Kapitel 26

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Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg nach draußen. Eine halbe Ewigkeit haben wir noch zusammen in seiner Küche gestanden. Er hat mich so lange festgehalten, bis er sich wirklich sicher sein konnte, dass es mir besser geht.
Während wir jetzt die Straßen Berlins entlang laufen, muss ich den Impuls unterdrücken, nach seiner Hand zu greifen. Er hat mich zwar beruhigt, aber wahrscheinlich möchte er trotzdem nicht, dass wir uns der Öffentlichkeit auf dem Silbertablett präsentieren. Wir sind kein Paar und das soll auch niemand denken, solange wir selbst noch nicht einmal besprochen haben, was wir eigentlich sind.
Mir entfährt ein Seufzen. Ich sollte wirklich damit aufhören, so viel zu grübeln. Es spielt überhaupt keine Rolle, was wir sind oder nicht sind. Fakt ist, dass wir uns gut verstehen und uns gerade mit jedem Tag mehr annähern. Das sollte doch fürs erste reichen, oder nicht? Was sich danach ergibt oder nicht ergibt, spielt jetzt noch gar keine Rolle.

Wir laufen durch Kreuzberg und nehmen schließlich die U-Bahn nach Neukölln. Felix zeigt mir, wo er aufgewachsen ist und früher Tag und Nacht rumgehangen hat. Irgendwie ist es surreal, die ganzen Orte, die ich bis jetzt nur aus Erzählungen und Filmen kannte, live und in Farbe zu sehen. Fast kommt es mir wie ein Vertrauensbeweis vor, dass er mir diese Ecken seiner Heimat zeigt. Und während wir nebeneinander herlaufen, miteinander reden, scherzen und lachen, rückt die Erinnerung an heute Morgen immer weiter in den Hintergrund und ich kann mich endlich ein wenig entspannen.

Auf dem Rückweg bleibt Felix vor einer Dönerbude stehen. „Hier gibt's den besten Döner der Stadt", sagt er und lächelt mich an. „Ach was, sogar der ganzen Bundesrepublik."
Ich muss lachen und ziehe vielsagend die Augenbrauen hoch. „Wenn du das sagst."
„Und wie ich das sage." Er grinst. „Darf ich dir einen Döner bestellen, so, wie ich ihn immer esse?"
Ich runzele die Stirn. „Was ist denn da drin?"
Er schüttelt grinsend den Kopf. „Vertrau mir."
Schließlich knicke ich ein. „Na gut."
Gesagt, getan. Felix bestellt zwei Döner und wir machen uns auf den Weg in seine Wohnung, wo wir unser Mittagessen verspeisen. Zu meinem Erstaunen muss ich Felix tatsächlich Recht geben.
„War wirklich sehr lecker", sage ich, nachdem ich den letzten Bissen runtergeschluckt habe. Ich knülle die Alufolie zusammen und lächele Felix dankbar an. Er grinst zufrieden und nickt.
„Sag ich doch."
Nachdem wir den Tisch abgeräumt haben, lassen wir uns auf seiner Couch nieder. Felix lächelt mich an und streicht über den Stoff des Sofas.
„Ich werde nie wieder hier sitzen können, ohne an dich zu denken."
Beim Gedanken an das, was wir gestern Abend hier getan haben, entfährt mir ein verlegenes Lachen. Schnell winke ich ab.
„Ach, komm. Tu doch nicht so, als wäre das das erste Mal gewsen, dass du sowas auf deiner Couch gemacht hast."
Felix grinst mich schief an. „Erwischt. Aber es war noch nie so gut."
Ich muss lachen und verdrehe gespielt die Augen. Ja, klar. Das sagt er bestimmt zu jeder.

Verdammt! Ich wollte sowas doch nicht mehr denken!

Ich unterdrücke ein Seufzen, aber Felix scheint trotzdem zu merken, woran ich gerade gedacht habe. Er hebt einen Arm in die Luft und winkt mich mit einer Kopfbewegung zu sich.
„Komm her."
Ein wenig zögerlich rücke ich näher an ihn heran, ehe ich mich schließlich in eine Umarmung ziehen lasse. Ich lege meinen Kopf an seiner Brust ab und Felix umschließt mich mit beiden Armen.
Ich stoße ein tiefes Seufzen aus und sehe auf die Uhr, die an seiner Wohnzimmerwand hängt. Der Moment des Abschieds rückt immer näher. Bald müssen wir uns auf den Weg zum Bahnhof machen.
Felix, der zu ahnen scheint, woran ich gerade denke, räuspert sich. „Ich kann nächstes Wochenende nach Köln kommen."
Ich hebe den Kopf und schaue ihm in die Augen. „Hast du denn Termine da?"
Er schüttelt den Kopf und grinst. „Noch nicht. Aber irgendwas gibt's immer zu tun. Außerdem können Tommi und ich dann mal wieder zusammen aufnehmen. Und wir beide können uns sehen. Das ganze Wochenende lang."
Unweigerlich muss ich lächeln. „Das wäre schön", murmele ich. „Ich weiß gar nicht, wie die nächsten Tage ohne dich werden sollen."
Felix schmunzelt. „Und dabei wollten wir nur einen Kaffee trinken gehen." Feixend grinst er mich an und ich ziehe überrascht die Augenbrauen hoch. Dann bricht sich ein helles Lachen aus meiner Kehle Bahn.
„Stimmt! Sieht wohl so aus, als hätte Kim doch Recht gehabt."
„Womit?"
Ich zögere und grinse ihn ein wenig verlegen an. „Na, sie hat gesagt, ich muss ihr nach meinem Trip unbedingt erzählen, wie es gelaufen ist. Und ich hab gesagt, da wird nichts laufen. Also wird es auch nichts zu erzählen geben."
Er lacht und gibt mir einen Kuss auf die Wange. „Tja, jetzt kannst du ihr erzählen, wie du mich heute Morgen mit einem Blowjob geweckt hast", murmelt er an meinem Ohr. „Wie wir es hier auf dem Sofa getrieben haben. Und wie ich dich zum Kommen gebracht habe."
Seine Worte bereiten mir eine Gänsehaut und ein Ziehen in der unteren Leistengegend, das so verlangend ist, dass es beinahe wehtut.
„Das erzähl ich ihr garantiert nicht", flüstere ich.
„Aber irgendwie kann ich mich nicht mehr so genau dran erinnern, wie es sich angefühlt hat. Willst du es mir nochmal zeigen?" Ich werfe ihm ein herausforderndes und neckendes Grinsen zu.
„Nicht, dass ich es bis nächste Woche vergessen habe."
Felix lacht und gibt mir einen Kuss. Dann legt er die Hände an meine Schultern und drückt mich sanft auf den Rücken. Über mich gebeugt küsst er erst meinen Hals, mein Ohr, meine Kieferpartie und schließlich meinen Mund. Dann wandert seine Hand in meinen Hosenbund und er beginnt mich quälend langsam zu streicheln. Ein breites Grinsen legt sich auf seine Lippen.
„Nichts lieber als das."

Heavenly (Felix und Maddie #1)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt