Von einem gescheiterten Waffenstillstand und kleinen Soßenmonstern...

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In der Küche roch es erstaunlich gut.
Als Derek eintrat fiel ihm als erstes der gedeckte Tisch ins Blickfeld. Die weiße Tischdecke, das Geschirr und die Kerzen, die in der Mitte standen, jedoch noch nicht angezündet waren.
Nun gut...
Derek war ja auch viel zu früh, aber er hatte es einfach nicht mehr zu Hause ausgehalten. Er hatte den schwarzen Camaro schlussendlich vor der Einfahrt von Stiles Nachbarn geparkt und wollte eigentlich noch ein wenig im Auto warten, um wenigstens keine ganze Stunde zu früh aufzutauchen.
Als allerdings die alte Dame eine geraume Zeit über am großen Wohnzimmerfenster gekauert hatte und schließlich kurz davor war zum Telefon zu greifen um einen möglichen Massenmörder zu melden, der vor ihrer Einfahrt herumlungerte, hatte Derek nicht mehr länger warten können.
Zum Glück war ein Blumenstrauß in den Augen der alten Dame alles andere als eine Mordwaffe gewesen und der vermeintliche Massenmörder kam auch nicht ihre eigene Auffahrt hinauf, sondern die ihres jungen Nachbarn zwei Häuser weiter, weshalb sie doch nicht die Polizei verständigte, sondern nur irgendetwas von 'die Jugend von heute' vor sich hin brabbelte...


Dereks Blick wanderte schließlich über das Tischgedeck und das Geschirr auf dem Esstisch.
Drei Teller...
Natürlich drei Teller...
Das brachte ihn auch zurück zu Tsukiko, die auf der Küchentheke saß und Stiles gebannt dabei zusah, wie er die Blumen in eine Vase steckte um sie schlussendlich zwischen die Kerzen und das Geschirr auf den Tisch zu stellen.
„Du hättest mir wirklich keine Blumen mitbringen müssen..."
Derek trat ein wenig näher an Stiles heran, weshalb sich der jüngere Mann umdrehte und ihm mit einem Schmunzeln entgegen sah.
„Nachdem du mich zum Essen eingeladen hast, dachte ich das wäre das Mindeste..."
In Dereks Ohren klang das wie eine Rechtfertigung und scheinbar hatte es auch Stiles so aufgefasst, da er nur die Augen verdrehte.
„Mach dir nicht gleich ins Hemd... Ich freu mich darüber. Wirklich!"
Er beugte sich ein wenig nach vorne und legte dem größeren Werwolf die Hand auf die Schulter.
Sanft streichelte er über den muskulösen Oberarm, der sich durch den dünnen Stoff des dunkelroten Hemds deutlich abzeichnete.
„Ich hab noch nie von jemandem Blumen bekommen!", raunte Stiles, während seine Finger über Dereks Unterarm glitten und sich schließlich ihre Hände ineinander verschlangen.
„Vielleicht sollte ich mich nachher nochmal dafür revanchieren?"
Derek räusperte sich leise.
Kam es ihm nur so vor, oder war es in der Küche plötzlich um einige Grad wärmer geworden?
Leider kam die kalte Dusche auch sofort in Form eines kleinen Mädchens.


„Iles... Iles... Das blubbert lustig!"
Sofort löste sich Stiles von dem Werwolf und warf einen Blick auf Suki, die gefährlich nah über den Töpfen und Pfannen hing und kurz davor stand auf den Herd zu kippen.
„Was machst du denn da?"
Hastig zog Stiles das Mädchen an den Schultern zurück, nur um festzustellen, dass die Kleine nicht ganz Unrecht mit ihrer Aussage hatte.
Die Kürbissuppe war kurz davor überzukochen und schäumte schon bedrohlich.
„Oh nein..."
Es grenzte schier an ein Wunder, dass sich Stiles bei dem Versuch den heißen Topf von der Herdplatte zu ziehen nicht die Hand verbrannte.
Zum Glück hatte er im letzten Moment noch nach dem Topflappen, der neben Suki lag, gegriffen.
Derek beobachtete die Kübissuppen-Rettungsaktion skeptisch, wobei ihm das breite Grinsen von Tsukiko nicht entging.
Zwar konnte es gar nicht möglich sein, dass das Mädchen dafür verantwortlich war, dass das Essen anbrannte, aber... so wie das aussah hatte sie trotzdem ihren Spaß dabei.
Zumindest sah sie äußerst zufrieden aus, als ihr Stiles ein Küsschen auf die Wange gab, da sie seine Kürbissuppe bewacht und rechtzeitig Alarm geschlagen hatte.
„Du bist wirklich meine kleine Küchenfee, Suki!"
Über Stiles Schulter hinweg warf besagte Küchenfee Derek einen triumphierenden Blick zu. Fehlte nur noch, dass sie ihm ein lautes '1 zu Null für mich, du Trottel' entgegen brüllte.


Zum Glück holte Stiles ihn aus seinen finsteren Gedanken, da er ihn aufforderte doch schon mal am Tisch Platz zu nehmen.
„Ich hol nur noch den Wein aus dem Keller und dann bin ich sofort wieder bei euch, okay?"
Und schon wurde Tsukiko auch schon von der Küchentheke herunter gehoben, nur um in Dereks Arme verfrachtet zu werden.
Kaum war Stiles aus der Küche verschwunden, herrschte eine angespannte Stille zwischen dem Mädchen und Derek.
Suki beobachtete aus zusammengekniffenen Augen den großen Werwolf. Sie hatte ihre kleinen Hände gegen die breiten Schulter gestemmt, während Derek etwas unschlüssig neben dem Tisch stand.
Schließlich gab er ein leises Seufzen von sich.

We're so NOT ready for babysitting [Sterek]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt