Kapitel 3

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Ich glaube meine Mutter hat etwas vergessen, selbstverständlich ist Ihr wichtiger Termin bestimmt nur ein Date. Sie tut mir manchmal echt Leid, eine alleinerziehende Mutter, die bei jedem Date verliert. Warum dies so ist, kann sie sich selbst nicht erklären. Ich weiß immer nur am Ende, das sie ein Date hatte, da ich Sie dann tröste, während sie weint.

Ich gehe also zur Tür und mache die auf, ich erschrecke kurz, da ich nicht meine Mutter sehe, sondern ein Jungen mit hellbraunen Haaren, der ist etwa 1,86m groß und schlank. Da ich Ihn nicht kenne, schweige ich lange. Meine Stimme ist wie weg, im Gehirn ist eine Blockade, wie eine Vollsperrung auf der A1 wo alle im Stau stehen und keiner vorankommt. Er winkt mit seiner rechten Hand ganz nah an mein Gesicht und sagt mit einem Lächeln: "Haaaalloooooo...bin ich hier bei Höffner?" Ich nicke schüchtern und leicht. Er fragt: "Kannst du etwa nicht reden? Bist du ein Mutist?"

Ich sehe mir sein wunderschönes Gesicht an, sein schwarzer Hoodie mit AC/DC drauf, seine graue Jogginghose sowie seine schwarzen Sneaker. Ich schüttle mir kurz den Kopf, um wieder klar zu werden. Ich zeige auf seine Lippe und bewege meine flache Hand in der Luft von links nach rechts. Danach zeige ich auf meine Lippe und mache mit der Hand eine Welle, in der Hoffnung er versteht, dass ich damit zeigen will das ich stottere. Er kichert süß und meint das ich lustig bin, somit hat er es nicht verstanden und ich gucke beschämt auf den Boden. Er streichelt dann meine Wange und das fühlt sich so schön für mich an, dass sich dann die Blockade komischerweise leicht in mein Gehirn lockert. Ich sage plötzlich: "Hallo, ich b-b-b-bin der Ja-Ja-Jajaja-Jannik und w-w-w-wer bist d-d-d-du?"

Er lächelt mich süß an und sagt: "Ich bin Tim, deine Mutter hat gemeint ich solle auf dich aufpassen. Ich versteh nicht, wieso ich auf dich aufpassen soll, du bist wohl älter als zehn, oder?" "Ja da-das sssss-s-stimmt, i-i-i-ich bin 14", sage ich und muss dabei lachen. Ich lasse ihn rein und wir setzten uns auf die Couch und er fragt mich, warum ich eben nichts gesagt habe. Dieser Moment ist für mich richtig peinlich, was mich dazu veranlasst heftig und lange zu stottern, ich sage: „I-I-Ich sto-sto-sto-stottere und habe deswegen vorhin geschw-sch-sch-schwiegen, da ich be-be-beson-son-sonders bei fremden schüchtern b-b-bin."

Er sieht, wie peinlich das für mich ist und nimmt mich einfach so in den Arm, diesen Moment genieße ich sehr. Ich schmiege mich an seinen Hoodie ran und schmolle schon fast, seine liebe nähe ist schon fast zum Dahinschmelzen und ich liebe es so sehr, dass ich leise sage: „Danke Tim...sowas schönes habe ich ganz selten." Er geht mit der Hand durch mein Haar und ich bekomme schon fast Tränen, so schön fühlt es sich an. Das Gefühl ist einfach nur unbeschreiblich.

Da es aber selbstverständlich hier auch etwas um Geld geht, denn wer passt denn schon freiwillig auf Kinder von Fremden auf, frage ich: "Was bekommst du hier für eigentlich?" Er muss kichern und ich kann nicht sagen wie süß sich das Kichern anhört, es ist kein einfaches Kichern. Nein, es ist wie Musik in meinen Ohren! Er reißt sich irgendwann doch zusammen und sagt: "Für die 4 Stunden, die wir haben..." Ich bin geschockt, da habe ich so einen süßen Jungen zu Besuch, der mich sogar liebevoll umarmt und dann nur 4 Stunden, bzw. jetzt 3 Stunden und 59 Minuten Zeit?! Er setzt aber fort: "Bekomme ich so 35€, aber die sind mir egal, denn seit 3 Minuten weiß ich, dass der Junge, auf den ich aufpassen muss, voll süß ist und ein ganz toller Jannik ist" Mir wird sofort warm ums Herz, mein Gesicht wird sofort rot und ich streichle, wenn auch zögerlich den Handrücken seiner Hand, die auf meinen Oberschenkel liegt. Er lächelt.

Liebe ohne Pa-Pa-Pausen // boyxboyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt