Die erste Leiche

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Eine halbe Stunde später waren die beiden Forensiker am Tatort angekommen. Dort warteten bereits mehrere Streifenpolizisten, die sie durchließen. Im Hotelzimmer selbst waren zwei Detectives. Eine Frau und ein Mann. Der männliche Detective bemerkte sie zuerst.

„Ah, gut, dass ihr da seid", meinte er.

„Ich bin Joe West, dass ist meine Partnerin, Patty Spivot. Der Mann wurde hier von einer Putzfrau gefunden. Laut dem Pathologen liegt der Todeszeitpunkt mindestens zwölf Stunden zurück. Außerdem scheint der Körper blutleer zu sein."

Barry Allen begrüßte den Detective freundlich und nickte der Frau zu. Diese nickte zurück und presste ihre Lippen aufeinander. Scheinbar waren die Beiden sich nicht sonderlich grün. Josephine kümmerte sich nicht weiter um das Privatleben ihres Kollegen und ging zu der Leiche. Mittlerweile war der Körper des Mannes fast weiß, Leichenflecken waren auch nicht vorhanden. Wie auch, ohne Blut. Die Wunde am Hals sah sehr ordentlich aus, sie war weder ausgefranst noch besonders tief. Josephine hatte einen fabelhaften Biss hinterlassen. Zwei kleine Runde Einstichwunden, durch die sie sein ganzes Blut gesaugt hatte. Nun kam auch Barry Allen zu ihr und besah sich den toten Körper. Natürlich sah er die beiden Einstichwunden und kniete sich auch gleich hin, um eine Probe zu nehmen.

„Zwei Einstichwunden am Hals, der Körper ist unnatürlich bleich. Ansonsten sehe ich noch einen gebrochenen Kiefer. Seinen Namen haben wir gleich, ich sehe sein Portmonee in der Hosentasche", erklärte Allen und zog sie nun Handschuhe an. Die hätte er wahrscheinlich eigentlich anziehen sollten, bevor er eine Probe von dem Hals des Toten genommen hatte, aber das war nicht ihr Bier. Jetzt beugte er sich über den Toten und entnahm ihm aus der Hosentasche sein Portmonee.

„Der Mann heißt Henry Cavanagh. Er ist 41 Jahre alt und lebt ein paar Straßen weiter", erklärte Allen. Jetzt wusste Josephine auch noch den Namen ihres bis jetzt namenlosen Opfers. Josephine sah sich im Zimmer um, besah sich die Tür genauer.

„Ich glaube, der oder die Täter haben sich hier mit ihm getroffen. Es deutet nichts darauf hin, dass er hierher gegen seinen Willen gebracht wurde. Er hat weder Fesseln noch Abschürfungen an den Händen. Die Tür sieht nicht aufgebrochen auf oder geknackt. Ich würde vermuten, dass er sich das Zimmer gemietet hat, wahrscheinlich nur für eine Nacht. Wenn er ein paar Straßen weiter wohnt, könnte ich mir vorstellen, dass er vielleicht seine Frau hintergehen wollte und das hier getan hat. Wir sollten die Überwachungskameras checken, vielleicht sieht man da etwas. Irgendwer muss ihn ja umgebracht haben und bei so einem teuren Hotel kann ich mir nicht vorstellen, dass die Flure nicht verkabelt sind", fing sie an zu erklären. Die drei Menschen sahen sie bewundernd an, wenn die nur wüssten, dass ihr Mörder direkt neben ihnen stand.

„Ja, wir lassen uns gleich die Bänder geben. Macht ihr derweil hier weiter, wenn ihr fertig seid, kommt zurück ins Präsidium, dort könnt ihr dann weiter machen", bestimmte Joe West und die beiden Detectives verließen den Tatort.

„Du hast ganz schön viel herausgefunden", bewunderte Barry Allen sie. Josephine lächelte nur.

„Naja, dass ist immerhin unser Job. Obwohl ich nur zu gerne wissen würde, was ihn gebissen hat. Die Wunden sind zu sauber, um von einem Tier zu stammen. Und Tiere sind nicht dafür bekannt, dass sie ihre Opfer mitten in einem teuren Hotelzimmer angreifen. Das erscheint mir sehr unwahrscheinlich."

Josephine setzte eine nachdenkliche Miene auf, während sie innerlich lachen musste. Es hatte einen gewissen Reiz, mit der Polizei fieberhaft nach einem selbst zu suchen.

„Vielleicht war es kein Tier, sondern zwei Spritzen. Schau mal, die Wunden sind direkt entlang der Hauptschlagader. Was wäre, wenn jemand ihm mit einer Spritze ein Beruhigungsmittel gespritzt hat und mit einer anderen ihm Blut abgenommen hat?"

Josephine runzelte die Stirn.

„Warum sollte jemand ihm Blut abnehmen? Und dann auch noch so viel, dass keins mehr vorhanden ist? Vielleicht sollten wir später noch in der Pathologie fragen, woran er überhaupt gestorben ist, bevor wir über den Tathergang mutmaßen."

Barry Allen hatte den richtigen Job gewählt, eindeutig. Obwohl er total daneben lag mit seiner Mutmaßung, sie war trotzdem sinnvoll. Auch wenn Josephine sich bei seiner Erklärung wirklich nicht denken konnte, was ein Mensch mit knapp sechs Litern Blut wollte, wenn man so wie Allen davon ausging, dass es keine Vampire oder ähnliches gab.

„Ja, gut. Das scheint mir auch das Beste zu sein. Aber zuerst sollten wir hier alles fotografieren. Und ich würde gerne noch von seinem Kiefer proben nehmen, vielleicht finden sich dort DNA-Spuren von dem Mörder oder den Mördern."

Josephine nickte und gemeinsam sammelten sie noch ein paar Proben von der Leiche und fotografierten alles. Danach fuhren sie wieder zum Präsidium zurück.


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⏰ Letzte Aktualisierung: Mar 17, 2017 ⏰

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Vampire vs Flash (Flash Fanfiktion)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt