Kapitel 11

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*POW Kageyama*

Ich war die ganze Nacht wach. Hinata ging es so schlecht, daran hätte ich niemals denken können. Er hat in der Nacht immer wieder angefangen zu zittern und zu schreien. Geweint hat er die ganze Nacht.

Ich machte mir viele Sorgen um ihn. Ich wollte ihn nicht eine Sekunde aus den Augen lassen. Ich hatte Angst um ihn. Das alles war so ernst, jetzt verstand ich auch sugawaras Sorge.

Wusste sugawara was los war? Aber selbst wenn nicht, ich glaube er hat hinata beim umziehen gesehen. Er muss seine Verletzungen gesehen haben. Und dann hat er rumgeschrien. Ja das könnte passen. Aber das erklärt zumindest, warum ich keine Fragen stellen sollte.

Ich dachte darüber nach, was er wohl träumte. Es wirkte für mich so als ob er etwas schreckliches durchleben musste und jetzt ein Trauma davon hatte. Armer hinata. Außerdem schreit er immer "Hör auf", "hör auf damit" und "lass mich".

Ob ihn wohl jemand misshandelt hat. Mir blieb keine Zeit zum nachdenken, da fing er schon wieder an zu zittern. Ich fing an, ihn am Kopf zu kraulen, doch es brachte nichts. Jetzt fing er an zu schreien und ich weckte ihn auf. Danach beruhigte ich ihn, bis er irgendwann wieder einschlief.

Ich hatte das jetzt so oft in dieser Nacht erlebt. Es war bei hinata nicht so wie bei mir damals, als ich nicht schlafen konnte. Ich hatte auch Alpträume. Sie handelten meistens davon, dass sich alle von mir abwanten und mich anfingen zu mobben. Ich hatte so Angst vor alle dem. Ich konnte damals auch nicht schlafen, hatte Angst einzuschlafen. Ich war deshalb unkonzentriert in der schule und wurde beim Volleyball immer schlechter. Ich über spielte all dies, indem in noch härter trainierte und alle anderen immer mehr anschrie, sie sollen sich anstrengen. Den anderen fiel nur das rumgeschreie auf. Die Alpträume endeten, als ich zur karasuno wechselte und hier Freunde fand.

Vor allem hinata war mir wichtig. Er war immer am lächeln, und wenn er mal traurig war, konnte er seine Laune durch Volleyball ausdrücken. Er spielte dann immer so lange, biss er entweder total erschöpft war, oder wir rausgeschmissen wurden, weil daichi nicht wollte, dass wir uns so verausgabten.

Hinata war der einzige, der meine Leideschaft teilte. Sicher liebten die anderen Volleyball auch, aber das war anders. Nur bei hinata war ich mir sicher, im Volleyball waren wir eins. Ich hatte das Gefühl ihn voll und ganz verstehen zu können, wenn wir spielten. Ich wusste genau wie er sich fühlte.

Und außerhalb des Spielfelder haben wir uns immer gegenseitig provoziert und so bessere Leistungen erzielt. Wir haben so viel miteinander konkurriert, dass alle dachten, dass wir uns nicht mochten.

Ich kann nur für mich sprechen, aber ich mochte ihn immer. Immer wenn ich mies drauf war hat er einen weg gefunden mich aufzuheitern, auch wenn er dann immer sehr anstrengend war. Und wenn er mies drauf war, konnte ich ihn aufheitern.

Ich glaube ich war mindestens genauso nervig wie er, wenn es darum ging. Ich fühlte mich hinata so verbunden, als sei er perfekt für mich. Ich wollte ihn gerne für mich haben, allen sagen können, er sei meins und ihn immer umarmen und mit ihm kuscheln.

Ich fand erst vor kurzen heraus was das bedeutete. Ich war nicht so gut in Gefühlen. Naja ich war natürlich immernoch besser als tsukkishima, aber ich konnte auch nicht wirklich was damit anfangen.

Irgendwann hatte mich mal sugawara angesprochen, wie meine Gefühle hinata gegenüber aussehen würden und ich verstand nicht was er meinte. Er lachte darauf nur und erklärte mir,

S: "wenn man jemanden in die Augen sieht und darin seine Zukunft sieht, wenn man sich keinen gemütlicheren und geborgereren Ort vorstellen kann, als in den Armen einer Person, wenn man diesen Ort zuhause nennt, wenn man Herzklopfen bekommt, wenn man die person sieht und schmerzen wenn sie geht, wenn man an eine person die ganze zeit denken muss, wenn man bei jeder nachricht von ihr lächeln muss und bei jeder Berührung von ihr gänsehaut bekommt. Das ist Liebe. Verstehst du nicht deine eigenen Gefühle? "

Daraufhin hatte ich viel nachgedacht und bemerkt, dass alles zutraf, was mir sugawara über die Liebe erzählte. Da wurde mir schlagartig klar, ich hatte mich in hinata verliebt.

Es ging also immer so weiter, ich passte auf hinata auf, während er schlief und dachte gleichzeitig über ihn nach. Irgendwann wurde es hell und ich beschloss hinata zu wecken, ohne dass er vorher anfängt zu zittern.

Er wachte total verheult auf und sah einen Moment echt verwirrt aus. Ich fand das echt süß. Als er Begriff, wie wir lagen, wurde er rot, woraufhin auch ich rot wurde. Ich stand auf und stotterte ein wenig

K: "Ich...ich mach Frühstück ok?"
Hinata nickte daraufhin. Mir fiel auf, dass er seit gestern kein Wort gesprochen hatte. Ab und zu sah er so aus als würde er es versuchen, aber er brachte keinen Ton heraus. Nur als er geschlafen hatte schrie er.

Ich ging dann runter um Frühstück zu machen, in der Hoffnung, er würde heute etwas essen. Aber leider war die Mühe vergebens, denn er schaffte vielleicht 3 bissen, bevor er zur Toilette rannte und sich übergab. Ich wollte ihm helfen, aber ich konnte nicht, ich wusste nicht wie. Das einzige was ich tun konnte, war ihn zu beruhigen, indem ich mit meinem Finger kreise auf seinen Rücken malte.

Nach einer Weile ging es hinata schon viel besser, wodurch ich beschloss ein paar Klamotten, sowie meine schulsachen von zuhause zu holen, damit ich die nächste Nacht wieder bei hinata verbringen konnte. Er nickte zustimmend und ich machte mich auf den Weg. Sobald ich draußen war rief ich sugawara an, um mir zum einen Rat zu holen, zum anderen aber auch jemanden zum Reden hatte.

S: "Hey kageyama, was gibt's? Warst du gestern noch bei hinata? IST WAS PASSIERT?"
K: "Hey, ja ich war noch bei ihm. Und nein...und ja zu dem was passiert ist."
S: "Okay. Erzähl mir mal in Ruhe was passiert ist."

K: "Also als ich ankam, machte er die Tür nicht auf, also hab ich mit dem erstatzschlüssel aufgeschlossen. Da sah ich ihn dann zitternd und weinend am Boden und er war total abwesend. Er hat mich gar nicht bemerkt. Ich hab ihm dann eine geknallt, wodurch er mich ansah und noch mehr heulte. Ich hab ihn dann beruhigt und mir ist aufgefallen, dass er total dünn war, also hab ich was zu essen geholt, aber nach 2 bissen ist er zur Toilette und hat sich übergeben. Ich war so nutzlos da, ich wusste nicht was ich machen sollte. "

S:" Alles ok. Du warst bestimmt nicht nutzlos, ich bin sicher du hast ihm sehr geholfen. Was war dann? "

K:" Also als er sich beruhigt hat, hab ich beschlossen bei ihm zu schlafen und weil er so lang im Bad gebraucht hat hab ich mir sorgen gemacht, also hab ich gefragt was los war und weil er nicht geantwortet hat bin ich reinigegangen und hab dann seine ganzen Verletzungen gesehen. Dann ist er ins Bett und wollte dass ich bleibe, also habe ich mich neben ihn gelegt und dann hatte er einen Alptraum und angefangen zu zittern und zu schreien. Ich hab ihn geweckt und beruhigt und er ist wieder eingeschlafen, aber hatte wieder ein Alptraum, also war das gleiche. Er hatte die ganze Nacht Alpträume und ich musste ihn immer wieder wecken und beruhigen. Aber bis auf dass er nachts geschrien hat, hat er seit gestern nichts gesagt. Er hat es versucht, es kan aber kein Ton raus."

S:" Ja das war am Freitag auch schon so. Hmm. Dann müssen wir ihn irgendwie dazu kriegen, dass er wieder sprechen kann. Ich werde mal mit daichi reden. Ist sonst noch was passiert? "
K:" Naja nur, dass es mit dem essen heute morgen genauso war. Ich hab beschlossen heute wieder bei ihm zu bleiben, wir sehen uns dann morgen. "
S:" Ja, ich werde versuchen herauszufinden, wie wir ihm helfen können. Bis dann. "

Nach dem Gespräch ging es mit schon viel besser. Ich kam vor meinem Haus an, packte meine Sachen und sagte meiner mom bescheid, dass ich heute Nacht wieder weg blieb. Dann machte ich mich auf den Rückweg.

Hinatas gebrochene Maske Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt