#96: Numbers make the world go wrong.

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#96: Numbers make the world go wrong. [Personal speech of despair.]

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„Ich bin ehrlich. Ich liebe dieses Leben mit all meinen Fasern, aber ich hasse dieses scheiß System, nachdem wir alle leben. Warum zur Hölle haben Noten so 'ne scheiß verkackt monstermäßige Rolle in unserem Leben? Warum muss man unbedingt in jedermanns Fußstapfen treten und ein perfektes Abi machen, grandioses Studium hinlegen, gut bezahlten Job bekommen, all die ganze Scheiße? Warum?! Ich hasse es, ich hasse es so sehr! Ich weiß, dass es wichtig ist, aber das ist es eigentlich nicht. Wir leben nicht um uns immer weiter zu bilden und immer bessere Noten zu kriegen, verdammt nochmal. Und wenn man dann mal 'n mittelmäßiges Zeugnis hat, soll man sofort sein Abi abbrechen, weil man ja nur seine Zeit verschwendet und es nicht besser werden wird und man seinen Eltern somit nur noch auf der Tasche liegt, wo man doch lieber schon 'ne Ausbildung anfangen, Geld verdienen und ausziehen kann! Könnte so kotzen. Ich glaube nicht an Gott, ehrlich nicht, aber ich bin mir so verflucht sicher, dass er DAS für unsere Leben nicht vorgesehen hat, dass wir uns alle von lächerlichen, beschissenen Zahlen definieren lassen. Könnte glatt heulen, so hässlich ist das. Das Leben ist nach all den vergangenen Generationen einfach nur noch 'ne verdammte Schablone, die uns jeder aufzwingt und auf unsere Hirne quetscht sobald wir geboren wurden, damit wir das bereits vorgegebene Muster, das jeder hinterlässt, nachzeichnen. Und mich regt das so dermaßen auf, dass wir alle unser Leben auf diese Weise verschwenden MÜSSEN, ich meine, wir haben ja nicht mal 'ne richtige Wahl! Wenn wir diese kack' Schablone ablehnen und nicht mehr nach dem Muster leben wie alle anderen, dann haben wir einfach keine richtigen Chancen mehr, weil die Gesellschaft und der Staat, und alles was da noch so reinspielt, 'ne verdammte Hure ist. Und dann beginnen schon die Probleme. Niemand nimmt uns nach der schulischen Bildung für 'ne qualitative Ausbildung, geschweige denn für einen Job, weil man ja gute - ach nein, sorry - HERVORRAGENDE NOTEN braucht! Sowas wie menschliche Werte wie Zuverlässigkeit, Geduld, Toleranz und Talent und all so 'n Rotz, ja wer braucht das schon? Lassen wir lieber Zahlen darüber bestimmen, wie wertvoll wir sind. Und wenn man dann eben keinen Job kriegt, verdient man auch kein Geld und ja, verdammt! - Geld regiert verflucht nochmal diese endsbekackt falsch funktionierende Welt und SCHWUPP, WAS 'N WUNDER - schon wieder wird man von Zahlen definiert, anstelle von menschlichen, persönlichen und einzigartigen Werten! Und das ist unglaublich falsch, unglaublich unmenschlich und vor allem nicht das, wonach wir streben sollten!"

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Kurzer Ausraster, der mich seit einigen Tagen beschäftigt. Ich glaube viel brauche ich dazu nicht sagen, außer vielleicht, dass das dieses Mal nicht p wie poetisch sondern dieses mal p wie persönlich ist. Aber vor allem dieser Appell gehört auch zu Talks, denn immerhin ist es eine kleine Rede und das hat genauso Potenzial wie ein poetisches Gespräch. Meiner Meinung nach, aber das hier ist meine Kreation, ich bin die Schöpferin, daher ist meine Meinung relativ.

Eins möchte ich aber nochmal hervorheben: ich habe den größten Respekt vor den Köpfen und all den Herzen, die es schaffen sich dieser verfluchten "Schablone" zu entziehen und ihr eigenes Muster zu zeichnen. Ehrlich. Und besonders dann, wenn sie damit noch glücklicher sind als mit der Vorlage und sich den Normen widersetzen können. Denn ich für meinen Teil kann es leider nicht. Ich glaube dennoch fest daran, dass das möglich ist und hoffe, dass jeder von uns, mich selbst eingeschlossen, irgendwann seine eigene Schablone kreieren kann, ohne irgendeine Form von negativer Konsequenz dafür in Kauf nehmen zu müssen. Denn für unser Leben müssen wir nicht bezahlen, wir bekommen es mit Recht geschenkt und für etwas bestraft zu werden, nur weil es anderen nicht in den Kram passt, weil es anders ist, weil es widersetzend ist - nein, das war nie der Deal.

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