"Wir gehen shoppen!" Entschied ich, was Liam entsetzt aufkeuchen ließ.
"Das kannst du mir nicht antun." Sagte er und schaute mich flehend an, was ich aber gekonnt ignorierte.
Auch wenn ich selber kein großer Fan vom Shoppen war, wollte ich meinen großen Bruder gerade einfach nur ärgern.
Immerhin hatte er mir meine Zigaretten weggenommen und ich war die ganze Zeit kurz davor aus zu rasten.
Scheiß Entzug...
"Natürlich kann ich dir das antun, Brüderchen. Du hast gesagt, ich darf aussuchen, was wir heute machen und ich habe mich für Shoppen entschieden."
"Und zahlen soll ich wahrscheinlich auch noch..." Grummelte Liam leise eher zu sich selbst, aber das von ihm Gesagte kam mir ehrlich gesagt ziemlich entgegen.
"Das ist eine super Idee!" Meinte ich.
"Ich gehe dann mal hoch, um mich umzuziehen. Holst du in der Zeit dein Portemonnaie?"
Grinsend machte ich mich auf den Weg in mein Zimmer, wo ich mir eine zerrissene Jeans und ein schlichtes schwarzes Top anzog.
Dazu holte ich mir noch meine schwarzen Vans.
Zufrieden blickte ich in den Spiegel, nachdem ich mich noch mit Concealer, Mascara und Eyeligner geschminkt hatte.
So konnte ich mich sehen lassen.
"Ich bin fertig!" Rief ich runter und stand kurz darauf auch schon neben meinem Bruder, welcher gerade dabei war sich seine Schuhe zu zu binden.
Kurz darauf saßen wir auch schon in seinem Auto und fuhren zu dem nächsten Kaufhaus.
Während der Fahrt herrschte eine angenehme Stille.
Nur das Radio, welches einen Hit nach dem anderen spielte, sorgte für ein wenig Geräusche.
Nach einer zwanzig minütigen Fahrt parkte Liam sein Auto in dem Parkhaus, von wo aus wir uns direkt zum ersten Laden begaben. H&M. Ich liebe dieses Geschäft einfach. Auch wenn ich ja eigentlich nicht so gerne shoppen gehe, bin ich ein riesiger Fan von H&M.
Zielstrebig lief ich in die Abteilung mit den etwas 'jugendlicheren' Klamotten und schaute mich direkt um. Ich musste zugeben, dass ich tatsächlich gerade mehr Spaß an dieser Aktion hatte, als gedacht, was aber wahrscheinlich größtenteils daran lag, dass mein großer Bruder ein Gesicht zog, als wäre gerade jemand gestorben. Okay, vielleicht nicht ganz so extrem, aber es war ziemlich offensichtlich, dass er lieber ins Kino oder so gegangen wäre. Tja, da musste er jetzt aber wohl oder über durch.
"Was hältst du von diesem Shirt?" Fragte ich und hielt ein schlichtes, schwarzes Crop Top nach oben. Schulternzuckend murmelte Liam ein 'Gut', was mich genervt aufstöhnen lässt. "Jetzt versuche doch wenigstens so zu wirken, als hättest du Spaß."
Nur wenige Sekunden später zaubert sich das falscheste Lächeln, dass ich je gesehen habe, auf das Gesicht meines Bruders. "Schwesterherz. Das Shirt sieht wunderschön aus. Such dir doch noch ein paar andere Sachen raus und dann musst das unbedingt anprobieren!" Seufzend hing ich das Crop Top wieder weg und sagte dann: "Weißt du was. Wir gehen jetzt einfach Eisessen." Mit diesen Worten zog ich ihn an der Hand hinter mir aus dem Geschäft und dann in Richtung der Eisdiele des Kaufhauses.
"Nein, Lucy. Ich gebe mir jetzt Mühe. Wirklich!" Versuchte Liam mich davon abzuhalten die Shopping Tour abzubrechen, aber ich schüttelte nur mit dem Kopf. "Du sollst auch deinen Spaß haben."
Ich setzte mich an einen Tisch und bedeutete meinem Bruder gegenüber von mir Platz zu nehmen. Nach kurzem Überlegen machte Liam es dann auch und wollte gerade nach der Karte greifen, als sein Handy klingelte. Genervt holte er es aus seiner Hosentasche und und nahm den Anruf entgegen. "Ja?" Fragte er in den Hörer, worauf auch ich die hysterische Stimme seiner Freundin hören konnte. "Wo bist du denn?! Ich wollte doch heute mit dir was machen!" Mein Bruder verdrehte die Augen und sagte: "Ich bin mit Lucy unterwegs." "Dann komm jetzt nach Hause. Die Kleine hat sie doch sowieso nicht mehr alle!" Meinte sie, worauf ich scharf die Luft einzog. "Ich möchte nicht, dass du so über sie redest, Sophia." Sagte Liam total genervt, aber trotzdem ruhig.
"Ich kann und werde dich nicht teilen, Liam. Sie oder ich, entscheide dich." Meinte diese Hexe und mein Bruder und ich rissen gleichzeitig geschockt die Augen auf. Liam allerdings schloss sie schnell wieder und sagte dann leise: "Dann kannst du deine Sachen packen und verschwinden. Wenn ich wieder da bin, will ich dich nicht mehr sehen." Nach diesen Worten hörte man nur noch ein laut gekreischtes 'Was?!' bevor Liam auflegte.
Einen Moment lang, herrschte geschockte Stille, welche allerdings von der Kellnerin durchbrochen wurde. "Was kann ich ihnen bringen?" Fragte sie freundlich und schaute uns abwartend an. Als mein Bruder keine Anstalten machte etwas zu sagen, bestellte ich einfach für uns beide. "Ich hätte gerne zwei Kugeln Zitrone und für meinen Bruder nehme ich eine Kugel Cookies und eine Kugel Schokolade." Das hatte er zumindest früher immer gemocht.
Seufzend schnipste ich vor dem Gesicht von Liam herum und versuchte ihn somit aus seiner Starre herauszuholen, was nach kurzer Zeit auch klappte. "Ich kann nicht fassen, dass du das gemacht hast." Murmelte ich und schüttelte ungläubig mit dem Kopf. Mein Bruder zuckte nur mit den Schultern und sagte dann: "Ich glaube, dass ich hätte ich schon lange machen sollen. Es ist aber trotzdem irgendwie komisch." Ich nickte verständnisvoll und legte eine Hand auf seine.
"Ich habe Cookies und Schokolade für dich bestellt. Ich hoffe doch, das magst du noch genauso gerne wie früher." Sagte ich, worauf sich ein Lächeln auf Liams Gesicht schlich. "Du hast es nicht vergessen." "Wie könnte ich."
Als Liam das Auto in der Einfahrt geparkt hat, stiegen wir aus und gingen nach drinnen. Ich musste mich die ganze Zeit echt beherrschen, um nicht einfach irgendwo Zigaretten zu kaufen, aber ich hatte es geschafft. Die Frage war nur, wie lange ich das durchhalten würde. Mit dem frühen ins Bett gehen, um nicht ans Rauchen denken zu müssen, würde es heute nämlich nicht klappen, da ich noch einen Kampf hatte.
"Ist sie schon weg?" Hörte ich Liam an Perry gewandt fragen, die soeben in den Flur gekommen war und nun mit dem Kopf schüttelte. "Nein. Sie sitzt verheult im Wohnzimmer und möchte versuchen dich noch umzustimmen." Ohne ein weiteres Wort ging mein Bruder ins Wohnzimmer und kurz darauf hörte man auch schon, das hysterische Herumgekreische seiner Ex.
"Halt die Fresse, Sophia! Da bekommt man ja Kopfschmerzen!" Rief ich und ging dann nach oben, wo ich mich langsam begann fertig zu machen. Der Kampf, bei welchem ich antreten würde, war zwar erst heute Abend, aber ich wollte gerne noch ein bisschen bei den Kämpfen der Leute aus meiner Gang zugucken, die heute über den ganzen Tag verteilt stattfanden.
Ich verwandelte mich nun also in moonlight und wollte dann nach draußen, allerdings hatte die ganze Sache einen Haken, den ich nicht bedacht hatte. Es war hellichter Tag. Wie sollte ich mich da unbemerkt nach draußen schleichen? Durch die Haustür konnte ich definitiv nicht, also blieb mir nur noch das Fenster, welches ich nun also öffnete und aus welchem ich dann vorsichtig herausstieg.
Unten angekommen atmete ich erleichtert auf, was allerdings nur kurz anhielt, denn hinter mir hörte ich eine Stimme. "Moonlight?"
Louis.
Das hier ist das vorletzte Kapitel. Es ist extra lang, damit das Ende nicht allzu abrupt kommt.
Sorry übrigens, sollte es irgendwo Wechsel in der Zeitform geben. Ich schreibe mein eigenes Buch nämlich in der Gegenwart und da ist es immer ziemlich schwierig auf Vergangenheit umzusteigen.
LG
Nele
DU LIEST GERADE
Bad Girl 1D
FanfictionACHTUNG! Dies ist nicht der Anfang dieses Buches und dieses Buch gehört auch nicht mir. Ich schreibe es nur für eine andere Person weiter. Diese markiere ich euch im ersten Teil.
