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Für Kate’s Geschmack wurde es viel zu schnell Abend.

Nachdem sie und Castle vom Club direkt zum Revier gefahren waren, hatte sich nicht wirklich etwas Neues ergeben.

Sie hatten wie üblich das Mordfallbrett aufgebaut und mit allen bisher in Erfahrung gebrachten Fotos, Berichten, Zeugenaussagen und einer Zeitleiste versehen.

Sie waren die wenigen Zeugenaussagen durchgegangen die sie hatten aufnehmen können und hatten einige Alibis überprüft, bis Kate schliesslich mit einem entnervten Aufstöhnen den Hörer auf die Gabel warf und den letzten Zeugen auf der Liste mit einem Häkchen versah.

Danach hatte sie zusammen mit Ihrem Partner auf das Brett gestarrt und alle möglichen und unmöglichen Theorien aufgestellt und gleich wieder verworfen.

Selbstverständlich kamen – wie sollte es auch anders sein – die meisten der unmöglichen Theorien von Castle.

Der lebensfrohe Schriftsteller schien den grausamen Tod seiner Bekannten schon halbwegs verkraftet zu haben und machte an den unpassendsten Stellen seine blöden Witze.

Kate hätte sich natürlich lieber die Zunge abgebissen, als zuzugeben, dass sie Castle’s Kommentare zu schätzen gelernt hatte, das diese ihr sogar fehlten, wenn Castle nicht an ihrer Seite ermittelte.

Nach drei Stunden hatte sie Castle zum Schlafen nach Hause geschickt, schliesslich graute schon der Morgen und der Tag würde noch lang genug werden.

Bevor sie sich aber ebenfalls gestattete, nach Hause zu fahren, um ein paar Stunden zu schlafen, mobilisierte sie ihre gesamte Konzentration und besah sich nochmal aufmerksam die Tafel.

Hier und dort besserte sie etwas aus, brachte die Informationen über das Opfer auf den neuesten Stand und trat dann nochmal zurück, um das Gesamtbild zu betrachten.

Als sie zufrieden war, trat sie an ihren Schreibtisch, um ihre Mails zu checken.

Und erst, als sie auch die letzte Mail gelesen hatte, machte sie sich auf den Weg nach Hause, um mit viel Glück noch fünf Stunden zu schlafen.

Pünktlich zum Schichtbeginn um zehn Uhr war Beckett zurück an ihrem Schreibtisch.

Castle betrat das Revier durch die sich öffnenden Fahrstuhltüren und sofort begannen seine Augen, nach Kate zu suchen.

Das war schon ein automatischer, unbewusster Vorgang geworden, wie das Atmen.

Fast sofort fand sein Blick, was er gesucht hatte und augenblicklich ging es Castle besser.

Er musste lächeln.

Sein Cop.

Kate saß in Papiere vertieft an ihrem Arbeitsplatz, den Telefonhörer zwischen Ohr und Schulter geklemmt, während sie sich Notizen machte.

Schnell ging Castle zu ihr und als er näher kam, nahm er wahr, dass Kate sich unauffällig die Hand vor den Mund hielt, um ein Gähnen zu unterdrücken.

Mit einem kurzen Seitenblick auf das Brett bestätigten sich Castle’s Vermutungen, dass seine Partnerin sich wieder die halbe Nacht mit Arbeit um die Ohren geschlagen hatte.

Im Mordfall von Beatrice Perez wurde von New Yorks bestem Cop ermittelt und Castle zweifelte nicht eine Sekunde daran, dass Beckett den Schuldigen finden würde.

Wieder musste Castle lächeln als er Kate begrüßte und ihr einen Becher mit heissem Kaffee überreichte.

„Danke. Das rettet mir gerade das Leben.“

Castle - CocktailWo Geschichten leben. Entdecke jetzt