „Ein jeder hatte die Augen (starr) nach vorne gerichtet und WIRKTE fest entschlossen.“ Dann ist klar, es  ist Arges Sicht und seine Interpretation, nicht die Stimme des Autors.
          
          Bei der nächtlichen Szene, wo Margarete Halt machen lässt und sie die Zelte aufschlagen, ging es mir wie Arges – wie jetzt, sie halten schon wieder an ? Diese Marschier -und dann Rast-Szenen hast du einen Tick zu häufig in deiner Erzählung und du brauchst sie hier auch gar nicht. Die an sich sehr gute Aussprache zwischen Bethony und Arges könnte auch während des Marschierens stattfinden. Der Wechsel von Aussprache, Gedanken von Arges und dem Feuer als Bühnenbild ist allerdings super.
          
          „Hier heiligt der Zweck die Mittel“ – sehr schöner, dräuend über der nächsten Szene schwebender Cliffhanger am Ende.

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Hei AniMullation,
          es hat leider doch wieder ein paar Tage gedauert, aber jetzt bin ich endlich zum Lesen gekommen. Vorweg: ich finde die Pause hat dir gutgetan! Du schreibst noch flüssiger und spannender. Dein Wechsel von äußerer Handlung und Beitext (Beschreibung des Settings, innerer Monolog) ist super. 
          
          Nun aber Mäkeleien und Lob für die beiden Kapitel.
          „Das Brennen der Panzerplatten, die teilweise das Sonnenlicht reflektierten, merkte er garnicht.“ Das ist ein Widerspruch in sich. Würde er es nicht bemerken, könnte er es ja auch nicht beschreiben . Hier hast du also einen auktorialen Einschub des Autors, den du umschreiben könntest. Zb: Bethonys Rüstung reflektierte das Sonnenlicht und blendet ihn/schien ihm voll in die Augen, aber er ignorierte es. 
          
          „Die Benommenheit rollte durch sein Hirn wie eine Schüssel Honig, süß und doch sehr zäh. Wie Alera.“  - Da habe ich gleich zwei Kritikpunkte. 1. Eine Schüssel, die rollt? Hm.  Vielleicht eher ein Glas? 2. Der Vergleich mit Alera ist zwar irgendwie süß, aber die Herleitung (Benommenheit) passt für mich nicht. Evtl. einen anderen Bezug herstellen? 
          
          „Bethony nahm sofort Haltung an, die Panzerplatten schabten leicht gegeneinander“ – Das ist ein toller Satz, du charakterisierst damit die Figur, zeigst ihr Outfit und die Situtation. Klasse!

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So, es geht weiter mit: Show don`t tell: „Arges war erstaunt über die Masse an Kämpfern, welche sich zusammengefunden hatte.“ = Kommentar des Autors. Lass ihn das Staunen anders ausdrücken, zb.: Er sieht die Kämpfer hervortreten (sehr schön beschrieben), danach gehst du in den inneren Monolog. „Das waren ja fast 200 Kämpfer. Wo hatte Margarete die denn alle ausgegraben? Hatten sie mit der Masse wirklich/vielleicht eine Chance?“
          
          Sehr gelungen finde ich Arges emotionalen Flashback bzgl. Alera, kein Gemäkel .
          
          Die Aussprache von Bethony und Arges finde ich auch super. Dass es zwischen den beiden kriselt, hattest du ja schon in den Vorkapiteln angefüttert, und hier positioniert sich Bethony deutlich und fordert auch Arges dazu auf, eine Seite zu wählen. Eine klassische „which side are you on“ – Situation der Heldenreise! 
          Das Einzige, was mich irritiert, ist Bethonys Aussage am Anfang: Sie glaubt doch, dass Alera immer noch für die Geflügelten / Arges kämpfen würde, richtig? Warum also muss sie getötet werden? Das habe ich nicht verstanden.
          
          Soviel Gemäkel für heute. Mein Lieblingssatz: Ihre Worte hatten gefrorene Speere in seine Brust gestoßen.
          
          Viele Grüße! 
          GrElf

grumpy_elf

Hey Animullation,
          es hat leider doch etwas gedauert, aber heute bin ich zum Lesen gekommen. Ein sehr emotionales Kapitel, toll dass Arges und Bethony mit ihrer jeweiligen Einstellung zu Alera hier ganz deutlich werden! Inhaltlich gibt es da nicht viel zu mäkeln – eigentlich ist mir nur aufgefallen, dass Arges und Bethony nach relativ kurzer Zeit auf Margaret treffen, sie scheinen dann aber ewig zu brauchen, um mit der Truppe zum Schlachtfeld zurück zu kommen, jedenfalls war das mein Eindruck. Da evtl. nochmal die Zeitlinie checken?
          
          Stilistisch gibt es ein paar Mäkelpunkte, die du vermeiden könntest. Zb. „Die Menge setzte sich in Bewegung… ein jeder hatte die Augen fest entschlossen nach vorne gerichtet.“ Hier sprichst du als Autor, denn Arges würde das so nicht erzählen, er weiß ja gar nicht, ob sie entschlossen sind oder ob pure Angst und Panik sie dazu veranlasst. Er könnte sagen: „… ein jeder hatte die Augen starr nach vorne gerichtet.“ Er beschreibt, was er sieht und das Starre vermittelt gleichzeitig Entschlossenheit, ohne dass du es dem Leser so vorgibst – das wird die Leserin dann selbst hineininterpretieren.
          
           Thema Situation der Figuren und Sprache: „Wir müssen einfach schneller sie besiegen, als dass sie die Mondgeburt auf uns hetzen können. Und darauf können wir uns verlassen.“ Vorsicht vor Dopplungen (können/können) und (sorry) Umständlichkeit. Die drei sind mitten in einem Krieg, die wichtigste Waffe ist vom Feind gekidnappt worden, sie sind total unterlegen. Sie sind also schwer im Stress, zeige das ruhig auch in ihrer Sprache: „Wir müssen sie besiegen, bevor sie die Mondgeburt auf uns hetzen. Und da werden sie.“ 
          Moment, geht gleich weiter ...

grumpy_elf

Mein Lieblingssatz: Die hellen Kacheln kreischen mich an. Achja, und das mit den Schwingen, die durch die Blutlache schleifen ist auch genial! 
          
          So wenig diesmal von mir :-). Ich hoffe ja trotz der nahezu aussichtslosen Situation noch auf ein happy end für Arges und Alera ....
          
          Viele Grüße
          GrElf

grumpy_elf

Deine Absatzführung in diesem Kapitel ist übrigens super! Gerade auch bei dem Teil, der jetzt kommt, mit den einzelnen Gedanken, die nach und nach eintrudeln, und das zeigst du auch im Text, durch die Zeilenabstände. Perfekt !!!
          Auch das mit dem Fettdruck als nachdrücklichem Gedanken ist klasse.  
          
          Klasse auch ihre Reaktion auf den Arzt/Wissenschaftler (ist das wieder der Typ mit der Brille vom Anfang?) und Aleras Gedanken dazu (Gott, er ist so widerwärtig. Warum rede ich überhaupt mit so einer Kreatur.)
          
          Weiter unten, als sie sich real gegenüberstehen gibt es eine Formulierung, über die ich gestolpert bin: "Sein Geruch zwingt sich mir auf (sehr gut!) und misshandelt meine Sinne (zu vage). Wie reagieren Aleras Sinne? Lieber die Reaktion zeigen (sein Geruch zwingt sich mir auf/verursacht mir Übelkeit)
          Weiter unten: Ich muss hier raus, eine unbändige Panik schießt mir durch den Leib. Das "Ich muss hier raus" und die Reaktion darauf (beginnt gegen die Wände zu schlagen) würde da schon reichen. Einschießende Panik ist als Bild abgegriffen und du brauchst die Formulierung hier nicht, weil du ja gleich darauf ihre Reaktion zeigst (show, don`t tell)
          Die Flashback-Szene finde ich sehr stark, auch wenn ich nicht weiß, ob ich sie richtig interpretiere (hat Alera ihre Mutter bei der GEburt getötet?)
          Nur Mäkelei an "Meine Augen werden aufgeschlagen", ich erhebe Einspruch, Augen sind kein Buch und wenn sie jemand von außen öffnen würde, würden sie allenfalls aufgezogen oder meinetwegen geöffnet. Also hier bei Alera bleiben und ganz simpel: Ich öffne die Augen.
          
          Nicht ganz verstanden habe ich das mit der Bestie, die Nahrung fordert - als Bildnis für den Selbsthass/Vorwürfe? Und die dann mit immer neuen Brutalitäten zum Schweigen gebracht werden muss? Das Ende ist dann wieder super. 
          
          Ich hoffe die Figur des supersadistischen ekligen Arztes wird diese Geschichte nicht überleben!

grumpy_elf

Hei Animulllation, 
          das Engel-Kapitel gefällt mir sehr gut. Klar ist es splatterig, aber ich hatte schon mit Schlimmerem gerechnet. Steigen wir mal ein: Vierter Absatz. meine Gliedmaßen sind störrische Kinder finde ich als Bild super. Dass sich die narbengezeichneten Arme kurz darauf selbstständig machen (Personifizierung von Körperteilen) würde ich an dieser Stelle ausnahmsweise akzeptieren, da Alera durch die Schmerzen ja tatsächlich eine Art außerkörperliche Erfahrung durchmacht. Trotzdem: "Ich stemmt meine narbengezeichneten Arme ... "statt "Die Arme stemmten sich" ist direkter und personenbezogener. Kannst du ja mal gucken, was dir besser gefällt.
           
          Nächster Absatz: "Die Hand offenbart sich mir in einem roten Kleid" ist sehr poetisch, an dieser Stelle evtl. etwas zu poetisch. Sie blutet wie verrückt, hat starke Schmerzen, da würde ich evtl. etwas rauer formulieren, es geht hier ja immerhin um eine sehr direkt agierende Figur. (meine Hand troff von Blut/war mit einer blutigen Kruste bedeckt) Das ist zwar konventionell aber an dieser Stelle evtl. direkter. Oder du denkst dir ein anderes aber brutaleres Bild aus (Hand sah aus wie durch den Fleischwolf gedreht) oder so. 
          Im nächsten Absatz kommt wieder das Thema personifizierte Körperteile, und hier würde ich auf jeden Fall die Hand von Alera bewegen lassen, nicht die Hand sich selbst: .. ich lasse meine Hand von meinem Gesicht über meinen Hals wandern." 
          Das mit der Halsverletzung ist sehr anschaulich beschrieben, nur das mit den Gästen in der Kneipe (sehr schönes Beispiel, ist allerdings auch humorvoll und nimmt daher etwas Spannung/Horror raus aber das finde ich gut) etwas vereinfachen: "... wie Kneipengäste, die etwas auf dem Tresen vergessen haben/oder : ... etwas auf dem Tresen haben liegen lassen - das Verb immer möglichst weit nach vorne ziehen.