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Wir lebten in einer großen Stadt und dadurch traf man auch auf viele verschiedene Menschen, wie mein Vater es tat. Er traf sich immer öfter mit einem etwas älteren Mann. Vermutlich 40-45 Jahre alt. Ich war noch jünger und fand ihn etwas gruselig, besonders seine riesige Narbe die sich über sein ganzes linkes Auge zog. Jedesmal wenn er zu Besuch kam musste ich schon schlafen gehen und mein Vater wollte meine Mutter nie seinem Freund vorstellen. Sie war dann immer  im Schlafzimmer meiner Eltern und schlief schon. Ich weiß bis heute nicht mal wie er hieß, so sehr hat mein Vater ihn von uns fern gehalten. Das gab auch meiner Mutter ein sehr komisches Gefühl.
Seitdem sich mein Vater mit ihm angefreundet hatte, fing er an mehr Alkohol zu trinken, ignorierte meine Mutter und hielt Abstand und ich hatte die Vermutung, das er irgendwelche Drogen nahm. Er kam immer später nach Hause und meine Eltern stritten immer öfter. Damals wusste ich nicht wieso und ich versuchte sie zu belauschen aber ich kam trotzdem nicht darauf. Meine Freunde meinten meine Eltern würden sich scheiden lassen, deshalb weinte ich oft nachts in meinem Bett. Einmal hatte meine Mutter mich dabei 'erwischt' wie ich geweint hatte. Sie kam sofort zu mir und wollte mich trösten. Ich erklärte ihr was meine Freunde über sie erzählten. Das sie sich scheiden lassen würden. Meine Mutter umarmte mich und sagte das sowas nie passieren würde, trotzdem hörte ich ein gewisse Unsicherheit in ihrer Stimme. Ich konnte mich an diesen Abend ganz genau erinnern. Am nächsten Tag ging ich ganz normal in die Schule, danach ging ich von der Schule direkt zu einer anderen Schülerin nach Hause um an einem Projekt zu arbeiten. Als ich abends nach Hause kam, öffnete meine Mutter mir genervt und etwas wütend die Tür. Ich hatte schon bei der Schülerin Zuhause gegessen und daher ging ich direkt ins Bett. Ich konnte aber nicht einschlafen, denn meine Eltern stritten, schon wieder. Der Streit wurde aber immer lauter und dann fing meine Mutter an zu schreien. Aber nicht aus Wut sondern aus Angst. Ich rannte in die Küche um zu sehen was los war und ich sah ein Szenario was mich total veränderte.

Meine Mutter lag in der Küche auf dem Boden, während mein Vater auf ihr saß. Er hatte unser Küchenmesser auf sie gerichtet. Als meine Eltern mich bemerkten schrie meine Mutter

"Angelina! Lauf auf die Straße so weit du kannst! Schnell!"

Ich konnte nicht erklären wieso aber ich tat was sie sagte und rannte barfuß in meinen Schlafsachen aus der Wohnung. Im Treppenhaus hörte ich dann einen furchtbaren Schrei meiner Mutter und dann war es wieder still. Danach konnte man die Nachbarn aus den Türen hören. Ich war aber schon unten und lief die Straßen runter. Ich rannte und rannte durch Gassen und Straßen die mir immer unbekannter vorkamen. Das alles passierte als ich 12 Jahre war.
Schließlich setzte ich mich in eine dunkele Gasse und weinte bitterlich. Ich weinte aus Verwirrung, Schmerz und Angst um meine Mutter. Ich hatte damals noch Hoffnung das sie nicht gestorben war aber jetzt wo ich erwachsen bin, ist es mehr als einleuchtend das mein Vater sie getötet hatte. Wieso? Das weiß ich tatsächlich auch nicht genau, aber so lief ich für eine Woche in den Straßen herum. Krank, verletzt und verängstigt. Später fand mich eine ältere Frau vor einem Supermarkt. Sie hatte mich dort sitzen sehen und sie dachte ich hätte meine Eltern verloren. Ich sagte ihr ich könne nicht nach Hause. Ich hatte mir endlich den Tod meiner Mutter eingestanden  und mein Vater war zu gefährlich um mit ihm zu leben. Warum sonst hätte meine Mutter mich weggeschickt? Die Frau brachte mich also in eine Heim für elternlose Kinder, die dort dann von anderen Familien adoptiert werden können. Ich verbrachte eine lange Zeit dort bis ich dann Volljährig war und allein leben konnte. Ich suchte mir einen Job und wohnte in einer kalten Wohnung. Kurzgefasst bin ich dann mit meinem Startup erfolgreich geworden und bin jetzt CEO! Ich bin reich, habe eine komplexes Business, helfe insgeheim Monstern Jobs zu finden, unterzutauchen, etc. und bin dennoch verdammt allein. Ich bin zwar jeden Tag von Menschen und sogar Monstern umgeben aber sobald ich in meine Haustür trete, überkommt mich dieses Gefühl von Leere und Einsamkeit.

The Vampire CEOWo Geschichten leben. Entdecke jetzt