grumpy_elf

So, es geht weiter mit: Show don`t tell: „Arges war erstaunt über die Masse an Kämpfern, welche sich zusammengefunden hatte.“ = Kommentar des Autors. Lass ihn das Staunen anders ausdrücken, zb.: Er sieht die Kämpfer hervortreten (sehr schön beschrieben), danach gehst du in den inneren Monolog. „Das waren ja fast 200 Kämpfer. Wo hatte Margarete die denn alle ausgegraben? Hatten sie mit der Masse wirklich/vielleicht eine Chance?“
          
          Sehr gelungen finde ich Arges emotionalen Flashback bzgl. Alera, kein Gemäkel .
          
          Die Aussprache von Bethony und Arges finde ich auch super. Dass es zwischen den beiden kriselt, hattest du ja schon in den Vorkapiteln angefüttert, und hier positioniert sich Bethony deutlich und fordert auch Arges dazu auf, eine Seite zu wählen. Eine klassische „which side are you on“ – Situation der Heldenreise! 
          Das Einzige, was mich irritiert, ist Bethonys Aussage am Anfang: Sie glaubt doch, dass Alera immer noch für die Geflügelten / Arges kämpfen würde, richtig? Warum also muss sie getötet werden? Das habe ich nicht verstanden.
          
          Soviel Gemäkel für heute. Mein Lieblingssatz: Ihre Worte hatten gefrorene Speere in seine Brust gestoßen.
          
          Viele Grüße! 
          GrElf

grumpy_elf

Hey Animullation,
          es hat leider doch etwas gedauert, aber heute bin ich zum Lesen gekommen. Ein sehr emotionales Kapitel, toll dass Arges und Bethony mit ihrer jeweiligen Einstellung zu Alera hier ganz deutlich werden! Inhaltlich gibt es da nicht viel zu mäkeln – eigentlich ist mir nur aufgefallen, dass Arges und Bethony nach relativ kurzer Zeit auf Margaret treffen, sie scheinen dann aber ewig zu brauchen, um mit der Truppe zum Schlachtfeld zurück zu kommen, jedenfalls war das mein Eindruck. Da evtl. nochmal die Zeitlinie checken?
          
          Stilistisch gibt es ein paar Mäkelpunkte, die du vermeiden könntest. Zb. „Die Menge setzte sich in Bewegung… ein jeder hatte die Augen fest entschlossen nach vorne gerichtet.“ Hier sprichst du als Autor, denn Arges würde das so nicht erzählen, er weiß ja gar nicht, ob sie entschlossen sind oder ob pure Angst und Panik sie dazu veranlasst. Er könnte sagen: „… ein jeder hatte die Augen starr nach vorne gerichtet.“ Er beschreibt, was er sieht und das Starre vermittelt gleichzeitig Entschlossenheit, ohne dass du es dem Leser so vorgibst – das wird die Leserin dann selbst hineininterpretieren.
          
           Thema Situation der Figuren und Sprache: „Wir müssen einfach schneller sie besiegen, als dass sie die Mondgeburt auf uns hetzen können. Und darauf können wir uns verlassen.“ Vorsicht vor Dopplungen (können/können) und (sorry) Umständlichkeit. Die drei sind mitten in einem Krieg, die wichtigste Waffe ist vom Feind gekidnappt worden, sie sind total unterlegen. Sie sind also schwer im Stress, zeige das ruhig auch in ihrer Sprache: „Wir müssen sie besiegen, bevor sie die Mondgeburt auf uns hetzen. Und da werden sie.“ 
          Moment, geht gleich weiter ...

grumpy_elf

Deine Absatzführung in diesem Kapitel ist übrigens super! Gerade auch bei dem Teil, der jetzt kommt, mit den einzelnen Gedanken, die nach und nach eintrudeln, und das zeigst du auch im Text, durch die Zeilenabstände. Perfekt !!!
          Auch das mit dem Fettdruck als nachdrücklichem Gedanken ist klasse.  
          
          Klasse auch ihre Reaktion auf den Arzt/Wissenschaftler (ist das wieder der Typ mit der Brille vom Anfang?) und Aleras Gedanken dazu (Gott, er ist so widerwärtig. Warum rede ich überhaupt mit so einer Kreatur.)
          
          Weiter unten, als sie sich real gegenüberstehen gibt es eine Formulierung, über die ich gestolpert bin: "Sein Geruch zwingt sich mir auf (sehr gut!) und misshandelt meine Sinne (zu vage). Wie reagieren Aleras Sinne? Lieber die Reaktion zeigen (sein Geruch zwingt sich mir auf/verursacht mir Übelkeit)
          Weiter unten: Ich muss hier raus, eine unbändige Panik schießt mir durch den Leib. Das "Ich muss hier raus" und die Reaktion darauf (beginnt gegen die Wände zu schlagen) würde da schon reichen. Einschießende Panik ist als Bild abgegriffen und du brauchst die Formulierung hier nicht, weil du ja gleich darauf ihre Reaktion zeigst (show, don`t tell)
          Die Flashback-Szene finde ich sehr stark, auch wenn ich nicht weiß, ob ich sie richtig interpretiere (hat Alera ihre Mutter bei der GEburt getötet?)
          Nur Mäkelei an "Meine Augen werden aufgeschlagen", ich erhebe Einspruch, Augen sind kein Buch und wenn sie jemand von außen öffnen würde, würden sie allenfalls aufgezogen oder meinetwegen geöffnet. Also hier bei Alera bleiben und ganz simpel: Ich öffne die Augen.
          
          Nicht ganz verstanden habe ich das mit der Bestie, die Nahrung fordert - als Bildnis für den Selbsthass/Vorwürfe? Und die dann mit immer neuen Brutalitäten zum Schweigen gebracht werden muss? Das Ende ist dann wieder super. 
          
          Ich hoffe die Figur des supersadistischen ekligen Arztes wird diese Geschichte nicht überleben!

grumpy_elf

Hei Animulllation, 
          das Engel-Kapitel gefällt mir sehr gut. Klar ist es splatterig, aber ich hatte schon mit Schlimmerem gerechnet. Steigen wir mal ein: Vierter Absatz. meine Gliedmaßen sind störrische Kinder finde ich als Bild super. Dass sich die narbengezeichneten Arme kurz darauf selbstständig machen (Personifizierung von Körperteilen) würde ich an dieser Stelle ausnahmsweise akzeptieren, da Alera durch die Schmerzen ja tatsächlich eine Art außerkörperliche Erfahrung durchmacht. Trotzdem: "Ich stemmt meine narbengezeichneten Arme ... "statt "Die Arme stemmten sich" ist direkter und personenbezogener. Kannst du ja mal gucken, was dir besser gefällt.
           
          Nächster Absatz: "Die Hand offenbart sich mir in einem roten Kleid" ist sehr poetisch, an dieser Stelle evtl. etwas zu poetisch. Sie blutet wie verrückt, hat starke Schmerzen, da würde ich evtl. etwas rauer formulieren, es geht hier ja immerhin um eine sehr direkt agierende Figur. (meine Hand troff von Blut/war mit einer blutigen Kruste bedeckt) Das ist zwar konventionell aber an dieser Stelle evtl. direkter. Oder du denkst dir ein anderes aber brutaleres Bild aus (Hand sah aus wie durch den Fleischwolf gedreht) oder so. 
          Im nächsten Absatz kommt wieder das Thema personifizierte Körperteile, und hier würde ich auf jeden Fall die Hand von Alera bewegen lassen, nicht die Hand sich selbst: .. ich lasse meine Hand von meinem Gesicht über meinen Hals wandern." 
          Das mit der Halsverletzung ist sehr anschaulich beschrieben, nur das mit den Gästen in der Kneipe (sehr schönes Beispiel, ist allerdings auch humorvoll und nimmt daher etwas Spannung/Horror raus aber das finde ich gut) etwas vereinfachen: "... wie Kneipengäste, die etwas auf dem Tresen vergessen haben/oder : ... etwas auf dem Tresen haben liegen lassen - das Verb immer möglichst weit nach vorne ziehen.

grumpy_elf

Der Cliffhanger ist fast perfekt und sehr schön dramatisch! Nur das mit dem entweichen des Wortes aus dem Mund hast du weiter oben schon verwendet, und es kratzt hart an dem Thema Personifizierung von Körperteilen. Das Wort entweicht ja nicht einfach, er muss es schon bewusst aussprechen. Wenn du hier direkter formulierst verlierst du trotzdem nichts an Dramatik: "Seine mit Staub gefüllten Lungen rasselten und er hatte nur Kraft für ein einziges Wort: Alera" Oder so ähnlich. Jedenfalls würde ich eine der beiden Wortentweichungsstellen ändern oder rausnehmen.
          
          Soviel für heute von mir! Ich bin ja sehr gespannt wie es weitergeht. Alera muss einfach überleben! Bestimmt hat sie vorher das Halsband manipuliert, oder?
           
          Viele Grüße
          GrElf

grumpy_elf

"Sein Kopf fing langsam an, sich aus dem Mantel des Schockzustands zu befreien." Und dann huschen die Augen wieder hin und her, ich bin dagegen!
          
          Großes Gemäkel gleich am nächsten Absatz: Er sieht den schwer verletzten Kameraden und gleich darauf drück Alera ihn an sich. Wo kam die her? Hast du mir als Leserin nicht gezeigt. Oder, wenn sie wirklich überraschend auftauchen soll, sag es deinen Lesern: "Erst jetzt merkte er, dass ihn jemand festhielt. Alera... usw. 
          Gleich darauf hilft er einem Verletzten auf, aber auch hier: Zeig deinen Lesern den Verletzten vorher, den hab ich nirgendwo liegen sehen - Handlungsfolge beachten.
          
          Dass er die Flugzeuge dann ein paar Absätze später erst bemerkt, obwohl er sie ja vorher schon gehört und gesehen hat ist wahrscheinlich ein Flüchtigkeitsfehler. Im Grunde versuchen sie ja unter der steten Bedrohung und im Lärm der Flugzeuge die Verletzten zu retten, richtig? Das könntest du auch ruhig noch für mehr Dramatik nutzen.
          
          Dann wird es wieder wunderbar dramatisch, sehr schön auch die zusaätzliche Dramatik durch das Killerhalsband und die Zeitlupe als Bethony den Knopf drücken will. 
          Kurz vor Schluss hast du eine Namensverwechslung - es sind ja Arges und Bethony und nicht Arges und Alera, die durch die Schockwelle von den Füßen gerissen werden.

grumpy_elf

Jetzt kommt der zerstörte Wald mit dem Todesstreifen, sehr schön. Bei "Er ging in der Reihe direkt hinter Bethony und Alera und hatte ihre Rücken direkt vor der Nase" hättest du die mÖglichkeit, nochmal ranzuzoomen und die Situation noch mehr zu unterstreichen: Zb:  "Er ging direkt hinter .... Bethonys Schultern wirkten selbst unter ihrer Panzerung angespannt, Aleras weiße Haare wehten wie eine Fahne hinter ihr her, während sie mit ausholenden Schritten voranging." Das aber nur als Idee, wenn du zb. den Unterschied zw. den beiden Mädels nochmal zeigen willst. (trägt Alera eigentlich auch eine Rüstung? Habe ich leider vergessen) 
          "Schauer gingen auf seinen Schwingen spazieren" finde ich super!
          "Ein leises Geräusch ließ ihn stehenbleiben" ist okay, aber "seine Augen huschten unruhig hin und her ist Personifizierung der Körperteile :-). Er sah unruhig umher/von rechts nach links/ Er drehte den Kopf geht, Oder: Er drehte seine Augen nach rechts und links. Auf jeden Fall muss klar sein, dass A. die Körperteile bewegt, nicth die Körperteile sich selbst. Etwas später das Gleiche nochmal: Langsam wanderten seine Augen gen Himmel, hm. Dafür müssten sie ja seinen Kopf verlassen, also eher nicht. Das Setting mit der unendlich weit enfertnten Baumlinie ist aber super!
          
          Die Kriegsszene mit dem Beschuss von oben ist sehr stimmungsvoll, die Traumata von Arges total glaubwürdig, echt sehr gut! Mäkelei nur an der Logik: Erst sind die Flugzeugvögel extrem laut, nach dem Angriff herrscht Stille und er hört seine eigenen Atemzüge während gleichzeitig die vogelartigen Silhouetten im Tiefflug und brachial dröhnend (sehr schön die Trompeten) über ihn hinwegziehen. Da ein bisschen mehr auf die Reihenfolge achten, was passiert wann? 
          
          Arges Schockzustand ist wie gesagt super, aber du benutzt "Besinnungslosigkeit", das ist mir hier zu stark, da i.A. nur in Verbindung mit Ohnmacht benutzt. Er ist ja die ganze Zeit mental anwesend, deshalb ist ja auch alles so schlimm. Also vielleicht eher:

grumpy_elf

Hei AniMullation,
          das neue Kapitel ist super spannend und deine Schlachtenregie ist klasse. Brutalität - naja, da habe ich mich mittlerweile dran gewöhnt. Gibt ja irgendwie nichts anderes mehr überall. Wie immer habe ich aber ein paar Feinschliff-Mäkeleien.
          Den Dialog zwischen Alera und Bethony am Anfang finde ich klasse. Es hat sich nur eine Dopplung eingeschlichen: Am Anfang beugt B. sich ja schon über die tote Bot-Konstruktion. Im sechsten Absatz schreibst du dann: "Bethony antwortete nicht sondern trat zu dem leblosen Körper hin und inspizierte ihn kurz." Da sie schon da steht, kannst du den einfach streichen. Das lässt den nächsten Satz auch stärker wirken - sie winkt kurz mit der Hand und die Leiche wird weggeschafft. das macht super nochmal ihre Stellung und die Befehlskette deutlich.
          
          Etwas weiter unten bekommen wir einen Einblick, wie es Arges geht (Schockzustand). Super,  dass hier die Beziehung zu Alera wiederkommt, aber was zur Hölle flüstert sie ihm ins Ohr? Das will ich als Leserin unbedingt wissen. Und wenn er zu geschockt ist, um etwas zu verstehen ist das okay, aber das dann ruhig auch so formulieren (sie flüsterte ihm beruhigend ins Ohr aber er verstand kein Wort).
          Ein ganzes Stück weiter unten: Das ungute Gefühl bevorstehenden Unglücks krallte sich in seinem Magen fest wie eine messerscharfe Klaue - das ist ein tolles Bild, aber evt. etwas gedoppelt. ... krallte sich wie eine Klaue in seinem Magen fest ... würde mir als Bild reichen, denn Klaue und messerscharf habe ich automatisch als Assoziation im Kopf. Dann hast du wieder ein Adjektiv weniger :-)