3. new chapter of life 🍷

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Obwohl ich mich von den Geschehnissen um die Mittagszeit gedanklich immer noch nicht losreißen konnte, blieb mir doch nichts anderes übrig als weiterhin meiner Arbeit nachzugehen. Mein Gesicht war gezeichnet von Sorge, während ich mir meinen Weg durch die langen schmalen Gänge des modernen Gebäude zum Meetingraum bahnte.

"Du bist so selbstgerecht...das warst du schon immer"

Wieso nur wollten seine Worte nicht aus meinem Kopf verschwinden? Ich war so dermaßen wütend gewesen das an eine schlagfertige Antwort kaum noch zu denken gewesen war. Und dennoch. Sein Gesicht war so nah gewesen das ich seine langen tiefschwarzen Wimpern hätte zählen können. Er hatte Augen die Geschichten erzählen konnten ohne das ihm auch nur ein Wort dabei über die Lippen kommen musste.

Ich weiß noch wie mir jenes Detail in unserem aller ersten Gespräch das wir geteilt hatten aufgefallen war. So tief, klar und doch gleichermaßen undurchdringlich.

Es erinnerte mich an damals als wir mehr geteilt hatten als die Wege zu unseren Arbeitsplätzen im Entertainment. Als ich kurz darauf vor dem Büro war in das mich mein Weg heute pflichtbedingt führte zog sich etwas in meinem Brustkorb schmerzhaft zusammen.

Den Kopf gesenkt auf den Boden starrend harrte ich einen Moment vor der Tür aus bevor ich den Raum betrat. Meine Hände ballten sich zu Fäusten als ich an den Moment dachte der aus Uns ein nichtssagendes Yoongi und Ich gemacht hatte. Ich konnte ein leises bedrücktes Seufzen nicht mehr unterdrücken.

Letztendlich war es doch die richtigere, vernünftigere Entscheidung gewesen oder? Manchmal sind wir womöglich schlicht gezwungen mit Vernunft zu handeln, aber machte mich das direkt zu einem schlechten Menschen?

Ich schluckte meinen Frust herunter.

Yoongi's Gesicht hatte heute Bände gesprochen, seine Worte waren durchzogen von Bitterkeit, gepaart mit einem Hauch Enttäuschung. Das er nach all der Zeit scheinbar immer noch mit sich selbst rang ob er mir nun vergeben sollte oder nicht, trieb mich fast in den schieren Wahnsinn. Gleichermaßen jedoch nagte es mehr als es sollte an mir, die Quelle zum See der Schuldgefühle die mich jeher plagten hatte er bereits vor langer Zeit zum überlaufen gebracht.

Die Wahrheit ist, das die Situation vorhin leider kein Einzelfall war. Mal ganz von der Sache mit dem Belauschen abgesehen.

Immer wieder schien es vorzukommen das Yoongi regelrechte Stimmungsschwankungen hatte. Und damit meine ich nicht seine Üblichen, an die ich und auch alle anderen in seinem Umfeld bereits gewöhnt waren.

Es war wie damals als ich noch in Frankreich gewohnt hatte. Etwa eine Stunde von Lyon entfernt, eine ländliche Gegend, lief uns damals als ich 13 war eine streunende Katze zu. Da sie nicht scheu war gingen meine Eltern und ich davon aus das sie bereits Erfahrungen mit Menschen haben musste.

Meine Überzeugungskünste glichen damals waren Wundern und so durfte ich die kleine weiße Katze schließlich behalten.

Ich lernte schnell mich auf ihren Charakter einzustellen, und das war auch wichtig denn sie war wahrlich unfassbar temperamentvoll.

Wenn ich sie streichelte lauerte bereits im Hinterkopf die Ahnung der 50/50 % Chance. Entweder sie schmuste ausgiebig und so herzergreifend liebevoll mit mir das sie sich gar auf den Rücken rollte, laut schnurrte und ihr Köpfchen an meiner Hand rieb. Oder es lief genau anders herum.

Zuerst lockte sie mich an und nur wenige Sekunden später biss sie mir listig in die Finger oder kratzte mich bis das But meinen Arm hinab floss. All das bevor sie mit erhobenem Kopf auf dem Absatz kehrt machte und mich schließlich den Rest des Tages ignorierte.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Aug 25, 2020 ⏰

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