„Ms Thompson wird das heute noch etwas oder wollen sie den ganzen Vormittag die Tafel anstarren?" meine Hand zitterte unkontrolliert während ich die Gleichung an der Tafel anstarrte. Ich war noch nie gut in Mathe gewesen. Eigentlich war ich noch nie überhaupt in einem Schulfach gut gewesen. Ich war immer nur durchgekommen, höchstwahrscheinlich aus Mitleid oder eher lag es daran, dass meine Eltern einiges der Flintstone an Spenden übergeben hatten. Die Kreide glitt durch meine Finger und fiel auf dem Boden wo sie in zwei Hälften brach. Ich bückte mich um sie aufzuheben, da stoppte mich Mr. Everbleeds Stimme.
„Setzen sie sich." ohne dass ich es bemerkt hatte stand er nun direkt vor mir. Er war um einiges größer als ich und hatte diese einnehmende Aura um sich. Ohne etwas zu sagen ging ich schnell zurück auf meinen Platz, dabei entging mir nicht wie sich die Schüler in den ersten Reihen über mich lustig machten. Ich hasste dieses Gefühl. Normalerweise war ich nicht leicht einzuschüchtern aber wenn es darum ging vor der ganzen Klasse eine unlösbare Gleichung zu lösen, da war ich mehr als überfordert. Mr. Everbleed löste die Aufgabe in weniger als einer Minute und widmete sich dann dem nächsten Thema. Nullstellen. Mein ausstoßenden Atem wurde immer heißer.
„Du spuckst gleich Feuer, Drache. Komm runter." flüsterte Ben neben mir. Erst jetzt bemerkte ich dass er vollkommen recht hatte.
Meine Kräfte hatte ich dank jahrelanger Übung sehr gut im Griff aber manchmal wenn meine Emotionen überhand nahmen passierte ein Feueratem nicht so selten.
„Ich werde den Abschluss nie schaffen." gequält legte ich meinen Kopf auf den Tisch.
„Natürlich schaffst du den Abschluss." entgeistert sah ich Ben an.
„Deine Eltern müssen nur mehr Geld spenden." fügte er hinzu weshalb ich meinen Kopf wieder auf den Tisch fallen lies. Zum Glück klingelte es fünf Minuten später und ich verlies das Klassenzimmer so schnell wie ich konnte.
„Warte doch Grace." rief mir Ben hinterher und kämpfte sich durch die Schülermengen die ihm entgegen kamen.
„Ich muss zum Fliegerkurs. Wenn ich noch einmal zu spät komme muss ich Strafrunden fliegen und du weißt wie sehr ich es hasse vor allen zu fliegen." er passte sich meinem Schritt an und grinste.
„Oder Mathe Gleichungen zu lösen." im nächsten Moment flogen seine Hefte auf den Boden.
„Hey, was soll das King?" Rief ich dem Drachen hinterher. Ich blieb stehen um Ben zu helfen und hob die losen Blätter vom sich leerenden Gang, dann schaute ich in die Richtung in der der Übeltäter gelaufen war.
„Bist du sicher dass es King war?" fragte Ben und ich runzelte die Stirn.
„Natürlich war es Nathan King, wer sonst?" Ben zuckte die Schultern und wir gingen schnell weiter zu unseren Kursen. Am Ende des Ganges trennten sich unsere Wege und ich rannte aus dem Gebäude um mich in die Umkleiden zu begeben, die sich direkt neben dem Flugplatz befanden. Als ich die Tür öffnete war ich wie immer die letzte. Alle bis auf einen Spind waren besetzt und ausgerechnet dieser befand sich ganz oben. Schnell zog ich meinen schwarzen Anzug mit den lila Akzenten an. Er lag super eng auf meiner Haut und sah meinen glänzenden lila Schuppen ziemlich ähnlich. Ich war froh, dass diese Anzüge entworfen wurden. Damals, war man splitterfasernackt nachdem man sich in Menschengestalt zurückverwandelt hatte, weil die Kleidung bei der Transformation sich auflöste. Mit viel Glück war ich vor Mrs. Fire auf dem Flugplatz wo ich mich neben Daphnie stellte, die mich breit angrinste. „Du hast es geschafft." stolz streifte sie meine Schulter. „Diese Woche würde ich mit Sicherheit nicht mehr nachsitzen." Die Woche war fast vorbei, weshalb ich mit Überzeugung sagen konnte, dass ich nichts mehr anstellen konnte, um mir eine Strafe einzuhandeln. Die Fächer bei den Lehrern die mir immer wieder nachsitzen aufdrückten, würde ich mit dieser Stunde geschafft haben. Ich bewunderte ihren orangen Anzug. In Drachengestallt sah sie noch schöner aus. Es war selten dass Drachen bloß eine einzige Schuppenfarbe besaßen, das war etwas besonderes und sie hatte das Glück dieses besondere zu sein. „Daphnie, treten sie bitte vor und führen uns die Flugübungen der letzten Stunde vor. Ich nickte ihr lächelnd zu und beobachtete ihre elegante Verwandlung. Sie stellte sich auf die Markierung und schloss ihre Augen. Mit einem Wimpernschlag löste sich ihre menschliche Form auf und bildete einen wunderschönen mächtigen Drachen. Ich werde dieses überwältigende Gefühl meiner ersten Verwandlung niemals vergessen. Deine Knochen, Muskeln und Sehnen lösen sich in ihrer gewohnten Materie auf und es bildet sich ein neuer Körper. Dieses berauschende Gefühl ist der Ursprung unserer Macht und gibt uns die Energie die wir benötigen um unseren Drachenkörper zu bewegen und zu fliegen. Eine Wolke aus rauch entglitt ihrem Rachen und kurz darauf schwang sie sich in den Himmel empor und vollführte alle Bewegungen der letzten Stunde mit Bravour. Sie machte Loopings und flog um sich selbst bis ihre kräftigen Krallen wieder den Boden berührten. Mrs. Fire strotzte nur so vor Stolz. Wenn sie mich bloß einmal so ansehen würde, dann müsste ich mir keine sorgen um das bestehen meiner Prüfungen machen. Alle klatschen und jubelten als Daphnie ihren Kopf gegen Himmel streckte und ihre orangenen Schuppen in der Sonne glitzerten. Während alle Daphnie weiterhin begeistert zuriefen, hörte ich hinter mir den Kies auf dem Gehweg kratzten und als ich mich umdrehte spazierte niemand anderes als Nathan King zu unserem Kurs. Er sah ziemlich gelassen dafür aus, dass er eine halbe stunde zu spät kam. Seine grünen Augen funkelten in der Sonne. Ich hatte nichts mit ihm zu tun, bis auf das er ein Drache war, genauso wie ich. Dabei war er nicht nur ein Drache. Seine Eltern waren Mrs. und Mr. King. Sie waren die Uhrahnen der ältesten Drachen und hatten dementsprechend auch einiges zu melden. Wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich glauben, dass ihm die Ehre seiner Familie egal wäre. Halt, ich weiß es besser und es ist ihm egal. „Mr. King." Ertönte die Stimme von Mrs. Fire. „Sie sind erneut zu spät, das werde ich nicht länger im meinem Unterricht dulden." Um uns herum hatten die Schüler einen Kreis gebildet und wie es nicht anders sein sollte stand ich mitten drin. Mrs Fire kam Nathan gefährlich nahe. „Es gibt nichts was ich in ihrem Unterricht noch lernen könnte." Um uns herum hörte ich fast alle die Luft einsaugen. „Wie bitte, was war das?" Ihr kopf wurde ziemlich rot und die orange-roten Schuppen an ihrem Hals fingen an gefährlich zu glänzen, sie war kurz davor aus Nathan einen Röstspieß zu machen. An seiner Stelle hätte ich um gnade gewinselt, er hingegen stand gelassen mit Pokerface vor ihr. „Es gibt nichts, was sie mir noch beibringen können." Stellte er erneut klar und grinste ihr ins Gesicht. „Gehen sie auf der Stelle zum Direktor. Sie sind in meinem Unterricht nicht länger erwünscht." Das grinsen auf Nathans Gesicht wurde immer breiter. „Anstatt dümmlich zu grinsen, sollten sie sich lieber Gedanken um ihren Abschluss machen, wenn sie in diesem fach Exmatrikulatiert werden!" Schrie sie erneut und obwohl Nathan nicht mit der Wimper zuckte, konnte ich in seinen Augen angst erkennen, obwohl ich mir nicht vorstellen konnte, dass es wegen Mrs. Fire oder dem was sie gesagt hatte war. Die Stunde verging nachdem Nathan aufgetaucht war ziemlich schnell. Nachdem er gegangen war, hatte Mrs. Fire einige Minuten gebraucht um sich wieder zu beruhigen. Ihre Schuppen am Hals glänzten nicht mehr so stark wie zuvor und ihr kopf war auch nicht mehr so rot. Danach hatte sie uns in Gruppen aufgeteilt und Aufgabenblätter ausgeteilt, die wir für die theoretische Prüfung in einigen Wochen brauchten. Die Stimmung war ziemlich angespannt, denn noch nie hatte es ein Schüler an der Flintstone Akademie geschafft exmatrikuliert zu werden. Nathan King würde der erste sein. Mir war das ziemlich egal, jeder war für sich selbst verantwortlich aber alle anderen aus dem Kurs schien es ziemlich nahe zu gehen. Ich fragte mich wie viel sie wirklich mit ihm zu tun hatten und weshalb sie ihn so sehr zu mögen schienen. In meinen Augen, war er nichts weiter als ein arroganter Typ der von seinen Eltern zu viel in den Allerwertesten geschoben bekommen hatte und jetzt denkt, dass ihm die ganze Welt gehörte. „Denkst du, dass man so leicht jemand aus einem Fach rausschmeißen kann?" Daphnies Augen glänzten traurig, ich hatte nicht gewusst, dass ihr so viel an Nathan lag aber ich kannte sie dafür wohl auch zu wenig. „Das kann gut sein. Wir werden es sehen." Sie presste die Lippen aufeinander und da merkte ich dass ich etwas falsches gesagt hatte, weshalb ich eine Hand auf ihre Schulter legte. „Seine Eltern boxen ihn da raus, du wirst schon sehen." Versuchte ich sie verzweifelt aufzumuntern aber das schaffte ich nur bedingt. Die Stunde endete mit vielen aufgebrachten Gesichtern und piependen Handys. Selbst Ben hatte die Neuigkeiten erfahren und mir eine Nachricht geschickt.
„Ist das mit King war???" Ich seufzte.
„Ja." antwortete ich lediglich weil mir nicht klar war, warum sich alle darum scherten was aus ihm wurde.
„Komm in mein Zimmer, wir lernen heute hier." Ich machte mich direkt auf dem weg zu Ben's Zimmer und wurde mit einem „Was ist Passiert?" Empfangen. „Er war frech." Sagte ich und schob ihn zur Seite um meinen Rucksack neben seinem zu stellen und warf mich anschließend auf sein Bett. „Was meinst du mit, er war frech?" Ich schlug mir mit dem braunen Kissen aufs Gesicht und lies es liegen. „Er hat Mrs. Fire gesagt, dass sie ihm nichts mehr beibringen kann." Nuschelte ich unter dem Kissen. „Was? Ich versteh nichts." Ich hob das Kissen von meinem Gesicht und setzte mich aufrecht hin. „Mrs. Fire kann ihm nichts mehr beibringen, hat er gesagt." Wiederholte ich mich und Bens Mund klappte auf. „Hat er nicht gesagt." Ungläubig musterte er mich. „Doch, wie oft denn noch?" Genervt blickte ich ihn an, doch er schüttelte weiterhin ungläubig den Kopf. „Können wir jetzt lernen? Wir schreiben Mathe schon in zwei Wochen und ich kann gar nichts." Ben kam auf mich zu und setzte sich neben mich auf sein knarzendes Bett. „Wir schaffen das schon." Motivierte er mich doch ich blickte bloß schlecht gelaunt zu ihm. Die Blamage von heute in Mr. Everbleeds Kurs saß noch tief und ich wollte ihm nicht noch die Genugtuung geben mich durch die Prüfung rasseln zu lassen. „Fangen wir jetzt bitte an." Quengelte ich und Ben schnippst mit dem Finger und war mit einem mal verschwunden, um kurze zeit später mit einem Smoothie in der Hand wieder vor mir zu stehen. „Wo hast du den denn her?" Fragte ich ihn überrascht aber gleichzeitig auch dankbar, weil ich diesen Smoothie gebraucht hatte ohne es zu wissen. „Aus der Schulkantine." Zwinkerte er und reichte mir das kalte Getränk. Ich legte meine Lippen um den Strohhalm und verharrte in der Position bis ich den Dschinn begutachtete. „Ist der geklaut?"
„Was heißt schon geklaut? Meine Eltern zahlen eine Menge für dieses Zimmer. Ich würde sagen, es ist ausgeglichen." Schmunzelnd trank er einen schluck von seinem Smoothie und machte ein schmatzendes Geräusch.
„Benjamin Cunningham, du bist ein lausiger Dieb." Ich zog die Flüssigkeit durch den Strohhalm und erlitt eine Geschmacksexplosion. Der hatte noch nie so gut geschmeckt. Vielleicht lag es daran dass er geklaut war.
Irgendwie hatten wir es geschafft einzuschlafen. Als ich meine Augen öffnete sah ich Ben schnarchend auf dem Boden liegen, das Mathebuch hatte er als Kopfkissen genutzt. Ich warf ein Kissen auf sein Gesicht, von dem Bett, auf dem ich saß. Er nuschelte etwas und drehte sich dann auf die andere Seite. „Ben wach auf, es ist schon nach 10." sagte ich leicht panisch. Wenn uns hier jemand zusammen entdeckte, würde das nichts gutes ergeben. „Ich muss zurück auf mein Zimmer, steh auf." Von ihm kam keine Reaktion weshalb ich auf ihn zuging, doch bevor ich ihn wachrütteln konnte klopfte es an der Tür. „So eine scheiße." Flüsterte ich. Ben drehte sich hellwach zu mir, eine Buchseite klebte an seiner Wange. Wäre das keine ernste Situation, hätte ich mit Sicherheit ein Bild für die Ewigkeit gemacht. „Was machen wir jetzt?" Flüsterte ich panisch. Er stellte sich auf seine zwei Beine und war drauf und dran zu schnipsen aber ich erinnerte mich daran, dass er mich beim letzten mal in die Jungen Umkleide geschnipst hatte. „Ich denke das ist keine gute Idee Ben." Seine Erinnerungen wurde wohl auch geweckt und er nickte. Durch das kleine Fenster konnte ich auch nicht rausfliegen also blieb nichts anderes übrig als sich dem unausweichlichem zu stellen. Ben öffnete langsam die Zimmertür und vor uns stand Mr. Everbleed. Seine Augen weiteten sich und ich war mich nicht sicher ob er amüsiert oder sauer war. „Mrs. Thompson und Mr. Cunningham, wissen sie wie spät es ist?" Seine klagende Stimme jagte einen schauer durch meinen rücken. „Es tut uns furchtbar leid, wir sind eingeschlafen." Ich zeigte auf Ben und mich der zustimmend nickte. „Das ist keine Entschuldigung." Merkte er an und schüttelte den Kopf in einer Geste, als würde er uns vermitteln wollen dass er nicht weiß was er mit uns machen soll. „Machen sie bitte eine Ausnahme Mr. Everbleed, nur dieses eine mal, bitte." Weinerlich flehte ich ihn. „Das kann ich leider nicht tun. Eine noche nachsitzen." Sprach er die strafe aus und ein Seufzer verlies meinen Mund.
Ich hatte es fast geschafft.
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Flintstone Akademie
FantasíaDie Flintstone Akademie ist dafür bekannt die besten Zauberwesen der Welt auszubilden. Wegen der hohen Sicherheitsvorkehrungen werden nur die wenigsten an der Akademie zugelassen, denn unter ihr verbirgt sich mehr als nur der Friedhof aller mystisch...
