Kapitel 2

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"Morgen," begrüße ich Kageyama der gerade auf mich zukommt. Ich habe die Bento Box von Noya in meinem Rucksack und überlege immer noch wie lange das mit Kageyama gut gehen soll. Doch heute sieht er schon etwas besser gelaunt aus. Zwar schaut er grimmig und murrt mir nur als Gruß zu doch ich lasse mich davon nicht täuschen. "Also wegen dieser Wette..." fange ich unsicher an. Kageyama hebt den Kopf und sieht zu mir. "Ich will dich ja gar nicht so nennen aber ich werde auch nicht die Wette abbrechen. Deshalb werde ich dich wahrscheinlich auch manchmal so nennen müssen, nur solltest du wissen das ich das dann nicht böse meine. Also..." Ich stoppe und weiß nicht mehr was ich noch sagen soll. Reicht das wohl? "Ok, aber nur im Notfall," erwidert Kageyama und mir fällt ein Stein vom Herzen. Das war knapp. "Alles klar. Na dann ist ja alles gut." Freudig fange ich wie üblich an zu quasseln und Kageyama schweigt wie üblich nur.

Wir haben gerade die letzte Stunde und heute fällt das Training aus. Zwar hätte ich gerne Trainiert doch wen ich ehrlich bin habe ich noch einiges zu tun. Hoffnungsvoll schaue ich auf die Uhr und zähle die Minuten schon. "Hinata, könnten sie bitte den nächsten abschnitt lesen," fordert mich mein Lehrer einfach so auf. So ein Mist. schnell suche ich die Textstelle und finde sie sogar. Puh das war knapp. Als ich fertig bin soll ich jemanden dran nehmen der weiter ließt. Instinktiv schaue ich zu Kageyama. "Ka..." Stopp. Mist. Shoyo denk doch einmal nach! Stotternd sehe ich ihn an. Verdammt. auch er bemerkt was für einen Mist ich gebaut habe. Er nickt dann etwas gequält und ich presse schnell die Worte aus mir raus. "Meine geliebte Stinkmorchel," Flüstere ich schnell und setze mich schneller als man gucken kann auf meinen Stuhl. Oh Gott wie peinlich. Vor Scham rutsche ich nach unten und ignoriere die Interessierten Blicke meiner Mitschüler. Ich hasse es alleine im Mittelpunkt zu stehen. Kageyama liest weiter und mein Lehrer versucht sichtlich die Fassung zu wahren. Oh Gott. Endlich ertönt die Glocke und der Lehrer beendet schnell den Unterricht. Wie von der Tarantel gestochen renne ich aus dem Raum und laufe Richtung Schultor. Er ist sicher Stinksauer. Innerlich habe ich schon mit meinem Leben abgeschlossen und ich will nur noch weg. "Hey Hinata!" Erschrocken drehe ich mich um. "Meister Noya," nuschele ich und warte auf ihn. "Was ist den mit dir los?" Fragt er neugierig. "Das ist deine Schuld. Wegen dir musste ich vor der ganzen Klasse zu Kageyama sagen das er meine Geliebte Stinkmorchel wäre," beschämt schaue ich zu Boden. Noya schaut mich währenddessen ungläubig an. "WAS?!" sagt er sichtlich ängstlich und schockier. "Ich bin Tot," sage ich schon damit abgefunden. "Du willst Tot sein? Das ich nicht lache. Der acht mich einen Kopf kürzer. Ich habe doch die Regel aufgestellt. Oh Gott ich bin geliefert," überlegt Noya panisch. "Um Gottes willen, da ist er ja. Ich muss weg, viel glück Sho," sagt Noya der sich schnell aus dem Staub macht. "Hey! Du Verräter!" Rufe ich ihm nach und warte unsicher auf Kageyama. Als er bei mir ist steht mir der Angstschweiß bestimmt schon auf der Stirn und ich habe das Gefühl zu verglühen. "Es tut mir soooooo leid Ka..." beginne ich und halte erschrocken inne. " Na du weist schon," rette ich mich noch so eben. Die fast schwarzen Augen von ihm richten sich auf mich und ich schlucke. "Ich lasse es dir dieses eine mal durchgehen." sagt er und geht weiter. Erstarrt stehe ich da und schaue ihm hinterher. "Kommst du?" ruft er plötzlich und ich erwache aus meiner starre. schnell schließe ich zu ihm auf. Auf dem Heimweg schweigen wir beide und ich traue mich nicht ihn anzusprechen. Stattdessen starre ich ihn von der Seite an und bewundere etwas seine Statur. Er ist nun einmal gut gebaut. Seine Arme sind durchtrainiert und sein rücken ist breit. "Was starrst du mich den so an?" Reißt er mich aus meinen Gedanken. "Ähm..." verlegen kratze ich mich am Hinterkopf. "Nicht so wichtig," rede ich mich raus und konzentriere mich nun auf meine Schuhe. Peinlich.

Bei mir zuhause mache ich schnell meine Hausaufgaben und mache mich dann daran etwas auszupacken. Bis jetzt war nur die Küche und der Flur einigermaßen vorzeigbar. Da ich ziemlich überraschend ausgezogen bin habe ich nicht viel Zeit zum Packen gehabt und musste mir von meinem ersparten die Wohnung kaufen. Sie ist eigentlich sehr hübsch. Hat aber auch einiges gekostet. Mein ganzes erspartes ist dafür drauf gegangen und ich muss viel Jobben um es wieder rein zu bekommen. Doch heute habe ich frei und packe deshalb einige Kartons aus und baue mein Bett und die Regale auf. Das ist allerdings gar nicht mal so leicht so ganz allein. Verbittert denke ich an meine Familie, verbanne die Gedanken aber wieder sofort. Meine kleine Schwester war sehr getroffen das ich schon ausziehe doch es war ja nicht meine Entscheidung. Naja, genug Trübsal geblasen. Ich klatsche in die Hände und mache mich wieder an die Arbeit. Mein Zimmer sieht mittlerweile sogar ziemlich gut aus und ich beschließe es heute richtig gemütlich zu machen das ich wenigstens einen komplett fertigen Raum habe. Nach weiteren 3 Stunden bin ich sehr zufrieden. Das große Bett ist mit Kissen vollgelegt und der Schrank der sich an der Wand entlang zieht, sieht auch ziemlich schön aus. Das Helle Holz ist gemütlich und warm. Erschöpft lasse ich mich aufs Bett fallen und Kuschel mich in meine Kissen. Meine Gedanken wandern zu Kageyama und ich träume etwas vor mich hin. Doch nach 15 min. reiße ich mich wieder zusammen. Schließlich sind wir befreundet. Es ist nicht gerade anständig von seinem Kumpel zu schwärmen. frustriert rolle ich mich aus dem Bett und gehe in die Küche. Ich koche mir einen Tee und setze mich an den Tisch. Draußen zieht gerade ein Gewitter auf und die Dunklen Wolken werden immer dichter. Einzelne tropfen fallen gegen das Fenster und rollen langsam nach unten. Gedankenverloren beobachte ich sie. Eigentlich habe ich Kageyama sehr gern. Etwas zu gern sogar. Etwas wehmütig lasse ich mich auf dem Stuhl hängen. Ich habe schon einen komischen Geschmack, denke ich mir. Da sind lauter tolle, nette und gutaussehende Männer in meinem Team und ich verknalle mich ausgerechnet in den Griesgrämigen, verschwiegenen, gemeinen aber zugegeben sexy Setter. Na toll. Ok er war eigentlich ganz in Ordnung. Sonst würde ich ihn ja nicht mögen. Trotzdem wäre es einfacher wen es nicht gerade der gefühlskalte Kageyama wäre. Als ich an seine schönen Augen denke muss ich lächeln und stütze mich, etwas dümmlich in die Gegend schauend, auf meiner Hand ab. Plötzlich zerreißt ein Heller Blitz den schon Dämmriegen Himmel. Das laute Grollen danach klang wie eine riesige Flutwelle die über einem einstürzt. Oh man. Hoffentlich geht nicht das Dach kaputt. Dafür hätte ich nun wirklich kein Geld mehr. Erschrocken fahre ich hoch als ein Klopfen an der Tür mich erschreckt. Wer ist den bei so einem Wetter noch draußen? Ängstlich laufe ich zu meiner Tür. Wer könnte das den sein? Zitternd entriegle ich die Tür und schiebe die Tür auf. Was ich dann sehe überfordert meine Aufnahmefähigkeit komplett.

Spieleabend (Kagehina) Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt