Aller Anfang ist schwer

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Am Morgen wurde ich von den ersten Sonnenstrahlen die leicht durch das Fenster schienen geweckt.
Fabi schlief noch, war es wohl noch nicht so weit auf zu stehen? Ich schaute auf die Uhr. Da schreckte es mir wie ein Schuss durch den gesamten Körper. - Fabi! Ich rüttelte ihn so fest wie ich konnte.
-Fabi! Aufstehen! Wir haben vergessen uns einen Wecker zu stellen. Wir haben verschlafen!
Kacke Verdammte! Rief er in einem aufgebrachten Ton. Wir zogen uns so schnell wie wir konnten an und machten uns gemeinsam auf den Weg zur Schule. Als wir dort ankamen nahm er mich noch in den Arm und wir traten gemeinsame Wege ein. Ich eilte in schnellen Schritten zu meinem Klassenraum. Dann stand ich vor der Tür. Okay Hope, du schaffst das, du klopfst einfach an diese Tür und sagst das du zu spät bist. Doch bevor ich dies machen konnte kam jemand von hinten. -Hope? Ohne zu wissen wer hinter mir stand wusste ich zu wem die Stimme gehörte. Ich warf meine lange Haare hinter meinen Körper, setze ein breites Lächeln auf und drehte mich um. Markus! Warum bist du zu spät? Ich hab verschlafen und du? Ja ich auch. Antwortete ich ihm. Ich holte Luft.-Gut dann machen wir es so wie gestern. Sagte ich. Er lächelte mich an und klopfte dann an die Tür.
-Herein! Hörte man eine Stimme von drinnen sagen. Ich drückte die Türklinke herunter.
Frau Neuman musterte uns angestrengt. Warum seit ihr zu spät?
-Verschlafen! Sagte wir wie aus einem Mund. Alle mussten anfangen zu lachen. Ich schaute verwirrt in die Gesichter meiner Klassenkameraden die ich vorher kaum richtig wargenommen hatte. Da war ein Junge mit einem verschmitzten Lächeln, roten Haaren und vielen Sommersprossen. Neben ihm ebenfalls  ein Junge mit dunklem Haaren und Augen. Wer das wohl war? Etwa auch welche von diesen Kerlen? Und da waren auch noch ein paar Mädchen, die Blonde mit den hellgrünen Augen viel mir besonders auf. Sie verteilte gerade eine menge Lippglos auf ihren Lippen und schaute hochnäsig im Klassenraum  herum. Als ich mich auf meinen Platz setzen wollte stolperte ich plötzlich über etwas das ich vorher garnicht wargenommen hatte. Hatte mir jemand gerade ein Bein gestellt? Aber ehe ich mich versah landete ich auf dem Boden. Als ich aufschaute sah ich wie alle mich anschauten und lachten. Ich stand auf, beachtete das Gelächter und die schadenfrohen Blicke um mich herum gar nicht und setzte mich genervt auf meinen Stuhl. In der Pause saß ich alleine auf einer Bank bis das blonde Mädchen von vorhin auf mich zu kam hinter ihr zwei andere Mädchen eine kleine dünne und eine größere die ebenso sehr schlank war. Sie stellten sich vor mir auf und die Blonde fing an zu reden: Hey Hope, oder wie auch immer du heißt, ich wollte dir nur sagen, halt dich gefälligst fern von Markus! Er gehört mir hast du verstanden? Obwohl so wie du aussiehst will er dich sowieso nicht. Ich hof-
Doch weiter kam sie nicht denn ich hörte Fabis Stimme und war erleichtert. Lasst sofort meine Schwester in Ruhe! Wie Feige seit ihr eigentlich? Drei gegen eine! Verschwindet sofort von hier! Die Mädchen machten sie so schnell wie sie konnten aus dem Staub und Fabi setzte sich neben mich und nahm mich in den Arm. Tränen sammelten sich in meinen Augen und mit einem Mal störmte es aus mir heraus. Fabi umarmte mich stärker und ich spürte wie eine Träne von mir auf meine Hand fiel. Nach einer Weile sagte ich:
Ich bin so froh das du gekommen bist, ich will mir gar nicht vorstellen was noch passiert wäre wenn du nicht eingegriffen hättest. Danke. Ich schaute in an und er wischte mir meine Tränen aus dem Gesicht. Dann legte ich mein Kopf auf seine Schulter und er sprach: Ach Schwesterlein ich hab irgendwie gemerkt das es dir nicht gut geht deswegen wollte ich schauen ob wirklich etwas passiert ist und schau, ich hatte Recht. Wir saßen noch eine Weile dort und redeten doch dann klingelte es und wir mussten zurück in unsere Klassen. Mit schmerzendem Herz nahm ich Fabi in den Arm. -Ich möchte nicht, flüsterte ich immer noch in der Umarmung. -Ich weiß Prinzessin aber es sind noch zwei Stunden, das schaffst du. Er löste sich aus der Umarmung und ging weg.
Da stand ich dann alleine und verlassen, in Gedanken versunken...
Da kam plötzlich eine Gruppe Junge auf mich zu der mit den roten Haaren und mit den dunklen und Markus?! Ups hatte ich das
gerade etwa laut gesagt? Er kam auf mich zu.
Hey Hope sagte er und ich lächelte ihm verlegen zu.
-Darf ich dir ein paar meiner Freunde vorstellen das sind Raban.
Er zeigte aud den rothaarigen Jungen mit Sommersprossen.
-Und das hier ist Joschka.
Er zeigte auf den Jungen mit den dunklen Haaren und Augen.
Hey ihr beiden sagte ich und schaute zu Markus. Dann sagte Raban: Hey ja ich bin Raban. Du gehst auch in unsere Klasse oder?
Ich nickte nur. Ja stimmt du gehst bei uns in die Klasse aber irgendwie haben wir noch nicht so viel geredet bist du sehr schüchtern? Fragte Joschka und ich nickte nur. Wenn du so schüchtern bist Hope, woher kennen du und Markus euch dann? Fragte Raban noch und ich schluckte. -Ähmm weil wir uns letztens kurz im Wald getroffen haben und ja genau aber lasst uns jetzt einfach in die Klassen gehen der Unterricht beginnt gleich Villeicht können wir ja nochmal wann anders reden oder so.
Damit war das Gespräch abgeschlossen. Ich hatte die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen gegenüber Fabi. Ich sollte nicht mit ihnen reden. Aber war es nicht unhöfliche sie einfach zu ignorieren?
Als ich in der Klasse saß sah ich gelangweilt aus dem Fenster und blendete jegliche Stimme und Geräusche aus bis ich plötzlich  meinen Namen hörte und zusammen schreckte.
Und Hope? Fragte mich Frau Neuman erwartungsvoll.
In meinem Schreck antwortete ihr verwirrt: Ähmm Dreizehn?
-Nein Hope, die Frage war was du am Wochenende machst?
Achsooo antwortete ich aufgebracht. Ich werde wahrscheinlich etwas mit meinem Bruder machen oder spazieren gehen mal schauen wie es sich ergibt. Sagte ich dann etwas leiser. Als es endlich klingelte und ich gerade aus dem Klassenraum gehen wollte hielt mich jemandem an meiner Schulter zurück.
-Hey Hope, ist alles gut bei dir? Du hast so traurig und nicht ganz bei der Sache gewirkt. Sagte Frau Neuman und runzelte die Stirn. Ich schaute sie an und antwortete ihr dann: Nein nichts mir geht's gut. Und ohne ein weiteres Wort zu sagen verließ ich den Klassenraum. Ich ging auf den Schulhof, schritt die Treppen herunter und das warme Sonnenlicht kitzelte meine Nasenspitze. Die ersten Blätter fielen von den Bäumen herunter und ein warmer Windstoß durchströmte meinen Körper. Mein hellbraunes Haar flatterte im Wind herum und ich machte mich auf den Weg ins Waisenhaus.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Apr 04, 2021 ⏰

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Bis meine letzte Träne gefallen ist...Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt