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Kapitel 2 | Das ewige Warten auf Unheil

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«... BISSCHEN VIEL MEHR SPANNUNG UND GEFAHR IM LEBEN.»

Ich habe meinen ersten Wunsch eingelöst. Was kommt jetzt? Warten bis Electro aufersteht? Ich spüre auch kein Messer im Rücken, das ist schon mal gut, sonst kann ich meine anderen beiden Wünsche nicht einlösen.

Das erste, was mir einfällt, ist - allen Ernstes - ein Spaziergang. Vielleicht wird jemand beklaut. Vielleicht sogar ermordet. Oder eine Zombie-Apokalypse bricht aus.

Bing! Eine Nachricht trifft an meinem Handy ein. Polizei? Aber es ist nur Matthew Shaw, mein bester Freund.

Nein, nicht Freund-Freund, ich bin nicht an Liebe interessiert.

HeyDi, schreibt er. Mit Leerzeichen hat er es nicht so. Kannst Du kommen??Ich brauchedeine Hilfe.

Hat es sich erfüllt? Ist er von riesigen Spinnen angegriffen worden?

Ok, schreibe ich also, bin gleich bei dir. Muss dir was Krasses erzählen!

Ich schnappe mir eine Kaugummi-Packung vom Schreibtisch, renne aus dem Zimmer und knalle die Tür hinter mir zu.

Auf der Treppe stoße ich fast mit Lawrence zusammen.

Ja, er ist mein Bruder - genauer gesagt, Zwilling, leider - und ja, wir sehen uns im Grunde ähnlich.

Hellbraune Haut, einen dunklen Afro (nur, dass meiner länger ist), mandelförmige und -farbige Augen und eine zu lange Nase.

Lawrence ist nervig und hat die Angewohnheit, seine Schnauze in alle Angelegenheiten hineinzustecken, die ihn gerade am wenigsten angingen!

So auch jetzt. «Wohin denn so eilig, Diana?»

«Zu Matti», sage ich ausweichend. «Hausaufgaben.»

«Brauchst du dafür nicht deinen Rucksack?», hakt mein Bruder nach.

«Nein», sage ich und springe an ihm vorbei die Treppen herunter. «Ich helfe ihm.»

«Seit wann bist du ein Genie? Es war doch sonst immer andersherum», bemerkt Lawrence.

«Heißt nicht, dass es immer so ist», sage ich. «Englische Rechtschreibung.»

Und mit den Worten zieh ich mir meine knallroten Gummistiefel über, klemme mein Skateboard unter den Arm und rufe noch zu Lawrence: «Wenn Momma oder Daddy fragen, wo ich bin, du weißt es!»

Ich schließe die Tür und lasse mein Board auf den Asphalt gleiten, welcher direkt losgeht. Wir haben keinen Vorgarten. 

In den Nebenstraßen von Manhattan ist nicht viel los; ganz im Gegenteil zu der Hauptstraße, wo Matthew auch wohnt.

Einem kleinen Jungen fällt vor Schreck das Eis auf den Boden, als ich aus einer Nebengasse schieße und selber fast von einem Pkw in die Hölle geschickt werde.

«Pass doch auf, du dämliche Göre!», schreit er mir wütend hinterher.

Ich zeige ihm, ohne mich umzusehen, provozierend den Stinkefinger und biege wieder um die Ecke.

Der Wind streicht um mein Gesicht und meine Haare bauschen sich noch mehr auf, als sie es sowieso schon tun.

Mit der einen Hand drücke ich sie zurück in die Stirn; an meinem Haaransatz haben sich ein paar Pickel eingenistet, bisher konnte ich sie erfolgreich verstecken und das soll auch so bleiben.

Manchmal nehme ich dazu einfach ein Haarband, aber immer schön unauffällig. Make-Up kommt gar nicht in Frage!

Vor der Haustür von Nummer 49 bleibe ich stehen und klemme mein Board wieder unter den Arm. Ich drücke auf das Klingelschild mit der Aufschrift »Familie Shaw«.

Nach einigen Momenten surrt der Türöffner und ich trete ins Treppenhaus. Gemeinsam mit seinen großen Brüdern und seiner Mutter lebt Matthew im dritten Stock mit einem scheiß Blick auf die Hauptstraße.

Das Geländer ist braun angestrichen, die Stufen sind grau, alles ist grau - nur Mattis Zimmer nicht, das muss man ihm lassen. Er hat alles in den grellsten Farben, so grell, dass ich manchmal nicht reingehe.

Ich sprinte die Stufen hoch und komme (ein bisschen keuchend) oben an.

«Hallo, Brooke.»

diana.Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt