Kapitel 7

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Leopard

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Leopard

Es war die tierische Kälte, die mich zurück in die Realität riss. Das unaufhörliche Beben meines Körpers und die Realisation, dass ich kein Leopard mehr war und dass ich somit in echter Lebensgefahr schwebte. Ich musste aufwachen, sonst starb ich. Doch als ich erwachte und die Welt wieder wahrnahm, war es angenehm. Etwas schwül, aber warm. Jedoch irritierte mich nicht nur die andere Temperatur, sondern auch dieses Wort, welches mir im Kopf herumspukte, und mein Gegenüber. Der Wolf aus dem Eis!

„Dort ist ein Schrank mit Kleidung, Ihr werdet sie brauchen", forderte mich die Stimme auf und ich zuckte etwas zusammen, ehe mein Blick in die besagte Richtung, in die der Wolf deutete, ruckte. Warum sah dieser Raum völlig anders aus als der Rest des Palastes? Ich fragte nicht, erhob mich und ging an den Schrank, aus dem ich mir Kleidung nahm.

„Bevor Ihr das Zimmer verlasst, zieht Euch warm an. Noch einmal rette ich nicht Euer nacktes Hinterteil", hörte ich es wieder dumpf und sah zu dem Wolf, der den Kopf leicht schief gelegt hatte und mich genervt musterte.

Ich zog mich flink an, räusperte mich verlegen, ehe ich mich verbeugte und sagte: „Danke. Ich bin Min Yoongi, Prinz des ehemals koreanischen Reiches." Eine Antwort bekam ich nicht, da der Wolf zur Tür hinaus verschwand. Was zum? Hastig zog ich mir noch mehr Lagen an, schlüpfte in dicke Winterstiefel und griff nach einem Pelzmantel, ehe ich ihm aus dem Zimmer folgte. „Jetzt wartet doch!", rief ich ihm hinterher, während ich in die Jacke glitt und sie fest um meinen Körper zog. Es war erstaunlich, was für ein krasser Temperaturunterschied hier herrschte. Ich ignorierte es und beeilte mich, ihm zu folgen, aus Angst ihn nicht wiederfinden zu können.

„Ihr solltet gehen", hallte es durch meinen Kopf und sah zum Wolf, der stehengeblieben war.

„Warum seid Ihr so abweisend? Ich bin mir sicher, Ihr spürt auch diese eigenartige Verbindung zwischen uns", schmollte ich und hockte mich zu ihm herunter, um ihm vorsichtig durch sein weiches Fell zu fahren. „Was seid Ihr?"

„Ich wurde erschaffen, um die Winterprinzessin zu finden. Nennt mich Rune", erklärte er endlich, ohne sein Maul zu bewegen. Es war mehr ein dumpfes Raunen in mir. „Und Ihr?" Ich grinste triumphierend, strich mir eine Strähne aus dem Gesicht und fuhr mit der anderen Hand weiter durch sein Fell.

„Vor der Welt versteckt, um zu überleben. Ich habe nur keine Ahnung, wie ich diesen Fluch breche, um wieder an meinen Platz zurückzukehren", konkretisierte ich, ehe ich fortfuhr: „Ich glaube, dass wir einem ähnlichen Zauber unterliegen. So etwas habe ich noch nie wahrgenommen."

„Möglich. Wir haben hier eine Bibliothek, vielleicht findet Ihr dort Antworten." Mit diesem Vorschlag löste er sich und trabte voraus, um mir den Weg zu zeigen, und ich folgte, um die Zeit, die mir als Mensch blieb, auszunutzen.


Winterherz - ein verfluchtes CrossoverWo Geschichten leben. Entdecke jetzt