Yin
Ich hatte noch nie so hart trainiert wie die vergangenen Tage. Mittlerweile jedoch beherrschte ich nicht nur Schwertkampf, sondern auch Bogenschießen, Kampf mit Dolchen und auch ein paar Selbstverteidigungstechnicken. Callan pfiff und gab mir und Lou somit das Startsignal. Ich sprang von dem Baum hinunter, auf dem ich gesessen hatte, zerschlug die beiden Strohballen, rechts und links von mir mit dem Schwert.
Dann sprintete ich weiter zu dem Bogen der auf dem Boden lag, schoss inmitten der drei Zielscheiben, wobei ich bei zwei ins Schwarze und bei einer etwa fünf Zentimeter verfehlte. Ich fluchte, lief jedoch weiter. Callan und Jane sprangen aus einem Busch und griffen mich gemeinsam an. Natürlich gaben sie nicht ihr bestes, sonst würden sie mich sicher töten können. Unsere Schwerter klirrten aneinander. Plötzlich sah ich statt meiner beiden ,,Trainer" zwei Gestalten in Kapuzenmänteln. Sie drängten mich gegen eine Felswand und schlugen mir das Schwert aus der Hand. Dann streckte eine von ihnen einen Arm nach vorn um mich zu erwürgen. Ich hustete. Meine Kehle schnürte sich zu und ich rang nach Luft auch wenn nichts davon meine Lunge erreichte. Ich schrie und versuchte einen Windball zu formen, was jedoch nicht gelang. Ich strengte mich an am Leben zu bleiben. Mein Körper zitterte. Dann sah ich wieder die Gesichter der besorgten Jane und des mich misstrauisch musternden Callan, die sich über mich beugten. Lou saß neben mir im Graß, ebenfalls ziemlich besorgt aussehend.„Yin! Geht es dir gut?"
„du bist auf einmal zusammengebrochen!"
„Hast du dich überanstrengt?"
Ich hustete abermals. „Alles gut. ich dachte nur ich hätte... etwas gesehen."
Etwas verwirrt sahen mich die drei an, willigten jedoch ein mit dem Training fortzufahren.Als ich am Abend auf dem Weg zu der Herberge war, in der ich übernachtete, lief mir Leora hinterher. „Yin warte! Ich brauche deine Hilfe!"
Hilfe? Von mir?
„Ich komme nicht gut, draußen in der Wildnis zurecht... stattdessen habe ich angefangen ein Hobby zu entwickeln. Ich singe für die Leute in der Kathedrale.", verlegen schaute das ein paar Zentimeter kleinere Mädchen auf den Boden.
Und was daran ist ein Problem?„Wie kann ich dir helfen?", halte ich also nach. „Du müsstest für mich in die Ruine... und dort... einen Drachenzahn für mich holen."
Ich dachte anfangs, ich hätte mich bei dem Wort ,Drache' verhört oder Ähnliches, jedoch hatten Leoras Erklärungen die Existenz von Drachen in dieser seltsamen Welt nur bestätigt. Aus diesem Grund- ich weiß echt nicht wie es dazu gekommen ist- befand ich mich schon auf dem Weg zur besagten Ruine. Was wollte dieses Mädchen überhaupt mit einem... Drachenzahn? Missmutig kickte ich einen Stein vor mir weg. Die Bäume waren dichtbelaubt und viele Bäume sahen sich zum verwechseln ähnlich, sodass ich mich schon bald verlaufen hatte. Mist. Ich spürte wie meine Knochen anfingen zu schmerzen. Das Training und nun das unaufhörliche Laufen setzten mir wohl doch mehr zu als erwartet. Als ich mich schließlich kurzerhand auf den Boden fallen ließ, hörte ich Stimmen, die sich leise und angeregt unterhielten. Vorsichtig robbte ich über den Boden um einen Blick auf die Fremden zu erhaschen.
„Sie sind nicht vorbereitet. Wenn neue Waffen aus Gi eintreffen, müssen wir handeln."
„Was ist mit dem Kind der Elemente?"
„Ich kümmere mich darum. Keine Sorge. Pass du nur auf, dass niemand etwas von unserem Vorhaben erfährt!"
Zwei Personen standen eingemummt in dicke Fellmäntel, welche gar nicht zu dem warmen Wetter passten auf dem Weg. Ihre Gesichter waren von Masken bedeckt, die alles verbargen, an was man sie hätte erkennen können. Waffen? Gi? Kind der Elemente? Unendlich viele Fragen schwirrten in meinem Kopf umher. Der eine der beiden Maskenträger drehte sich um und ging davon. Der andere blieb jedoch noch einen Moment. Er drehte sich zu dem Busch um in dem ich mich verbarg. Seine Hand wanderte zu seiner Maske, die er ein Stück nach oben zog, sodass sein Kinn sowie Mund zum Vorschein kam. Er legte den Zeigefinger auf seine Lippen und verschwand im nächsten Augenblick. Er hatte mich mehr als nur offensichtlich bemerkt. Jedoch hatte er mich nicht getötet. Warum? Ich sollte Leora unbedingt zu den Leuten mit Maske befragen, wenn ich ihre Bitte erfüllt hatte.
Zum Glück hatte ich wegen des Lauschens den richtigen Weg wieder gefunden. Drachenzahn ich komme!
Es wurde bereits Dunkel, als ich die Ruine erreichte, von welcher ein seltsames blaues Licht auszugehen schien. Es hätte wohl wunderschön sein können, währe dort nicht der Gestank von unzähligen toten Körpern und Kadavern, die um die Ruine am Boden verteilt lagen. Nein. Das war doch kein schöner Anblick.
Ich versuchte krampfhaft nicht auf verschiedene Leichenteile zu treten, während ich mir einen Weg zur Ruine bahnte. Menschen, Tiere, Monster. Sie alle waren hier verunglückt. Halb vom Drachen gefressen, halb wieder ausgespuckt. Ich kam bei dem nGemäuer an, (fast) ohne Verluste von zertretenen Händen. Es lagen zu viele Tote herum als dass man hätte durchkommen können ohne eine paar mal auf jemanden getreten zu sein. Mein Atem stockte, als ich den Drachen sah, der in der Ruine am Boden lag. Er war riesig! Und er war tot. Der Drache von Anemoi war getötet worden.———————————————————————————————————————————————
Hallöö
Ich weiß, die Kapitel werden gefühlt immer kürzer und wegen den langen Abständen, in denen kein neues Kapitel kommt, bekommen wir hierfür vermutlich keine neuen Leser. Sorry, dass jetzt... 2 Monate? 3? -Egal, lieber nicht drüber nachdenken...🥲😂 - verspätet ist. Ich hatte nicht mehr so viel Spaß am Schreiben dieser Geschichte. Doch jetzt bin ich wieder motivierter und habe Hoffnung es öfter zu schaffen ein auch mal etwas längeres Kapitel zu veröffentlichen. :))
Eure Kinley<33
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City of 7 Winds
Fantasía„Er hatte nicht nur mich getäuscht. Wir alle waren auf ihn hereingefallen. Doch ich würde mich nicht kampflos geschlagen geben. Ich würde das Mädchen verteidigen, auch wenn es mich das Leben kosten sollte. Ich umklammerte den Griff meines Schwertes...