49. Goodbye Charleston

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*Maries P.O.V.*

"Ich habe sie jetzt gebadet und umgezogen.", informierte ich Bobby, der vor der Tür gegen die Wand gelehnt war. Bobby war anscheinend tief in Gedanken, denn er hatte kaum auf meine Anwesenheit reagiert. "Bobby!" Ich umfasste seinen Oberarm, worauf er auf zuckte und mich dann fragend ansah. "Ja?" "Ich habe sie jetzt gebadet und umgezogen.", wiederholte ich lächelnd. "Gut, gut.", nickte er sich den Nacken reibend. "Wie geht es unserem Fuchs?" Er senkte seine Hand. "Er schläft. Aber Finlay kümmert sich gerade um ihn.", antwortete er bedrückt und sah weiterhin auf den Boden. "Bobby, er lebt. Ihr lebt. Wir leben. Und wir haben gewonnen. Versuch wenigstens etwas glücklich zu sein." Er blickte mich bissig an. "Glücklich?" Ich nickte. "Wir haben so gut wie jeden verloren Marie! Auch wir hätten knapp ins Gras gebissen! Glücklich kann ich da nicht sein.", entgegnete er. "Fahr mich nicht in diesen Ton an, Bobby Branson!" Ich hob warnend den Finger und stemmte meine andere Hand auf meine Hüfte. Sein Blick glitt grimmig zur Seite. "Jetzt hör mir mal zu. Ihr wolltet den Krieg, ihr wusstet das nicht alle lebend da raus kommen. Das brauch dich nicht überraschen. Und es wäre eigentlich fast keiner lebend raus gekommen, wenn Foxy sich nicht auf die Lippe gebissen und zusammengerissen hätte. Es sind wenigstens einige lebend raus gekommen. Und dafür sollten und müssten wir dankbar sein. Also lass das grimmige Getue und freue dich. Unsere Leute sind nicht umsonst gestorben. Wir können nun in Ruhe weiterleben. Die Zeit des Schreckens ist vorüber." Seine Mimik wurde weicher. "Tut mir leid." Ich seufzte. "Du brauchst dich nicht entschuldigen. Ich versteh dich. Du hättest beinahe die einzige Person verloren die dir noch übrig ist. Aber er ist nicht fort. Er lebt. Und er brauch dich jetzt. Ihr beide braucht euch. Ihr habt beide Freunde verloren. Und ihr müsst nun beide füreinander da sein." Leicht drückte ich seinen Oberarm. Ich versuchte in sein Gesicht zu sehen, aber er mied meinen Blick. Da sah ich eine glänzende, feuchte Spur auf seinem Gesicht. "Oh Bobby." Er begann zu schluchzen. "Komm' her.", fügte ich hinzu und legte meine Arme um ihn. "Es ist gut. Alles wird gut." Er drückte sich von mir weg, wischte sich seine Tränen weg und atmete aus. "Geht wieder. I-ich hatte nur was im Auge. Er stemmte seine Hände auf seine Hüften. Ich lachte auf. "Wie machst du das?", fragte er. "Machen was?" "Wie kommst du damit klar? Ich meine...Mark...er ist auch..." Er beendete den Satz nicht, aber ich wusste was er meinte. "Mark und ich waren immer zusammen. Wir hatten unsere Zeit, er wusste was passieren würden könnte und ist es dennoch eingegangen um uns ein friedliches Leben zu bescheren. Wir hatten unseren Abschied. Aber er wird immer bei mir sein.", lächelte ich zärtlich. "Aber er...war dein Sohn. Du warst seine Mutter, da würde man denken du würdest nun ein gebrochenes Wrack sein." "Mein Herz schmerzt, aber ich werde nicht darüber heulen das ich weiterleben darf, das mein Sohn mir ein restliches friedliches Leben geschenkt hat." "Du bist eine Klasse Frau, Marie. Charleston kann sich glücklich schätzen jemanden wie dich zu haben." Er klopfte mir auf die Schulter. "Ohne dich würde hier nichts laufen. Und falls du dich mal aus heulen willst, und dafür eine Schulter brauchst, dann... wende dich an Foxy." Ich lachte. "Ich bin nicht so ein Typ, ich kann niemanden weinen sehen." Mein Lachen kling ab. "Ich weiß Bobby, ich würde auch nie in solch einer Situation zu dir kommen. Wenn ich trinken will, dann komm ich zu dir." Er zwinkerte mir zu. "Dabei kann ich dir behilflich sein." Wir beide lächelten uns gegenseitig an. "Wie dem auch sei. Ich werde mal nach Dean sehen." Ich nickte. "Ich bleibe bei Foxy.", fügte ich hinzu. "Sie wird durch drehen, wenn sie...-" Ich hob eine Hand. "Sprich es bitte nicht aus.", unterbrach ich ihn. "Aber...ja, wahrscheinlich. Aber sie wird es nicht ändern können. Sie wird es akzeptieren müssen. So ist es jetzt nun mal. Es ist passiert.", fügte ich hinzu. "Wie sieht sie aus? Wie hält sie sich?", fragte er besorgt. "Wie soll sie schon aussehen? Ihre Klamotten waren total zerfetzt. Ihr Körper war ein einziges blutiges Schlachtfeld. Ich habe so gut es ging ihren Körper reinigen können, aber die Bisswunden heilen kaum. Ich habe zwar nicht viel Ahnung von Vampiren, aber ich vermute sie braucht Blut, und glücklicherweise habe ich sogar ein Blutbeutel in ihrer Tasche gefunden.", erklärte ich. "Sie wird wieder, auf jeden fall. Sie ist nun mal eine harte Nuss. Beide müssen sich nun einfach etwas ausruhen." Er lächelte. "Ich komme zu dir, wenn sie aufwacht." Er nickte. Ich bin dann mal weg, bis später Marie." "Bis später.", lächelte ich, und er und lief den Korridor entlang.

H E A R T S│ᴳᴱᴿᴹᴬᴺWo Geschichten leben. Entdecke jetzt