Ende

614 72 17
                                        

Hey, ich würde dieses Buch gerne nach fast einem Jahr beenden, wenn es euch nichts ausmacht.

Ich kann kaum glauben das ein weiteres Jahr vergangen ist, ein Jahr in dem so unglaublich viel passiert ist.

Viel Schmerz, viel Freude und viel Angst.

Es wäre falsch zu sagen dass irgendwas besser geworden ist, das meine Sozialphobie auf magische Weise einfach verschwunden ist, das Depression nie wirklich existiert hat und es tatsächlich nur eine Phase war.

Aber leider muss ich dagegen sprechen.

Ich wurde im Januar mit Depression und einer sozialen Phobie diagnostiziert und kann somit bestätigen dass ich seit vier Jahren damit zu leben habe.

Depressionen sind kein spaß und ich danke mir selbst sie nie ästhetisch dargestellt zu haben.

Depressionen sind dreckig und Sozialphobien sind isolierend.

Ich gehe immer noch nicht raus, habe mich nach einem Jahr mal dazu bringen können in die Stadt zu gehen, doch dies blieb einmalig und ist nun wieder vier Monate her.

Freunde habe ich alle verloren, alle die ich im letzten Jahr gewonnen habe und alle die ich zuvor kaum hatte.

Mein Leben ist ziemlich einsam, bis auf eine Freundin die ich bloß durchs Internet kenne.

Ich habe meinen Abschluss gemacht mit einem 1,8 Durchschnitt, bin auf einem Gymnasium angemeldet und gehe dort mehr oder weniger jeden Tag hin.

Heute nicht.

Ich habe bereits zwei Klausuren verpasst und mit Sicherheit Fehlstunden im zweistelligen Bereich.

Ich bin nicht stolz auf mein Fehlen, bin nicht faul, bin nichtmal wirklich froh darüber manchmal der subtilen Hölle zu entkommen.

Schule ist okay, schule ist einsam aber absolut okay.

Ich bin nicht okay, aber vielleicht werde ich es irgendwann sein.

Werden wir alle, hoffentlich.

Sozialphobie ist nicht nur Angst, es ist Enttäuschung, Versagen und Hass.

Missverstanden bei jedem, wenn ihre zweidimensionalen "Lösungen" erklingen und alles nur schlimmer machen.

Es ist okay wenn du heute nicht zur Schule gehen kannst, ob du willst oder nicht, ob du könntest oder nicht - es hält dich auf und dafür kannst du nichts.

Es ist okay wenn du deinen Freunden absagen musst, ob du allein sein willst oder nicht, ob du sie unendlich vermisst oder nicht - sei nicht so hart zu dir selbst, ich weiß dass du Ja sagen willst.

Aber Ja sagen ist nicht immer einfach, aufstehen ist nicht einfach, rausgehen, ans Telefon gehen oder jemandem in die Augen sehen.

Es wird einfacher werden, das hoffe ich für uns alle, für jeden der das hier liest, ob diagnostiziert mit der Phobie oder einfach schüchtern, für jeden der sich in allen meinen Aspekten wiederfindet oder bloß in einem.

Vielleicht wird es schlimmer, vielleicht besser aber eins kann ich sagen, auch wenn es für mich noch nicht so weit ist, irgendwann wird es aufhören.

Also, ich bin stolz auf jeden der heute einen Schritt gewagt hat und auf jeden der ihn morgen ansetzen wird.

Du hast das Ende der veröffentlichten Teile erreicht.

⏰ Letzte Aktualisierung: Oct 05, 2018 ⏰

Füge diese Geschichte zu deiner Bibliothek hinzu, um über neue Kapitel informiert zu werden!

Meine SozialphobieGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt