30. Oh noooo... Grandma, Grandpa :/

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„Was ist das denn so laut hier?“, fragte Harry, als er mir aus dem Wagen half und wir Hand in Hand auf das Haus meines Dads und mir zuliefen. 

„Nein“, flüsterte ich erschrocken und riss die Augen auf. 

„Was ist denn?“, fragte mein Freund neben mir verwirrt. 

„Meine Großeltern sind da!“, rief ich entsetzt. 

„Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen“, sagte Harry, „Ich kenne bald schon deine ganze Familie, du aber noch nichtmal meine Schwester oder meine Mutter.“

„Am liebsten wäre es mir, wenn du sie nie kennen lernen würdest“, sagte ich, „Du musste wissen, es sind die Eltern meines Dads nicht von meiner Mutter. Wir gehen jetzt schnell und leise in mein Zimmer. Folge mir unauffällig.“

Ich schloss die Tür auf und zog den Armen verwirrten Harry hinter mir her. 

„April! Hilf mir! Bitte“, mein Dad kam auf uns zugerannt. 

Verdammt, Plan fehlgeschlagen. 

„Ich wollte jetzt…“, doch mein Vater zog mich, und somit auch Harry, einfach mit sich. 

Die Musik dröhnte laut im Wohnzimmer. 

Ich hielt mir die Ohren zu und machte die Musik aus. 

Meine Oma, die im Glitzerminirock auf dem Tisch tanzte und mein Opa im Glitzerfummel aus den Achtzigern, der verzweifelt versuchte den Schrank, in dem sich die Alkoholvorräte befanden, zu öffnen, ignorierte ich gekonnt. 

Der Arme Junge neben mir konnte seine Augen gar nicht von den beiden lassen. 

Geschockt sah er zwischen ihnen hin und her. 

Ich stupste ihn an. 

„Hör auf so zu starren“, zischte ich. 

„Jetzt weiß ich, woher dein Vater das hat. Also, dass man immer denkt er sei etwas auf Drogen. Versteh mich nicht falsch. Aber diese leicht… Verrückte Ader“, er zwinkerte mir zu und küsste mich dann schnell auf die Wange. 

Ein seeeeehr großer Fehler. 

„Ist das dein Freund?“, fragte mein Oma neugierig. 

Ich nickte einfach nur. 

„Hübsch“, sagte sie und kam vom Tisch runter. 

„Ich kenn den!“, rief mein Opa aufgeregt, „Der ist halbnackt auf dem Cover meiner Zeitschrift!“

Harry lief etwas rot an und senkte den Blick. 

Oh Gott! Konnte es denn noch schlimmer werden?

„Als was arbeitest du?“, fragte meine Grandma, die mittlerweile schon gefährlich nah war.

„Sänger“, sagte Harry nach kurzem überlegen leicht eingeschüchtert. 

Das war so peinlich!

„Der Junge ist nicht gut! Er hatte eine Beziehung mit Taylor Swift. Schließlich hat er schon als Inspiration für einen ihrer Songs gedient. Gruselig diese Frau“, sagte mein Opa. 

„Das ist gut. Ein sehr guter Beruf. Du bekommst doch bestimmt ganz viel Geld. Aber unsere April ist ja jetzt auch voll erfolgreich“, erklärte meine Oma ihm stolz. 

„Sie hat None Reaction Dings-Bums um längen überholt“, wie ein kleines Kind streckte mein Grandpa ihm die Zunge raus.

„Und Schätzchen, habt ihr denn scho-“, ich unterbrach meine Oma. 

„Das Reicht! Wir gehen nach oben!“, sagte ich und zog Harry mit mir die Treppe hoch. 

„Aber seid bitte nicht so laut!“, rief meine Großmutter noch.

In diesem Moment hätte ich ihr den Hals umdrehen können. 

Harry kicherte. 

„Fall mir doch nicht so in den Rücken“, schmollte ich verärgert. 

„Deine Großeltern sind… crazy…“, sagte er und grinste. 

Ich nickte wieder nur. Was sollte man dazu denn sagen? 

„Ganz ruhig“, Harry begleitete mich Backstage. Zu meinem erstem Konzert. 

„Ich bin aber nicht ruhig“, zischte ich. 

Er lachte nur.

„Was hast du vor deinem erstem Konzert gemacht?“, fragte ich.

„Tief eingeatmet.“

Ich tat was er sagte. 

„Die Augen geschlossen.“

Fast automatisch schlossen sich meine Augen. 

„Wieder ausgeatmet.“

Meinen Atem hörte man im ganzem Raum.

„An eine Person gedacht die ich liebe.“

Keine Frage. Harry. 

Ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen. 

„Sehr gut“, seine ruhige Stimme ließ mich die ganze Nervosität vergessen. 

„Und dann?“, fragte ich. 

Er beugte sich zu mir und küsste mich.

„Denk daran, warum du auf der Bühne stehst und singst. Du lebst deinen Traum. Tausende Menschen sehen zu dir auf. Fünfzigtausend Leute, die nur wegen dir hier sind. Die dich mögen, die deine Musik lieben. Jeder einzelne von ihnen“, er sah mich mit seinen warmen grünen Augen an und küsste mich noch einmal. 

„Miss Summers, sie müssen jetzt auf Position“, sagte eine kleine Brünette mit einer Brille auf der Nase und einem Klemmbrett in der Hand. 

„Viel Glück. Ich werde dir zusehen“, er drückte noch einmal kurz meine Hand und ging dann. 

Jetzt ging es los. 

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