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Unfälle brechen Knochen.
Worte brechen Herzen.
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Die Gespräche der Leute im Café sind kaum zu überhören. Eigentlich sind sie leise, doch nicht für diese eine Person.

Ein typisches, normales, volles Café in der Innenstadt wird von einer gemütlichen Atmosphäre zu einem wahren Albtraum.

Smalltalk, welches gefühlt jeder zweite Tisch führt, wird nicht in einer normalen Lautstärke geführt, sondern wird doppelt so laut gehört, als würde jeder dies mit Absicht machen damit jeder weiß, über welche Themen gesprochen werden.

Zumindest wird dies von nur einer einzigen Person so wahrgenommen, welche sich auch alleine fühlt wenn sie Leute um einen herum hat. Dabei ist es vollkommen egal, ob sie diese Menschen kennt, ob es ihre Freunde sind oder einfach nur fremde die man grüßt, sobald man einen Raum betritt.

Wie es das Schicksal wollte, war es an diesem Tag das gleiche.

Endlich hatte sie Mut sich gegen sich selbst zu kämpfen, sich durchzuringen dass sie ihr Bett nach gefühlt Wochen mal wieder verlässt.

Das Gefühl von Einsamkeit und nicht wahr genommen zu werden, wurde zu viel und sie musste sich entscheiden ob sie das Zimmer verlassen soll um unter Menschen zu gehen, oder weiter liegen zu bleiben. Denn auf einer Seite möchte sie für sich alleine sein und doch, möchte sie Aufmerksamkeit bekommen.

Natürlich ist die Aufmerksamkeit einer bestimmten Person die beste Aufmerksamkeit die man bekommen kann, aber dieses Glück hat nicht jeder. Und falls man es hat, sollte man es so lange genießen wie es möglich ist, denn das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit kann in der nächsten Sekunde genommen werden.

Sie wird von den eigenen Gedanken genommen, oder von einer anderen Person die random vorbeigelaufen ist und den Kopf von dem erwähnten besonderen Menschen verdreht wurde.

Nichts passiert in diesem Universum umsonst und ohne Grund - genau deswegen Sitzt Sie in einem vollen Café, damit ihre soziale Batterie wieder aufgeladen wird, nur um sich Tagelang in ihrem eigenen Zimmer wieder zu verkriechen.

Alleine sitzend, an einem etwas abgelegenen Tisch für zwei Personen, genießt sie ihre heiße Schokolade.

Der leere Stuhl, welcher gegenüber von ihr stand, wurde genommen für einen anderen Tisch. Doch gestört hat sie dies nicht, sie hat dies eher genossen - ein Grund mehr um nicht mit Leuten reden zu müssen.

Selbst wenn sie mit einer zweiten Person am Tisch sitzt, wüsste sie nicht über was sie reden sollte. In ihrem Kopf schwirren viel zu viele Gedanken herum, doch kein einziger Gedankengang würd sie von sich preisgeben.

Sie hat ihren kleinen Block mit, ihr kleines Büchlein wo sie sorgfältig ihre Gedanken preisgibt. Keiner darf dies je zu Gesicht bekommen - außer eine bestimmte Person, doch in diesem Augenblick muss sie erst andere Gedanken sortieren ehe sie sich über ihn Gedanken machen kann.

Die Zeit verging, doch leerer wurde das Café nicht. Eher im Gegenteil, es wurde noch voller als es zuvor war.

Die Angestellten ärgerten sich etwas, aber sie ließen es nicht an ihr aus, denn jeder weiß das jeder einmal etwas Zeit für sich alleine benötigt wird. 

Wenn man zu der einsamen Person hinüber blickt, kann man sich alles mögliche denken. Man könnte sich fragen wieso und weshalb sie alleine hier sitzen muss, was passiert ist dass sie fertig aussieht und doch weiß man, dass man bei diesen Menschen schwer durchkommt. Immerhin, bräuchte man erst ein Gefühl von Vertrauen.

Und wie man weiß, ist dies heutzutage schwer zu bekommen.
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561 Wörter

Some thoughts From a lonely GirlWo Geschichten leben. Entdecke jetzt