Kapitel 6

317 20 2
                                    

Sicht Unbekannt

Ich sehe Lenas panischen Blick. Ichglaube, allmählich merkt sie, dass ich es ernst meine.

„Ehy! Du kranker Spast! Lass mich frei! Was hab' ich dir getan??", schreit sie mich an. Ich bleibe ruhig, in meinem Beruf bin ich das schließlich gewohnt.

„Schrei mich bitte nicht so an, das macht deine Stimme nur kaputt und wenn du weiter nervst, werde ich dir die Zunge rausschneiden müssen.

Jetzt macht sie große Augen. Das sieht so dumm aus, dass ich mir ein Lachen verkneifen muss.

„Lena, mach dir keine Sorgen. Noch tue ich dir nichts. Schließlich brauche ich dich noch etwas. Also sagen wir, ich tue dir körperlich nichts. Deine Psyche kann kaputt gehen, dass ist mir egal, aber dein Körper ist noch nützlich. Und jetzt sei still!"

Ausgerechnet in dem Moment, als ich anfangen will, klingelt mein Handy. Wer könnte das nur sein? Eigentlich weiß jeder, dass ich Mittags nicht gestört werden will, außer es ist wirklich wichtig.

„Ich bin gleich wieder da", sage ich zu Lena und mit diesen Worten lasse ich sie alleine zurück.

Sicht Lena

Warum lässt er mich jetzt alleine? Wie kann man jemanden, der an einem Stuhl gefesselt ist, eiskalt alleine lassen? Ich habe gerade unglaublich Angst was als nächstes passiert. Ob das schon Todesangst ist? Ich weiß es nicht.

Nicht dass das zu einem seiner Tests zählt. Wer sagt, dass die Kamera nicht schon eingeschaltet ist? Vielleicht sitzt er ja gerade in einem Nebenraum und beobachtet mich!

Ob ich diesen „Test" bestehe? Was ist, wenn ich ihm zu langweilig werde? Dann wird er mich umbringen! Nein, das kann ich nicht zulassen! Ich muss es hier lebend rausschaffen. Ich möchte noch einmal in meinem Leben die Vögel zwitschern hören, die frische Luft riechen, wie sehr ich sogar meine alte, nervige Nachbarin vermisse.

Ich vermisse mein altes Leben einfach. Ich wünschte alles würde wieder so werden wie früher.

Langsam kommen mir die Tränen. Tränen der Verzweiflung und der sterbenden Hoffnung, jemals wieder normal leben zu können.

Sicht Unbekannt

Es war nur ein Kollege, der mir meine Post bringen wollte. Ich musste ihn erstmal anschnauzen, dass er mich Mittags nicht stören soll. Während ich durch die Gänge, zum Folterraum schländere, öffne ich den Brief...

An meinen geliebten Sohn,♥

wenn du das hier liest, bin ich vermutlich schon längst verstorben. Es ist schade, dass du erst jetzt wieder von mir hörst, aber du wolltest es damals ja so. Ich hoffe du denkst manchmal an mich. Wie gerne hätte ich dich mal besucht, mich mit dir unterhalten, so wie früher. Du hattest ja immer unsere Telefonnummer. Hätte ich deine gewusst, hätte ich dich angerufen, wenigstens um dir zu sagen, dass du einen Halb-Bruder bekommen hast. Er hat immer gefragt, wo sein großer Bruder ist und wann er wieder kommt. Da ich es nicht wusste, meinte ich immer, du wärst verreist.

Er ist jetzt zehn Jahre alt und glaubt einfach du wärst Tod. Es bricht mir das Herz, dich seit nun mehr als 10 Jahren nicht wieder gesehen zu haben. Wüsste ich wenigstens ob es dir gut geht oder ob du vielleicht sogar eine Familie hast oder wenigstens ob du auch an deine zuHause Familie denkst.

Ich bitte dich, beantworte mir diese eine Frage: Warum? Warum, bist du damals gegangen? Ich versteh es einfach nicht.

Wenn wir uns schon nicht im echten Leben begegnet sind, wäre es mein letzter Wunsch, dass du mein Grab besuchst, damit ich weiß ob ich dir etwas bedeute oder nicht. Der Mann, der dir diesen Brief gegeben hat, weiß wo es ist. Bitte überwinde deinen Stolz und erweise mir die letzte Ehre. Es würde mir alles bedeuten.

In Liebe, deine Mutter ♥♥♥

Ach. Du. Scheiße.

Meine Mutter ist Tod. Ich merke, wie das Papier wellig wird, weil ich tatsächlich angefangen habe zu weinen. Wie konnte ich damals so dumm sein und meine Familie verlassen? Ich hasse gerade mein Leben und alles. Ich schleppe mich mehr oder weniger zu Lena.

Ich löse die Schnallen und merke wie sie mich verwundert anguckt.

„ Hast du geweint?"

„Wonach siehts denn aus? Und jetzt geh bevor ich dir deinen nervigen Kopf abhacke!"

„Aber..."

„GEH!!"

Als ich merke, dass Lena aus der Tür ist, breche ich zusammen. Das ist zu viel für mich. Meine Mutter, Die Frau, die ich über alles liebe, die ich immer bewundert habe, ist einfach fort, weg aus meinem Leben. Das letzte was ich mitbekomme ist, wie meine Augenlider langsam schwer werden und ich einschlafe...

________________________________

Neues Kapitel!^^ mit ~740 Wörtern

Ich bin voll zufreiden muss ich sagen.

Ok, im letzten Teil hab ich gelogen, dass es losgeht, aber VERSPROCHEN bald geht es richtig los! Freut euch.

Ich hoffe euch gefällt das Kapitel genauso wie mir:)

Einen WUNDERSCHÖÖÖÖNEN Tag noch ♥♥

In dem Sinne...


The Deep WebWo Geschichten leben. Entdecke jetzt