ich bin viele

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Ich sitz hier so und der Abend ist nicht warm, aber er ist wärmer als der gestern war. Und ich liebe meinen Balkon und ich liebe meine Nachbarschaft, die in ihren Gärten steht und grillt und lacht und mit ihren Flaschen leisen Krach macht. Die Amseln singen in die Abendsonne und die Schwalben fliegen wieder höher, schwarze Punkte, keine Wolke. So sitz ich also hier, aber ich sitze allein und nicht mit dir. Manchmal frag ich mich, ob du mich hasst an all den vielen Tagen zwischen den Momenten voll Liebe, die du für mich hast. Manchmal denk ich, ich verdiene deinen Hass. Ich verdiene, dass jeder Mensch dieser Welt mich hasst. Ich verdiene keine Liebe, vielleicht hast du das mit mir gemacht. Ich verdiene nicht, dass er mich mag. Dass er mich mag fühlt sich an wie eine Lüge. Jeder einzelne beschissen schöne Tag. Ich glaub, das hast du gemacht. Manchmal könnte ich darin versinken. Ich will es, will darin ertrinken und mich hassen wie du es tust. Aber wie viele bin ich, wie viele kann ich sein? Ich bin nicht eine, nicht zwei. Ich bin ganz genau so viele, wie Menschen mich je gesehen haben. Bin ihre Version, ihre Vision, bin ich plus all diese Farben. Das gibt mir Halt und lässt mich atmen. Du siehst in mir das Schlechte, vielleicht sieht er das Beste und ich hoffe, ich seh irgendwann das Echte. Ich bin so viel mehr als ich bin und ich bin der Anfang und ich bin das Ende.

nichts und wieder nichtsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt