Es fing so gut an

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Ich glaubte nicht daran, dass Mikey nochmal kommen würde. Warum sollte er ein fremdes und krankes Mädchen besuchen wollen? Er hatte mir gegenüber keinerlei Verpflichtung. Diese Sätze sagte ich mir immer wieder vor dem Spiegel im Badezimmer, während ich mir die Haare kämmte. Als ich es schließlich akzeptierte, dass ich ihn nicht wieder sehen würde, konnte ich meinen Augen nicht glauben.
„Guten Morgen Y/N." Mit einem Lächeln im Gesicht saß Mikey auf meinem Bett. „Entschuldige, ich hatte geklopft aber das hast du im Bad wohl nicht gehört. Oh alles in Ordnung?"
Ich verstand seine Frage nicht bis ich einen Wassertropfen auf meiner Hand spürte. Ich weinte...jedoch nicht vor Traurigkeit, sonder vor Freude. Ich war so erleichtert und froh, dass Mikey wirklich da war. Und dann tat Mikey etwas was ich niemals erwartet hätte. Er sprang von meinem Bett auf, ging auf mich zu und nahm mich in den Arm. Ganz sanft drückte er mich gegen sich und streichelte mir über meine Haare. Der Größenunterschied wurde mir jetzt erst bewusst, als er seinen Kopf auf meinen lag.
„Winzling", sagte er während er mich weiter tröstete.
Ich konnte nicht anders als zu lächeln und frech zu antworten „dafür ist die Luft hier unten besser."
„Ich sehe dir gehts wohl besser Y/N. Dann lass uns doch etwas spazieren gehen."
Gerade als ich ihm erzählen wollte, dass ich auf deinen Besuch warte Mum, hattest du mir schon geschrieben. „Tut mir Leid liebes aber ich muss für einen Kollegen einspringen. Ich ruf dich später an. Liebe dich!" Enttäuscht schaute ich auf mein Handy während Mikey mich ansah und mich erneut fragte. Ich antwortete ihm, dass ich gerne mit ihm rum gehen möchte.
Wir gingen hinaus in den Garten der hinterm Krankenhaus lag. Er wurde für die Patienten angelegt und war wunderschön und ruhig. Überall waren Blumen und Springbrunnen. Auch ein Spielplatz war vorhanden und eine ruhige Stelle mit Bänken.
Ich war immer noch etwas traurig, dass ich dich heute wieder nicht sehen konnte. Wir setzen uns auf eine der Bänke und es herrschte Stille. Ich wollte die Stimmung nicht drücken, aber für mich war der Tag voller Wolken. Ich machte mir Sorgen um dich Mama und ich hatte Angst. Angst davor, dass die Zeit die wir zusammen verbrachten am Ende zu wenig gewesen wäre. Diese Gedanken geisterten mir durch den Kopf als auf einmal mir jemand von hinten die Haare flocht.
„Du hast so schönes Haar. Kann ich es dir flechten", fragte mich das Mädchen von gestern.
"Da seid ihr ja endlich", sagte Mikey zu ihr.
„Deine Schwester ist Schuld...Sie wollte mir unbedingt einen Rollstuhl holen", antwortete der Junge mit dem Drachentattoo. Da schaute er auf einmal zu mir und sagte „Oh. Du bist das Mädchen von Gestern. Hi...Ich bin Draken."
Verwirrt dachte ich über den Namen nach und nuschelte „Draken?"
„Er ist sehr empfindlich bei seinem echten Namen, deswegen will er nur bei seinem Spitznamen gerufen werden. Nicht wahr KENCHIIIIIINNNNN?"
„Miiikkeeeyyy....Jetzt gleich Prügel oder Später?"
Mikey sprang auf und rannte los.
„Sollten wir da nicht eingreifen", fragte ich das Mädchen.
„Ach da ist alles ok. Schau doch."
Sie hatte recht. Es sah sehr spaßig aus wie der große Draken den kleineren Mikey einfach unterm Arm nahm und ins Wasser beim Springbrunnen warf. Beide lachten und während ich ihnen zu sah entfloh auch mir ein starkes Lachen.
„Was für ein süßes Lachen. Du solltest viel mehr Lachen. Ich bin übrigens Emma, Mikeys Schwester und Drakens Freundin."
„Ihr seid zusammen?"
„Äh nicht wirklich. Ich bin absolut verknallt aber mehr war zwischen uns noch nicht. Er passt immer auf mich auf und wir unternehmen viel. Aber irgendwann werden wir zusammen sein...das schwöre ich dir!"
Ich lächelte sie an und entgegnete ihr „das werde ich!"
Gerade als ich anfing die Sorgen die ich mir machte zu vergessen, merkte ich wie sich mein Körper dagegen währte mir zu gehorchen. Mir wurde ganz schlecht und ich merkte wie ich gleich das Bewusstsein verlieren würde. Ich nahm Emmas Hand und wollte ihr gerade sagen dass sie Hilfe holen soll, doch da war es schon zu Spät. Ich fiel von der Bank auf die Knie und spuckte Blut. Emma schrie mit panischer und weinender Stimme Mikey und Draken zu uns. Das letzte was ich sah, bevor ich das Bewusstsein verlor, war wie Mikey ganz Nass mit einem verängstigtem Blick auf mich zu rannte.

Show me YOUR heaven//Mikey x Reader Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt